Sportler können nicht trainieren

In der Halle an der Robert-Bosch-Schule hat ein Wasserschaden dafür gesorgt, dass am Eingang Fliesen hochstehen. Da dies ein Fluchtweg sei, hat der Kreis das Gebäude gesperrt. Die Handballer befürchten sportliche Nachteile.

Wer normalerweise in der Halle an der Robert-Bosch-Schule in Homburg trainiert, der steht seit gut 14 Tagen vor verschlossenen Türen und einem Schild "Halle ist gesperrt wegen Wasserschaden". Dieser entstand bei einem Einbruch in die Halle am ersten Februarwochenende. Dabei sei, wie Landrat Theophil Gallo weiter schreibt, "durch die Manipulation an einem Heizkörper ein Wasserschaden im Eingangsbereich" verursacht worden. "Durch den Austritt von mehreren Kubikmetern Wasser haben sich dort auf einer Fläche von 25 bis 30 Quadratmetern die Fliesen gehoben und der Estrich darunter ist nass", so Gallo.

Was sich zunächst einmal ziemlich dramatisch anhört, sieht bis gestern Morgen beim Blick auf den Schaden nicht so gravierend aus: Hinter der Eingangstür wurden auf einem schmalen Streifen Fliesen hochgedrückt, die nun schräg nach oben ragen, einige Plättchen sind herausgelöst. Die Halle selbst oder die Umkleiden seien nicht direkt betroffen. Das sagt Jörg Ecker, sportlicher Leiter bei der HWE Homburg und Abteilungsleiter Handball beim TV Homburg. Er ärgert sich darüber, dass für die Handballer, die hier normalerweise trainieren, nun die Möglichkeiten fehlen. Zum Teil konnten sie ins Erbacher Sportzentrum ausweichen, da dieses aber nun unter anderem durch die Fastnacht anderweitig belegt sei, ist das nun auch nicht mehr möglich. Ecker ist auch deswegen besorgt, da die erste bis dritte Mannschaft der HWE-Handballer gute Aufstiegsmöglichkeiten haben: "Unsere Mannschaft bereitet sich monatelang vor, ist Erster. Sollen wir nun auf den letzten Metern die Meisterschaft mit drei Mannschaften vergeigen", weil es keine Halle gebe?, fragt er angesichts der fehlenden Trainingszeiten.

Was ihn besonders umtreibt: Warum müsse die Halle komplett gesperrt werden, wenn doch nur ein Stück im Eingangsbereich betroffen sei? Das ließe sich doch absperren oder auch provisorisch mit Ausgleichsmasse auffüllen, wenn die Fliesen beseitigt seien - eine Übergangslösung, die der Verein angeboten habe.

Die Handballer sind nicht die einzigen, die diese Halle nutzen, neben anderen Vereinen und Gruppen treiben hier auch die Robert-Bosch-Schüler normalerweise Sport. Schulleiterin Barbara Neumann setzt auf Ausweichmöglichkeiten und viel Organisation. Es gebe noch eine kleine Halle und ein Kleinspielfeld, sagt sie. Natürlich könne es derzeit sein, dass eine Sportstunde auch einmal komplett ausfalle. Schwieriger sei es am Nachmittag, da hier über 200 Schüler gebundene Ganztagsklassen besuchen, für die es Sportangebote gebe.

Die Kreisverwaltung beruft sich bei ihrer Entscheidung, die Halle komplett zuzusperren, auf die Sicherheit. Landrat Gallo: "Da es sich beim Eingangsbereich gleichzeitig um einen Fluchtweg handelt, von dem in seinem momentanen Zustand eine Stolpergefahr ausgeht, wurde die Halle aus Sicherheitsgründen geschlossen. Bevor die Fliesen neu verlegt werden können, muss der Estrich jedoch zuerst trocknen." Bis der Schaden komplett behoben ist, wird es etwas dauern. "Wir gehen davon aus, dass die Halle in zirka zwei Wochen wieder geöffnet werden kann. Da die Halle auch von unserer Robert-Bosch-Schule genutzt wird, sind wir selbst an einer schnellen Behebung des Schadens interessiert", schreibt der Landrat weiter.

So ganz nachvollziehen kann Jörg Ecker den Fluchtweg-Grund zwar nicht, schließlich gebe es weitere Ein- und Ausgänge. Doch er hofft weiter auf einen Kompromiss: Am 11. März stehe ein Derby der ersten HWE-Mannschaft gegen Kirkel an, auch die zweite Mannschaft wird spielen. Und hier will man gut vorbereitet und nicht untrainiert in dieser Halle an den Start gehen.