Spendenlauf gegen Krebs am 15. September in Homburg

„Cross against cancer“ am 15. September : Laufen für den Kampf gegen den Krebs

Am 15. September gibt es bereits die fünfte Auflage des Spendenlaufs gegen Krebs. Die Erlöse helfen im Kampf gegen die Krankheit. Auch eine Studie wird finanziert.

Warum etwas neu erfinden, wenn es doch seit Jahren passt und sogar immer mehr Menschen fasziniert? Diese Frage haben sich die Macherinnen und Macher des großen Spendenlaufs gegen Krebs „Cross against cancer“ vor dessen fünfter Auflage schon längst beantwortet: Sie setzen aufs Bewährte, wenn am Sonntag, 15. September, 10 Uhr, der Startschuss vor dem Homburger Waldstadion fällt. „Das Bewährte ist gut“, betonen sie bei ihrem Besuch in unserer Redaktion. Diesmal sind sie zu dritt hier, alle aus dem Verein „Miteinander gegen Krebs“, der diese Großveranstaltung aus der Taufe gehoben hat. Neben der Vorsitzenden Maria Cacacciola-Ketter, sind es ihr Stellvertreter Michael Otto und Pressewartin Carina Krämer, die von den Einzelheiten berichten. Auch davon, was dahinter steckt, und dass natürlich noch sehr viel mehr Menschen dafür sorgen, dass die Organisation steht und am Lauftag alles, na ja, eben läuft.

Das Bewährte bedeutet, es werden wieder mehrere Strecken angeboten: vom anspruchsvollen 17-Kilometer-Crosslauf mit ordentlich Höhenmetern, die in die Beine gehen, über kürzere Routen und Nordic-Walking-Strecken bis zu Spendenrunden im Waldstadion, die für Patienten, Wiedereinsteiger und generell Unterstützer gedacht sind (siehe auch Infokasten). „Weitere Strecken wären zu viel“ sagen sie. Und auch, dass durch Mund-zu-Mundpropaganda für die Veranstaltung geworben wird. Da hilft neben der Benefizidee auch, dass die Wege einfach schön sind, die über Karlsberg und Schlossberg führen. Manche Leute, so berichten sie, kommen sogar zurück, um sie nochmals zu erwandern. Allenfalls an Details wird gefeilt, wie etwa, den Start zu entzerren.

Die Veranstaltung geht mittlerweile in ihre fünfte Runde, ein kleiner Geburtstag also. Sie hat sich recht rasant entwickelt, gerade bei den Teilnehmerzahlen, mittlerweile liege man bei knapp 2000, angefangen hat man im Jahr 2015 mit 1200. Die meisten gingen übrigens über die fünf Kilometer an den Start (719 waren es im vergangenen Jahr), gefolgt von der Zehn-Kilometer-Strecke (459), Spendenrunden liefen 155 Menschen. Acht Frauen, alle selbst laufbegeistert, haben den Verein 2015 gegründet. Mittlerweile habe man das Helferfeld, das anfangs vor allem noch aus dem familiären Bereich kam, ausgeweitet. Immerhin braucht man 140 Personen, die ehrenamtlich am Lauftag mit anpacken, damit alles rund läuft.

Doch der sportliche Aspekt ist ja nur ein Teil der Sache. Denn sie setzen sich, der Name sagt es, für Krebspatienten ein. Der Lauf soll auf die Thematik Krebs in der Bevölkerung aufmerksam machen. Besonders wichtig für sie ist dabei der Grundgedanke, dass Sport selbst auch Therapie ist. Deswegen gehen bei den Läufen, die nur eine von mehreren Aktivitäten des Vereins sind, auch Menschen auf die Strecke, die selbst von Krankheit betroffen sind, solche, die wieder gesund sind und diejenigen, die einfach diese gute Sache unterstützen möchten. Es sind zudem Angehörige, Freunde, die jemanden den Rücken stärken wollen oder an jemanden erinnern möchten. Daher sind es beim Zieleinlauf auch ganz besondere Momente, solche mit Gänsehautfaktor. Es gelte, sagen die drei vom Verein, immer auch, Berührungsängste abzubauen, von beiden Seiten. Kranke zu ermutigen, sich nicht zu verstecken, Vorurteile abzubauen, die immer noch kursierten, wie etwa, dass Krebs ansteckend sei, die Chemotherapie sich auch schädlich auf andere, mit denen ein Patient in Kontakt komme, auswirken könne. Und daneben will man Menschen generell die Unsicherheit nehmen, wenn sie nicht wissen, wie sie auf jemanden zugehen sollen, der erkrankt ist. „Als Krebspatient will ich kein Mitleid haben.“

Mit dem Spendenlauf soll natürlich auch Geld zusammengebracht werden, mit dem wiederum anderen Betroffenen geholfen wird. Der Erlös werde an eine Organisation oder Institution gespendet, die sich mit dem Thema Krebs beschäftigt. So wurde etwa die saarländische Krebsgesellschaft zur Finanzierung der psycho-onkologischen Beratung von Betroffenen und deren Angehörigen bedacht.

Nun finanziert der Verein eine „Begyn-Studie“ der gynäkologischen Fachabteilung der Universitätsklinik in Homburg unter der Leitung von Professor Erich-Franz Solomayer. Die Studie soll die Auswirkungen von Bewegung und sportlicher Aktivität bei gynäkologischen Krebspatientinnen auf Lebensqualität, Körperempfindungen, psychologisches Wohlbefinden und prognoserelevante Biomarker untersuchen.

Die Ärzte wollen herausfinden, welchen Einfluss unterschiedliche Variablen wie beispielsweise. die Anbindung der Teilnehmerinnen an eine Sportgruppe, psychische Gesundheit, Gewicht, Fitness, individuelles Wohlbefinden auf die Studienziele haben. Die Patientinnen unterziehen sich in regelmäßigen Abständen körperlichen und psychischen Untersuchungen, um im Verlauf eine Veränderung der Parameter festzustellen. Grundlegend will man also herausfinden, wie sich Bewegung bei Patientinnen, die an Krebs erkrankt sind und eine Chemotherapie bekommen, auswirkt. Ein Jahr soll die Studie laufen, um die 100 Frauen sollen dabei mitmachen.

Foto: Ulrike Stumm
Foto: Ulrike Stumm
Neu Der Verein Miteinander gegen Krebs organisiert den Spendenlauf bereits zum fünften Mal. In der Homburger Redaktion erläuterten die Vorsitzende Maria Cacacciola-Ketter, ihr Stellvertreter Michael Otto und Pressewartin Carina Krämer Einzelheiten. Foto: Ulrike Stumm

Das Engagement des Vereins geht also noch weit über das reine Benefizevent hinaus. Es gibt mittlerweile eine Selbsthilfegruppe für Brustkrebspatientinnen, eine Vortragsreihe. „Fragen an die Experten“. Auch wenn der Spendenlauf „Cross against Cancer“ weiter die auffälligste und größte ihrer Aktivitäten ist. Wer sich darauf vorbereiten möchte, findet Details, auch zum Lauftraining, auf der Internetseite des Vereins.

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