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SPD und CDU in Homburg starteten ins Jahr 2020

Meinung zu den Neujahrsempfängen in Homburg : Ein Neustart ist alternativlos

Die Neujahrsempfänge der beiden immer noch größten Homburger Stadtratsfraktionen von SPD und CDU sind gelaufen. Wie eigentlich immer waren in den Reden der Protagonisten viele Gemeinsamkeiten erkennbar, zum Beispiel bei der Wirtschaftspolitik, dem Einsatz für die Innenstadt oder dem Thema Digitalisierung.

Wer genauer hingehört hat, konnte aber auch deutliche Abgrenzungen erkennen. So scheint es, dass sich die CDU mit der Aufarbeitung der jüngsten Skandale im Rathaus, die mit den Verurteilungen der beiden letzten Verwaltungschefs endete, etwas leichter tut als die Sozialdemokraten. Bei letzteren ist nicht klar erkennbar, ob sie den Kurs der Erneuerung, den Interimsverwaltungschef Michael Forster (CDU) im Rathaus vorgibt, unvoreingenommen mitgehen möchte. Menschlich nachvollziehbar. Ein Ja zu Veränderungen wäre in den Augen der SPD-Verantwortlichen schließlich ein Abrücken von der Arbeit ihres suspendierten Oberbürgermeisters Schneidewind. Damit ist auch zu erklären, dass sich die SPD immer noch nicht von dem Holzweg der Schlossberg-Aufzüge distanzieren möchte. Schließlich waren diese Schneidewind-Ideen. Die Homburger SPD ist noch nicht so weit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen – und das, obwohl die Fraktion bei den Kommunalwahlen für den Stadtrat quasi halbiert wurde. Gerade einmal elf Sitze blieben. Es ist auch leichter, Gerichtsurteile anzuzweifeln, statt Fehler im eigenen Umfeld zuzugeben und Konsequenzen daraus zu ziehen. Kurzum: Die SPD braucht noch etwas Zeit, all das aufzuarbeiten, was 2019 auf sie eingeprasselt ist.

Zeit, die man ihr geben kann, die aber eigentlich nicht vorhanden ist, gilt es doch, die Stadt und die Arbeit im Rathaus auf neue Beine zu stellen. Die Führungsstruktur muss schlanker, die Entscheidungen müssen transparenter werden. Das ist alternativlos und mit einem „weiter so“ nicht zu erreichen.