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Sparen bei der Unterstützung für Jugendliche ist der falsche Weg

Zum Sparkurs bei den Jugendzentren : Der Jugendbeirat hat viel zu tun

Jugendzentren wird die finanzielle Hilfe gekürzt - genau das Gegenteil wäre angesagt.

Nein, es passt tatsächlich nicht zusammen: Auf der einen Seite hebt man in Homburg nun endlich einen Jugendbeirat aus der Taufe, damit junge Menschen eine Stimme bekommen. Auf der anderen Seite kürzt man den Jugendzentren das Geld. Auch, wenn den Verantwortlichen in der Stadt da ja durchaus das Herz bluten mag. Das ist erst einmal bitter. Solche Zentren sind wichtig. Immerhin hat man sie vor vielen Jahren auch deswegen auf den Weg gebracht, weil man wusste: Wer eine bessere Gemeinschaft und letztlich mehr Sicherheit in einer Stadt möchte, der muss auch auf die Kinder und Jugendlichen schauen, muss sie und ihre Probleme kennen, diese ernst nehmen und nach Lösungen suchen. Man wollte Angebote dort schaffen, wo es Jugendliche nicht so leicht haben, mitten in den Stadtteilen. Damit sie nicht auf der Straße rumgammeln, sondern auf sie zugeschnittene Orte finden, an denen sie gerne sind, die ihnen gefallen – mit Menschen, zu denen sie Vertrauen haben, die aber auch genau wissen, was sie tun müssen, um ihnen zu helfen. Die auch Grenzen ziehen. Das hat man mit den Jugendzentren hinbekommen, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle mal gerumpelt hat.

Das alles firmiert gemeinhin unter dem Begriff „Prävention“, ein durchaus weites Feld. Nun also der Schritt zurück, natürlich mit erzwungen durch die finanzielle Notlage, in der Homburg steckt. Dabei wäre eigentlich genau das Gegenteil angesagt. Corona und die verordneten Maßnahmen haben Kindern und Jugendlichen schwer zugesetzt – und zwar gerade denjenigen, die aus einem sozial schwierigem Umfeld kommen, den anderen aber auch. Sie haben Rückstände in der Schule zu verkraften, weil ihnen das Elternhaus nicht helfen kann. Junge Menschen klagen über psychische Probleme, Vereinsamung, Zukunftsangst, sind frustriert. Viele fühlen sich im Stich gelassen, eigentliche bräuchte es da gerade mehr materielle Unterstützung für Projekte, die hier ansetzen – von allen Seiten, ein Aufholpaket allein wird es da nicht richten.

Bleibt nur zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen die Belange der Jungen nicht (wieder einmal) hinten anstellen, sondern ehrlich als Investition in die Zukunft begreifen. Sie sind schließlich – hoffentlich – die Wählerinnen und Wähler der Zukunft. Der Jugendbeirat wird viel zu tun haben.