Spaniol sieht "große Koalition" im Stadtrat als Sinnbild für Stillstand

Spaniol sieht "große Koalition" im Stadtrat als Sinnbild für Stillstand

Homburg. Nachdem es vor einem Jahr die Gaststätte im Sportzentrum Erbach für den Neujahrsempfang war, fuhren die Linken Homburg diesmal größer auf und wesentlich weniger rustikal. In den mit Oskar-Lafontaine-Plakaten aufgerüsteten Homburger Saalbau hatte die Partei gestern Abend gebeten, bei Schnittchen, Wasser, Saft, Cola, Bier und Prosecco mit Aperol an rot bezogenen Stehtischen

Homburg. Nachdem es vor einem Jahr die Gaststätte im Sportzentrum Erbach für den Neujahrsempfang war, fuhren die Linken Homburg diesmal größer auf und wesentlich weniger rustikal. In den mit Oskar-Lafontaine-Plakaten aufgerüsteten Homburger Saalbau hatte die Partei gestern Abend gebeten, bei Schnittchen, Wasser, Saft, Cola, Bier und Prosecco mit Aperol an rot bezogenen Stehtischen.Geschuldet war dieser Rahmen der Tatsache, dass nicht nur zum klassischen Neujahrsempfang geladen wurde, sondern recht kurzfristig auch zum Auftakt für den Landtagswahlkampf. Das brachte dann trotz Schnee jede Menge Publikum und dazu Linken-Prominenz nach Homburg: den Fraktionschef im Landtag und Spitzenkandidaten, Oskar Lafontaine, samt Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht, die stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei ist. Beide widmeten sich nach ihrem heftig beklatschten Einmarsch in den Saal dann aber eher bundes- beziehungsweise landespolitischen Themen.

Es war an Barbara Spaniol, der Fraktionsvorsitzenden in Homburgs Stadtrat und Landtagsabgeordneten, im Vorfeld des Empfangs im Gespräch mit unserer Zeitung das tiefer aufzugreifen, was die Stadt unmittelbar betrifft. Stillstand macht Spaniol an vielen Stellen aus - und das Sinnbild dafür sei die "große Koalition aus SPD und CDU im Stadtrat".

Viel Kritik hagelte es am geplanten Einkaufszentrum auf dem Enklerplatz. Das sei ein riesiger Kasten, das Konzept des möglichen Investors sei schon fast wieder überholt. "Das hätte vor 20 Jahren kommen müssen." Homburg sei umzingelt von Einkaufszentren. "Es muss eine Lösung kommen, aber im kleineren Rahmen", unterstrich sie. "Wir werden nicht mehr Kaufkraft generieren können. Das sehen auch viele Fachleute so", sagte Spaniol. Die Linke setze daher auf eine Vielfalt von kleinen Geschäften, eine Knochenlösung mit zwei Magneten an den Enden der Talstraße. Zudem sei mehr Transparenz und ein geordnetes Verfahren nötig. Deshalb bleibe sie bei den Forderungen nach einem runden Tisch, plädiere für offenen Diskussionen und für eine klare Linie, wie es mit der Stadt weitergehen soll. Zudem warte sie auf die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zum Stand der Planung und zum Raumordnungsverfahren.

Ihre weiteren Themen gehören zu den Dauerbrennern der Homburger Kommunalpolitik. Beim Freibad beziehungsweise dem Neubau eines Kombibades warf sie den Verantwortlichen der Stadt vor, dass keine Lösungen geprüft worden seien, um die Freibadschließung zu verhindern. Zudem hätte sie sich wenigstens einen attraktiveren und kostenlosen Bustransfer zu umliegenden Bädern gewünscht. Weiter stark mache sich die Partei für eine Wiederbelebung der Bahnstrecke Homburg - Zweibrücken. Zudem müsse es eine Vier-Ohren-Lösung beim bestehenden Autobahnanschluss geben. Ansonsten gehörte der Abend dem Landtagswahlkampf - und der Firma Holunder mit musikalischen Warmmachern, wie "Wenn nicht jetzt, wann dann" oder "La Bamba". ust

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