Soviel Zuspruch gab's noch nie

Die Chorauswahl war offensichtlich perfekt: Das Neujahrskonzert des saarländischen Chorverbandes hatte mehr Besucher denn je. Die 650 Sitzplätze sind St. Andreas reichten bei weitem nicht aus.

Da herrschte am Sonntagnachmittag bei Frank Vendulet und Christina Weyers als Verantwortlichen des Kreis-Chorverbandes Homburg schier ungläubiges Staunen: Anlässlich des Neujahrskonzerts des Saarländischen Chorverbandes gab es im Kirchenschiff von St. Andreas in Erbach buchstäblich keinen freien Platz mehr, wer "Glück" hatte, fand noch einen einigermaßen passablen Stehplatz. Frank Vendulet, der Vorsitzende des Kreis-Chorverbandes: "Mit einem solch großen Zuspruch haben wir nicht gerechnet. Normalerweise haben wir bei einem solchen Neujahrskonzert um die hundert Gäste. Ich kann nicht nachvollziehen, warum diese Veranstaltung gerade in Homburg so zieht."

In Zahlen bedeutete das von Vendulet beschriebene "ziehen", dass deutlich mehr als die eigentlich möglichen 650 Gäste den Chorreigen genießen wollten, "wir haben die Kirche tatsächlich überfüllt. Das ist sensationell gut!" Dass dieser Andrang vor Beginn des Nachmittags bei den Organisatoren für echten Stress sorgte, nahm Vendulet gerne in Kauf. "Lieber Stress und eine gute Werbung für den Chorgesang als alles andere." Vor dem Hintergrund vieler aufgebender Chöre gefragt, woher dieses große Interesse herrühre, äußerte Vendulet die Vermutung, dass "es im Moment einfach danach aussieht, dass die Menschen eher am Zuhören als am aktiven Mitsingen interessiert sind." Als Grund für die große Resonanz auf den Konzertnachmittag vom Sonntag nannte Vendulet aber auch die gelungene Auswahl von Chören aus dem Kreis.

Und auch diese Chöre selbst - Sing 'n' Swing, der Bexbacher Schubert-Chor, der saarländische Frauenchor, der Chor des Chorleitungsseminars 2015 und der Gospelchor des Johanneums - sorgten mit ihrer Stückauswahl dafür, dass sich der Abend für die Ohren lohnte. Und das gleich von Beginn an. So als Sing 'n' Swing unter der Leitung von Matthias Rajczyk zum Abschluss ihres Auftritts mit "O Fortuna" aus Carl Orffs Meisterwerk "Carmina Burana" das Kirchenschiff von St. Andreas zum Vibrieren brachte. Alleine diese Minuten zeigten eindrucksvoll, welche Kraft der Chormusik innewohnt, wie sehr sie berühren kann. Eine andere musikalische Farbe wählte der Bexbacher Schubert-Chor mit Schuberts "Ave Maria, gratia plena", zwei Werken von Hugo Wolf und Gabriel Faurés "In paradisum deducant angeli", alle im Arrangement des Chorleiters Paul O. Krick.

Einen ersten Fingerzeig hin zum großen Finale und dem damit verbundenen gemeinsamen Auftritt aller Chöre des Sonntags gab es danach beim kooperativen Auftritt des Schubert-Chor zusammen mit dem saarländischen Frauenchor, auf dem Liedblatt: "Denn er hat seinen Engeln befohlen" von Felix Mendelssohn-Bartoldy.

Moderiert wurden diese und die noch folgenden Auftritte von Thomas Schmitt , dem Vize-Präsidenten des Saarländischen Chorverbandes. Und auch Schmitt zeigte sich von der Resonanz des Publikums auf das Neujahrskonzert seines Verbandes überrascht. In Richtung des Publikums sagte er: "Sie sehen mich heute überwältigt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ein Neujahrskonzert des Saarländischen Chorverbandes einmal einen solchen Zuspruch gefunden hat."

Er entschuldigte sich bei all denen, "die nun keinen Sitzplatz mehr gefunden haben. Alles was möglich war, hat die Pfarrgemeinde noch möglich gemacht. Und ich glaube, alle verfügbaren Stühle der weiteren Umgebung sind jetzt hier in der Kirche."

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Chöre des Neujahrskonzertes des Saarländischen Chorverbandes in der Erbacher Kirche St. Andreas: Der Chor Sing 'n' Swing aus Bruchhof-Sanddorf unter der Leitung von Matthias Rajczyk, der Bexbacher Schubert-Chor unter der Leitung von Chor-Musikdirektor Paul O. Krick, der saarländische Frauenchor unter der Leitung von Marion Wildegger-Bitz, der Chor des Chorleistungsseminar 2015 des Saarländischen Chorverbandes und der Gospelchor des Johanneums unter der Leitung von Pia Maria Herrmann. thw