Programm im Überblick Leonard Cohen, Chansons, bretonischer Folk – das bietet die Sommerkonzert-Reihe „Kultur im Museum“ in Homburg

Schwarzenacker/Jägersburg/Wörschweiler · Die kleine, aber feine Sommerreihe „Kultur im Museum“ hat ihre treuen Fans. Sechs Konzerte werden an unterschiedlichen Orten gespielt. Am Donnerstag geht es an der Klosterruine Wörschweiler los. Ein Überblick über das Programm.

Roland Helm wurde schon als „Leonard Cohen aus Saarbrücken“ betitelt. Mit seiner Band und Sängerin spielt er am Donnerstag an der Klosterruine in Wörschweiler zum Auftakt  der Reihe „Kultur im Museum“ ein Programm mit Liedern des Weltstars.

Roland Helm wurde schon als „Leonard Cohen aus Saarbrücken“ betitelt. Mit seiner Band und Sängerin spielt er am Donnerstag an der Klosterruine in Wörschweiler zum Auftakt der Reihe „Kultur im Museum“ ein Programm mit Liedern des Weltstars.

Foto: Jean-M. Laffitau

Wechselnde Orte mit ihrem eigenen stimmungsvollen Flair, eher außergewöhnliche Musik und viel Herzblut: Das ist das Rezept für die Reihe „Kultur im Museum“. Diese ist in Homburg seit Jahrzehnten etabliert, und wenn auch der Sommer im Moment eher noch ein Katz-und-Maus-Spiel treibt, sie beginnt an diesem Donnerstagabend, 20. Juni.

Kulturamtsleiter Christoph Neumann und der Programmverantwortliche Norbert Zimmer sind in die Homburger Redaktion gekommen, um näher vorzustellen, was alles geplant ist: Insgesamt sind es sechs Konzerte bis Anfang September.

Plattform für Musik jenseits des Mehrheitsgeschmacks

Damit bleibt das Angebot diesmal komplett musikalisch. In früheren Jahren hatte es immer auch einmal kabarettistische Abende gegeben, doch Musik habe sich im Gros besser bewährt, erklären sie. Natürlich habe es auch mal volles Haus beim Auftritt von Comedians gegeben, etwa bei Daphne de Luxe, erinnern sie sich. Und es bedeute auch nicht, dass die Tür für Kabarett und Komiker für immer verschlossen wäre. „Das kommt eventuell wieder.“

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Foto: Thorsten Wolf

Doch in der Hauptsache sei die Reihe eine Plattform für Musik, die sich nicht unbedingt nach dem Mehrheitsgeschmack richte. „Wir beleuchten da jede Ecke, greifen unterschiedliche Stile auf“, erklärt Zimmer – von Jazz über Chansons bis zu Rock-Pop.

„Mit viel Liebe vorbereitet“

Das Format sei gut etabliert und beliebt, unterstreicht Neumann – und zusätzlich werde es mit „viel Liebe“ vorbereitet. Und auch für die aktuelle Auflage ist alles angerichtet.

Wie das so ist mit Veranstaltungen unter freiem Himmel, sind auch hier die Besucherzahlen stark abhängig vom Wetter, obwohl es Möglichkeiten bei Regen gibt. Passen die Temperaturen, bleibt es trocken, dann kommen viele, um zuzuhören, erklären sie. Schon immer sei der Ticketverkauf an der Abendkasse stark frequentiert gewesen. „Die Leute schauen in den Himmel und entscheiden dann, ob sie kommen.“ Es gebe „viele Stammkunden, Wiederholungstäter“, die das Ambiente der Orte schätzten. Selbstverständlich müsse auch die Musik passen. Aber da sehen sie sich auch diesmal richtig gut aufgestellt mit der Auswahl.

Ticketpreise sind seit Jahren stabil

Insgesamt kalkulieren sie mit einem Gesamtbudget zwischen 12 000 und 15 000 Euro. Die Ticketpreise seien dabei aber seit Jahren stabil geblieben.

Wie immer variiert die Reihe von Termin zu Termin die Konzertorte, insgesamt sind es drei, alle mit „musealem Charakter“ – und überall gebe es etwas zu sehen.

 Norbert Zimmer (links) von der Homburger Kulturgesellschaft und Kulturamtsleiter Christoph Neumann stellten das Programm der Reihe „Kultur im Museum“ in der Redaktion vor.

Norbert Zimmer (links) von der Homburger Kulturgesellschaft und Kulturamtsleiter Christoph Neumann stellten das Programm der Reihe „Kultur im Museum“ in der Redaktion vor.

Foto: Ulrike Stumm

Die Kulisse für den Auftakt und den Abschluss bildet die Klosterruine Wörschweiler. Ansonsten bleiben das Römermuseum in Schwarzenacker und die Jägersburger Gustavsburg Stammorte mit jeweils zwei Konzerten.

Das ist das Programm von „Kultur im Museum“ 2024

Egal, wo man nun zuhört: Überall sei für Getränke und Häppchen gesorgt. Für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, fahren zudem zwei Shuttlebusse auf den Klosterberg, wenn hier Termine anstehen. Die anderen Besucher erlaufen sich das Konzert sozusagen als Bonbon für den Aufstieg.

Wer hier oben ankommt, kann sich an diesem Donnerstag, 20. Juni, auf Roland Helm mit Band und Sängerin freuen. Sie werden die Musik des Künstlers Leonard Cohen in einem zweistündigen Tribute-Programm feiern – wie bereits im vergangenen Jahr.

Ansonsten stecken viele „Neue“ in den „Kultur-im-Museum“-Abenden. So bringt die Band Acoustic Colour aus Kaiserslautern „Jazziges, aber auch Pop- und Latin Perlen und weniger bekannte, wunderschöne Songs“ ins Römermuseum (4. Juli) mit. Sie haben, so kündigt Zimmer an, Stücke von ganz unterschiedlichen Künstlern im Repertoire, beispielsweise von Sting, Paul Simon, aber Zaz oder auch Al Jarreau.

Ebenfalls in der schönen Kulisse in Schwarzenacker, gespielt wird jeweils im Innenhof neben dem Edelhaus, ist das Trio Favari zu Gast (8. August). Mit dem gebürtigen Franzosen italienischer Abstammung Claudio Favari (Gesang und Gitarre), Hemmi Donnie (Klavier) und Kurt Landry (Schlagzeug) lässt es sich dort in deutsch-französische und anglo-lateinamerikanische Klangräume eintauchen.

In der Gustavsburg werden Spang & Schreiber (18. Juli) erwartet, dahinter steckt ein Trio aus Kontrabass (Thomas Schreiber), Gitarre (Peter Spang) und Bea Spang (Gesang). Sie werden Evergreens aus den vergangenen sechs Jahrzehnten neu interpretieren.

Außerdem gibt es im Burghof in Jägersburg Folklore mit An Erminig (22. August). Diese Gruppe habe man auch angesichts des 40. Geburtstags der Städtepartnerschaft zwischen Homburg und La Baule, gelegen an der französischen Atlantikküste, eingeladen.

Kenner wissen: Die Band werde immer von Tänzerinnen und Tänzern in bretonischen Trachten begleitet, die ihr zu den Auftritten nachfahren, erklären Zimmer und Neumann. Und deren Performance zu den Liedern der Formation aus dem Pays Nantais „stecke das Publikum immer an“.

Den Abschluss bestreitet am 5. September die Band Desperado mit einem Programm aus Klassikern der legendären kalifornischen Eagles. Die sechs Desperado-Musiker bekommen das „saugut hin“, seien sehr authentisch, betont Zimmer. Die Musik passe perfekt in das Ambiente der Klosterruine. Jetzt heißt es also nur noch auf laue Sommernächte hoffen – dann lässt es sich noch besser genießen.

Tickets für die Konzerte der Sommerreihe „Kultur im Museum“ sind erhältlich über den Anbieter Ticket-regional, online und in allen Vorverkaufsstellen, in der Homburger Tourist-Info am Kreisel, Talstraße 57, und an der Abendkasse. Einzelkarten kosten regulär zwölf Euro, ermäßigt neun Euro. Eine Familienkarte für zwei Erwachsene und ein Kind erhält man für 22 Euro. Bei Konzerten in der Klosterruine ist ein Shuttle-Service für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, ab dem Parkplatz der Firma Begra in der Ortsmitte eingerichtet. Weitere Infos erhält man bei der Tourist-Info, Telefon (0 68 41) 10 18 04.