Solisten genossen Bühnenpräsenz

Rund zwei Stunden sorgten die jungen Musiker des Johanneums für ein Neujahrskonzert mit großer musikalischer und instrumentaler Vielfalt. Fast alle Jahrgänge waren in den Klangreigen eingebunden.

Mit einem abwechslungsreichen Konzert begrüßten Schüler, Lehrer und Gäste des Gymnasiums Johanneum in Homburg am Donnerstagabend das neue Jahr. Zwei Stunden lang entführten die jungen Musiker fast aller Jahrgänge in die Klangvielfalt unterschiedlicher Instrumente - von Klavier über Streich- und Zupfinstrumente bis hin zu Holz- und Blechbläsern. Vom Frühbarock bis in die Moderne zeitgenössischer Komponisten standen neben deutschen Klassikern vielfach Russen und andere osteuropäische Musiker auf dem Programm.

Wie bei allen Konzerten, hatte der Kurs Musikneigung der Jahrgangsstufe zwölf eine professionelle, informative Moderation vorbereitet und geleitete die fast 150 Zuhörer souverän durch das anspruchsvolle Programm. Standen beim Weihnachtskonzert Chöre und Orchester auf der Bühne, genossen diesmal vorwiegend Solisten und Duos ihren Auftritt.

Christoph Manderscheid sang und spielte mit "Escape" eine eigene Komposition, die träumerisch dem Alltag entfliehen ließ. Elena-Maria Herrmann bewies ihr musikalisches Talent mit der ausdrucksvoll gespielten Allegro-Klavier-Sonate opu t14, Nr. 2, von Ludwig van Beethoven und mit einem bald sehnsuchtsvoll seufzenden, bald rasant wirbelnden "Csardas" des italienischen Geigers Vittorio Monti auf der Violine. Als Auftakt interpretierte akzentuiert die Querflötistin Lisa Mörschel das Charakterstück "Sandmännchen" des Spätromantikers Wilhelm Popp. Gleich mehrfach begeisterte auch die Cellistin Lena Knödel. Mit "Reverie" spielte sie ein träumerisches, schwingendes Werk des Cellisten Georg Goltermann.

Einen ähnlichen Wiegecharakter hatte auch die "Hirtenmusik", die sie als Trio mit der Querflötistin Selina Henze und Selina Simmet am Flügel aufführte. Weich und in schönster Harmonie schwang die Pastorale Opus 13, Nr. 4, des venezianischen Komponisten Antonio Vivaldi . Einen ganz anderen Charakter hatte das "Duo in re maggiore" von Joseph Haydn, der als "Vater der Symphonie" gilt. Diesen tänzerischen, polyfonen Dialog zwischen Violine und Cello führten die beiden Brüder Anton und Peter Voran. Auch mit Louisa und Lorena Florsch standen Geschwister auf der Bühne. Die beiden Schwestern überraschten mit der Klangvielfalt, die sie ihren Gitarren entlockten. Zunächst entführten die spanisch orientierten Klänge des zeitgenössischen brasilianischen Komponisten und TV-Stars Celso Machado mit ihren Samba-Anklängen in südliche Gefilde. Mit dem polyfonen "Canon in d" des Barockkomponisten Johann Pachelbel entlockten sie ihren Zupfinstrumenten die barocke Klangpracht. Gefühlvoll ließ Niclas Krupp die Promenade und das "Alte Schloss" aus "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgskij erklingen. Als Kontrast folgte Dinah Grun mit einer rasanten Scherzo Tarantelle Opus 16 von Henrik Wieniawski auf der Geige. Entsprechend ausdrucksstark und lebhaft interpretierte ihre Schwester Naemi den Vivace-Satz von Sergei Prokofjews zweite Sonata.

Sarah Langenstein sorgte mit dem rhythmisch brillanten und jazzig-leichtfüßigen "Boogie Woogie meets Frankie & Johnny" von Gerald Martin für beste Laune. Dies gelang zum Abschluss auch der Cantina-Band, die mit einem "glücklichen" Star-Wars-Titel" das gelungene Konzert beendete.