So schön kann Schöpfung sein

Kirkel. "Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht

Kirkel. "Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht." Das erste Buch Mose, die Schöpfungsgeschichte, ist mit diesen Worten das, was derzeit einer beeindruckenden Ausstellung der Fotogruppe Blende 11 im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel inhaltlichen Zusammenhalt gibt: schöpferische Fotografie als Hommage an die Schönheit der Schöpfung. Gerhard Grimm (Saarbrücken), Steffen Jung (Mandelbachtal), Anna Kohl (Blieskastel), Rainer Müller (Bechhofen), Theresia Müller (Bechhofen), Joachim Schmitt (Spiesen-Elversberg), Norbert Weber (Waldmohr) und Klaus Wessela (Dudweiler), seit 2011 als Fotogruppe Blende 11 Saar ein national und international erfolgreicher Zusammenschluss von Fotografen, greifen in ganz unterschiedlichen Bildsprachen das Thema der Genesis, der Schöpfung, auf.

Das Spannende: Auch wenn der Titel der Ausstellung Sakrales im Bilde vermuten lässt, so ist es vielmehr die allgegenwärtige Schönheit der Schöpfung, durchaus angesiedelt im Alltäglichen und veredelt im Blick kompetenter Fotografen, die den Charakter der Ausstellung prägen.

Das Praktische: Wer sich nicht mit der biblischen Schöpfungsgeschichte befassen möchte, kann einfach "nur" die fotografische Leistung der Ausstellenden bewundern. So oder so, die Gemeinschaftsausstellung "Genesis" der Fotogruppe Blende 11 Saar kann sich im besten Sinne sehen lassen. Das würdigte auch Klaus-Peter Czwikla, Probst der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, in seiner Laudatio. Erwartungsgemäß ging Czwikla den Weg über die biblische Genesis hin zum inhaltlichen Zentrum der Ausstellung, als Ausgangspunkt aber wählte er den alltäglichen Gebrauch dieses griechischen Wortes für Schöpfung. Mit Blick auf Autos oder Herrenhosen mit der Bezeichnung "Genesis" sagte Czwikla: "Ich finde es bemerkenswert, welche Faszination diesem Begriff offenbar eigen zu sein scheint." Dabei gehe es bei der Genesis eben um die Schöpfung von etwas Neuem. Und hier schlug Czwikla dann die inhaltliche Brücke hin zur Fotoausstellung, "denn auch ein Foto ist eine Schöpfung und fotografieren ein schöpferischer Vorgang - so wie es uns die hier ausgestellten Bilder lehren werden." Dabei seien die Arbeiten der Fotogruppe Blende 11 nicht schlicht Abbildungen, sondern Werke, "denen ein bildgebender und damit schöpferischer Akt vorausgegangen ist". Erwin Irmisch, der Leiter des Bildungszentrums der Arbeitskammer, nannte die ausgestellten Werke "großartig" und zitierte die Fotogruppe selbst so: "Die Genesis beschreibt in der Bibel die Erschaffung der Welt in sieben Tagen. Dies animiert dazu, im Sinne von ,sieben Tage - sieben Bilder' dieses Thema fotografisch zu interpretieren."

Wie sich diese Interpretationen von klassischer Fotografie bis zur Abstraktion präsentieren, zeigt das Bildungszentrum noch bis Ende Juni. Irmisch: "Es war kein Wagnis, das Haus für rund drei Monate mit diesen Werken zu schmücken. Und die Besucher werden die Möglichkeit haben, die Ausstellung so positiv wahrzunehmen, wie ich es selbst getan habe."