1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

So bereiten sich die Menschen in Homburg, Bexbach, Kirkel auf Ostern vor

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona und die Feiertage : Hausgottesdienst und Eiersuche: Ostern feiern in der Corona-Krise

Den Oster-Gottesdienst erleben die Menschen diesmal zu Hause am Bildschirm oder im Radio. Beim Essen setzen sie zwar auf Traditionelles wie Lamm, doch die Großeltern sitzen diesmal nicht mit am Tisch.

Eines ist schon mal klar: Ostern wird dieses Jahr vollkommen anders: Kein gemütliches Eiersuchen mit den Großeltern, kein Zusammensitzen an der gedeckten Tafel mit Geschwistern, Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen. Aus dem stilvollen Restaurantbesuch wird genauso wenig wie aus dem Kurztrip in den Osterferien in andere Städte, in den Süden oder ins Ferienhaus im nahen Frankreich, und auch der Tagesausflug im Saarland fällt eher aus: An beliebten Zielen sind Parkflächen und Wege gesperrt, die Polizei wird die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung kontrollieren.

Viele trifft es besonders hart, dass auch der gemeinsame Gottesdienst in der Kirche oder im Freien gestrichen ist. Die Corona-Krise hat die Menschen auch an den Feiertagen fest im Griff. Und bislang weiß noch niemand, wie es danach weitergehen wird.

Auch der Ostereinkauf fällt diesmal in gewohnter Form flach. Gemütliches Herumstöbern auf diversen Kunsthandwerkermärkten oder beim Stadtbummel ist nicht möglich. Online geht da einiges, gerade auch lokal.

Die gute Nachricht: Auf die festliche Tafel, das Osteressen, muss man nicht verzichten. Allerdings muss der Einkauf diesmal noch genauer geplant werden. Darüber hinaus muss man mit Wartezeiten rechnen: Die Metzgereien lassen – so wie andere Geschäfte der Grundversorgung – immer nur zwei, höchstens drei Kunden in die Räume. Da bilden sich draußen oft längere Schlangen – vor Wochen noch ein unvorstellbares Bild. Von einem anderen Einkaufsverhalten berichtet etwa Armin Scheidhauer von der gleichnamigen Metzgerei in Homburg. Die Leute seien schließlich zu Hause. Die Nachfrage sei schon groß, Lamm- und Kalbfleisch würden vor Ostern deutlich mehr gekauft. Das Anstellen habe sich aber sehr gut eingependelt. Was er deutlich spüre: den Einbruch bei seinem Partyservice, die fehlenden Lieferungen an Restaurants. Sabine Petermann berichtet ebenfalls von langen Schlangen vor der Metzgerei des Ehepaars in Oberwürzbach. Das Verhalten der Kunden sei anders: Es sei viel später vorbestellt worden. Der Renner auch hier: Lamm und Kalb. Dieter Schwitzgebel setzt bei seiner Metzgerei in Einöd ohnehin auf Regionalität mit hoher Qualität und feste Lieferanten. Er habe viele Stammkunden. Es seien zahlenmäßig nicht mehr Käufer, die derzeit kämen, aber sie verteilten sich anders. Die Einkäufe fielen jeweils größer aus, da die Menschen derzeit nicht mehr so häufig einkauften. Da Vorbestellungen vorbereitet werden, gebe es einen schnelleren Durchlauf im Geschäft selbst. So dauert es für die draußen Wartenden nicht zu lange. Was zu kurz komme: das ausgedehnte Fachgespräch. Derzeit sei auch das Grillen ein Thema, ansonsten verkaufe er „klassische Ostersachen“. Allerdings sei beispielsweise das Bliesgauweide­lamm nicht nur an den Feiertagen gefragt.

Ostern ist vor allem eines der wichtigsten christlichen Feste – und da Gottesdienste nicht gemeinsam gefeiert werden dürfen, müssen die Kirchen ausweichen. Sie tun das auf eine sehr vielfältige Art und Weise, Angebote reichen von online- und Rundfunk-Gottesdiensten ohne Beteiligung der Gemeinde über die Anleitung zu Hausgottesdiensten bis zu Impulsen, Dankesbriefen, Ideen für die Familien. Auch im Fernsehen werden Feiern übertragen. Aus der protestantischen Stadtkirche Homburg wird etwa ein Rundfunkgottesdienst gesendet, der von 10.04 Uhr bis 11 Uhr über SR 2 Kulturradio sowie den Deutschlandfunk empfangen werden kann. Aus dem Speyerer Dom werden mehrere Live-Gottesdienste gestreamt. Es gibt noch viele weitere Angebote. Die Informationen dazu findet man im Einzelnen auf den Internetseiten (wir berichteten, siehe auch Infobox). Hier steht zudem, wann Kirchen für ein persönliches Gebet (allein) geöffnet sind. Wer selbst aktiv sein möchte, der findet hier ebenfalls Anregungen, ein Beispiel: Kirchenmusiker planen für Ostern einen „Auferstehungsflashmob“ mit Trompeten und Posaunen von Balkons oder Fenstern herab. Was das bedeutet? Angesichts der Corona-Krise seien Bläser, Sänger und Organisten eingeladen, an Ostersonntag, 12. April, um 10 Uhr nach dem Glockenläuten das Osterlied „Christ ist erstanden“ erklingen zu lassen, heißt es in einem Aufruf.

Seit längerem gibt es die Aktion „Licht der Hoffnung“, die weite Kreise gezogen hat. Die Kirchen laden abends um 19 Uhr dazu ein, eine brennende Kerze ins Fenster zu stellen zum Gebet, zur persönlichen Andacht. Dazu läuten die Glocken.