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Sicherheit wird ganz groß geschrieben

Sicherheit wird ganz groß geschrieben

Beim Reitverein Einöd werden junge Interessierte auf eine mögliche Ausbildung als Trainer-Assistent vorbereitet.

"So, jetzt jongliert Ihr mal mit den Bällen in Euren Händen, werft sie abwechselnd ein paar Zentimeter hoch und fangt sie wieder auf", kommandierte Lara Lauer. Gehorsam folgten die drei Reiter dieser Aufforderung. Von Helfern wurden sie im Schritt durch die Reithalle des RV Einöd geführt, damit sie sich ganz auf sich, ihren Körper und ihre Bewegungen konzentrieren konnten.

"Sitzübungen" hatte die A-Trainerin Birgit Hohlweg diesen Teil der praktischen Ausbildung genannt. Die Sportpädagogin, zugleich Sportwartin des Vereins, bereitete am Wochenende sieben Interessierte zwischen elf und 22 Jahren auf eine mögliche Fortbildung als Trainer-Assistenten vor. "Dabei geht es darum, das Lehren zu erlernen, um Reitlehrer und Reiter kompetent und vielfältig unterstützen zu können", erklärte Hohlweg. Mit ihrem eigenen Wissen seien die jungen Menschen dann auch Vorbilder im Reitbetrieb. Dabei stand unter anderem das Thema "Sicherheit" im Mittelpunkt. Deshalb habe sie auch junge, engagierte Vereinsmitglieder wie die elfjährige Lara Lauer eingeladen, obwohl Trainer-Assistenten 16 Jahre alt sein müssten.

So wie Charise Basquitt. Sie will sich jetzt ausbilden lassen, weil ihr das Reiten, aber auch das Helfen und die Arbeit mit dem Nachwuchs großen Spaß machen. Gleich am ersten Tag überwachte die kleine Gruppe, wie zwei Erstklässler vor dem Longenunterricht ihre Ponys putzten. "Wir haben ihnen gezeigt, wie sie korrekt mit dem Striegel umgehen, was den Pferden wehtun kann, wie man sicher putzt und wo es besonders sauber sein muss, nämlich in der Sattel- und Gurtlage", beschrieb Carina Bentz (12). In einem vielfältigen Parcours führten die Helfer ihre Pferde durch Hütchenslalom und über Stangen.

"Dabei lernt man auch ganz viel für sich selbst, um es dann weiter zu geben", stellten sie fest. Ein Ziel, das alle verfolgen, um sich zu entwickeln und noch besser zu werden. So lernen sie auch, beim Aufsitzen zu helfen oder die Länge der Steigbügel passend einzustellen und die richtige Handhaltung zu erklären. Bei den Sitzübungen erspürten sie selbst die Wirkung und verbesserten spielerisch ihr Gleichgewicht und ihre Beweglichkeit. "Das Führen ist gut, um ein enges Vertrauensverhältnis zum Pferd aufzubauen", wusste Julia Friedrich (14), die bereits mittwochs beim Zwerge-Reiten Ponys führt. Die Teilnehmer waren begeistert, auch vom theoretischen Unterricht, und auch Birgit Hohlweg sehr zufrieden mit dem Wochenende.

Sie weiß: "Wir brauchen kompetenten, engagierten Nachwuchs in jedem Verein und in der Pferdeszene überhaupt, Jugendliche und junge Erwachsene, die Spaß haben und sich gerne einbringen." Deshalb habe sich der Verein auch um die Ausrichtung des Assistenz-Trainer-Lehrgangs im Frühjahr beworben. Die Antwort des saarländischen Pferdesportverbands stehe noch aus.

Erstmals versammelte die Pädagogin auch Eltern der zahlreichen Einöder Reitschüler zu einer Informationsveranstaltung. Sie erklärte unter dem Motto "Wert Pferd" Sicherheitsbestimmungen, die richtige Kleidung, den Ablauf in einem Reitbetrieb: Die Reiter sollten bereits 30 Minuten vor Beginn der Reitstunde im Stall sein, um ihr Pferd zu putzen und aufzusatteln. Der Umgang mit dem Lebewesen Pferd sowie in der Gemeinschaft fördere die sozialen Kompetenzen.