Show Moving Shadows im Homburger Saalbau

Theatergastspiele : Schattenspiele in rasanter Folge

Bei den Theatergastspielen im Homburger Saalbau wagte man diesmal etwas Neues: Die Schattenshow „Moving Shadows“ bot faszinierende Bilder und erntete viel Applaus vom begeisterten Publikum.

Das Schattenspiel ist eine uralte Kunst, die wahrscheinlich in China entstanden ist. Schon im Kerzenschein brachten es die alten Chinesen wohl fertig, die Silhouetten von Tieren oder Gegenständen als Schatten an die Wand zu werfen. Das heutige Schattentheater, wie es am Donnerstag im Saalbau aufgeführt wird, hat natürlich ganz andere technische Möglichkeiten. Allein dass man starke Lichtquellen verwenden und auch Hintergrundbilder zu den Schatten auf die Leinwand projizieren kann, sorgt für mannigfaltige Möglichkeiten.

Diese wurden von der Artistengruppe „Die Mobilés“ wunderbar genutzt bei ihrer Show „Moving Shadows“. Zunächst kamen die acht Tänzerinnen und Tänzer von der Seite mit Taschenlampen bestückt in den dunklen Saal und zeigten ein paar Tierfiguren, wie sie vielleicht jeder schon mal probiert hat. Dann aber ging die wilde Reise um die ganze Welt los: In China fraß der Panda seinen Bambus, spielten die Menschen Pingpong oder liefen auf der Mauer entlang; für Indien bot sich natürlich die Darstellung einer Gottheit mit vielen Armen an, außerdem wurde das Taj Mahal gezeigt.

So ging es quer durch die Kontinente in rasender Geschwindigkeit. Dem Variantenreichtum schienen keine Grenzen gesetzt: Pferde und Zelte des Wilden Westens konnten ebenso durch geschickte Anordnung der Artistenkörper dargestellt werden wie ein Elefant und ein Nashorn in der afrikanischen Savanne. Eine kleine humoristische Einlage zeigte das Ensemble beim Thema Berlin: Da musste ein Flugzeug in der Luft abbremsen und wieder nach Hause fliegen – es gab leider keinen Flughafen.

Fast den längsten Part im Geografie-Teil der Show nahm Paris ein: Zum schönen Chanson von Jacques Dutronc, „Il est cinq heures, Paris s’éveille“, fuhren Menschen mit der Metro und wurden die Wahrzeichen Moulin Rouge, Eiffelturm und Triumphbogen dargestellt. Gerade als es etwas zu viel der Klischees wurde, als man den Eindruck hatte, die Mobilés wollten einfach nur beweisen, was alles mit dem Schattenspiel möglich ist, da begannen sie eine Geschichte zu erzählen. Nach einem tristen Tag im Büro lernt die weibliche Hauptfigur einen Mann in der Disco kennen. Die beiden verlieben sich und bekommen nach kurzer Zeit einen Jungen – ein typisches Beispiel dafür, wie es im Zeitraffer durch den Abend ging, manchmal hätte eine ruhige Sequenz durchaus gut getan. Das Kind wächst, die Familie fährt zusammen ans Meer, der Junge schläft in der Schule ein und träumt ein Märchen von einer bösen Hexe. Als junger Erwachsener gerät er auf einen psychedelischen Trip, und als er in aller Ruhe ein Bad nehmen will, findet er mehrere Beine in der Wanne. Aus dieser steigen dann auch noch diverse Figuren heraus.

Für die Darstellung des Absurden und eigentlich Unmöglichen eignet sich das Schattenspiel perfekt, das wurde spätestens hier klar. Special Effects wie im Kino waren dazu gar nicht nötig. Apropos Kino: Das war das nächste Thema der Show. Man sah den Sam aus Casablanca, wie er „As Time Goes By“ spielt, der Weißen Hai schwamm durch die Wellen und die Monty Pythons hingen am Kreuz. Natürlich durfte eine Variation des James Bond-Vorspanns nicht fehlen, dort wurde ja schon im Original mit Silhouetten gearbeitet.

Die knapp 500 Zuschauer spendeten immer wieder Zwischenapplaus, wenn ein Bild wirklich gut gelungen war. Was nicht unbedingt hätte sein müssen, war der Schnelldurchlauf am Ende der Show – die originale Abfolge der Sequenzen verlief ja ohnehin schon in rasantem Tempo. Als sich die Darsteller aber zu den Buchstaben von „Danke“ und sogar von „Homburg“ gruppierten, gab es dafür stehende Ovationen.

Christoph Krick aus Homburg sagte hinterher: „Es war grandios, die Darsteller hatten ein tolles Geschick für motorische Illusionen.“ Jederzeit noch einmal anschauen würde sich die Show Renate Sachse aus Schönenberg-Kübelberg: „Es war superschön, ich habe das zum ersten Mal live gesehen und war total überrascht, was für eine Leistung die gebracht haben und wie durchtrainiert die sind.“ Gabi Resch aus Waldmohr wusste vorher nicht, was sie erwartet, war aber danach sehr angetan: „Man war gut unterhalten und es war nicht langweilig.“

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