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Shoppingcenter kommt nicht nach Homburg

Shoppingcenter im Jahresrückblick : Shoppingcenter kommt nicht nach Homburg

Kurz vor dem Jahreswechsel springt der Investor ab. Die Rathaus-Affären beschäftigten auch 2018 die Öffentlichkeit.

Kurz vor Jahresende kam die Hiobsbotschaft: Es wird kein Shoppingcenter auf dem Homburger Enklerplatz geben. Der Investor, die Deutsche Immobilien-Gruppe mit Sitz im westfälischen  Düren, nimmt Abstand von dem Millionenprojekt in der Kreisstadt. Als Gründe gibt sie die anhaltende Blockade des Großprojektes – vor allem durch Gerichtsverfahren – an. Dass solchen Centern inzwischen aber auch der Internethandel schwer zu schaffen macht und deshalb nicht mehr so einfach zugkräftige Mieter gefunden werden, verschweigt die DI-Gruppe in ihrer Stellungnahme. Wie dem auch sei: Für die Stadt ist das Aus auf dem Enklerplatz ein Desaster. Viel hatte man sich versprochen, um der Einkaufsstadt einen kräftigen Schub zu geben. Daraus wird nun nichts. Dafür endet aber eine schier unendlich scheinende Hängepartie. Jetzt gilt es, nach vorne zu blicken – und vor allem die Fragen zu klären, ob der Enklerplatz weiter als Parkplatz genutzt werden kann und was mit den alten Gebäuden in der Eisenbahnstraße geschieht. Das Center kommt zwar nicht, was bleibt, ist aber viel Arbeit für die Stadtoberen und den Stadtrat.

Die beiden Letzteren schweben bei einem anderem Thema spätestens seit 2018 in höheren Sphären, Stichwort: Schlossberg. Der Stadtrat ist sich sicher, den Hausberg zum Tourismuszentrum ausbauen zu wollen – mit attraktiveren Höhlen, einem Baumwipfelpfad und vor allem – einem Aufzug. Gläsern soll er sein und über zwei Etagen führen – mit einem imposanten Ausblick...ja, wohin eigentlich? Nebensächlich, es gibt Geld von der EU, das man auch dringend benötigt, kostet das Projekt doch mindestens sieben Millionen Euro. Die Stadt verspricht sich einen Tourismusboom. Die Begeisterung in der Homburger Bevölkerung hält sich, sieht man einmal von der Altstadt ab, eher in Grenzen. Die nahe Zukunft wird es zeigen, 2021 sollen die Arbeiten beginnen.

Auch die Straßengroßprojekte beherrschten zeitweise wieder die öffentliche Diskussion im abgelaufenen Jahr. Und sowohl bei den Drei Ohren vor Reiskirchen, als auch entlang der geplanten B 423-Umgehung und der künftigen Ostanbindung in Erbach gibt es inzwischen so richtig Gegenwind aus der Bevölkerung. Kein Wunder, muss der neutrale Betrachter doch allmählich den Eindruck bekommen, dass von übergeordneter Stelle nicht nur geplant wird bis zum Sankt Nimmerleinstag, sondern auch, dass jeweils nicht gerade die beste Variante für die Region gewählt wird. Aber es wird geplant, und vielleicht kommt im Jahr 2019 ja die Erleuchtung. Aber hatten wir das nicht auch schon vor Jahresfrist gehofft?

Definitv ein Ergebnis wird es 2019 in der für Homburg unerfreulichsten Geschichte derzeit geben, dem Verfahren gegen den aktuellen Oberbürgermeister und dessen Vorgänger. Beide stehen ab Ende Januar vor Gericht. Bei Rüdiger Schneidewind (SPD) geht es wegen der Detektivgeschichte um „Untreue im Amt zu Ungunsten der Stadt“, bei Karlheinz  Schöner um Untreue und Betrug.

Die Stadt hat seit Herbst schließlich einen neuen Bürgermeister. Michael Forster folgte auf Klaus Roth (beide CDU). Roth sollte ursprünglich noch einmal wiedergewählt werden, doch auch gegen ihn ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft wegen Untreue und Betrug im Amt. Hier steht noch nicht fest, ob und wann die Angelegenheit vor Gericht landet. Fest steht aber schon jetzt, dass auch das kommende Jahr für Homburg spannend und turbulent sein wird. Mit besagten Gerichtsverhandlungen vor dem Landgericht. Und dann stehen noch die Kommunalwahlen an – wie überall im Land.