Shisha-Bars in Homburg: Stadt erlässt Allgemeinverfügung

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Fällen von Vergiftungsgefahr : Homburg erlässt strengere Regeln für Shisha-Bars

Betreibern drohen ab sofort hohe Strafen, wenn sie gegen Auflagen verstoßen.

Shisha-Bars in Homburg müssen sich nach erheblichen Mängeln bei Kontrollen auf strengere Regeln einstellen. Die saarpfälzische Kreisstadt hat wegen der negativen Erfahrungen der vergangenen Monate als erste Kommune im Saarland eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen, die Auflagen für die Betreiber regelt.

Diese Vorschriften habe das Ordnungsamt in Zusammenarbeit mit der Landesregierung, der Polizei, dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (Lua) und der Unteren Bauaufsicht erarbeitet. Vorbilder dazu gebe es bereits in Baden-Württemberg. Darin seien alle Vorgaben festgehalten, was den Umgang mit Wasserpfeifen (Shishas) betrifft. Darunter ist auch klar geregelt, was Lüftungsanlagen leisten müssen. Zudem wird festgelegt, wie Shisha-Kohlen abzubrennen und wo Feuerlöscher aufzustellen sind.

So gilt ein Wasserpfeifen-Verbot in Gaststätten. Auch Minderjährige dürfen sie nicht in der Öffentlichkeit nutzen. Dagegen sei zuletzt mehrfach verstoßen worden, meldet ein Stadtsprecher. Sogar eine Strafzeige habe es gegeben, nachdem ein Besucher einer Shisha-Bar mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ins Krankenhaus musste. Das geruchlose Gas entsteht beim Rauch der Wasserpfeifen. Es ist giftig und kann bei entsprechender Konzentration zum Tod führen.

Wer gegen diese neue Allgemeinverfügung verstößt, muss mit bis zu 2000 Euro Zwangsgeld rechnen.

Mitte März hatte das städtische Ordnungsamt mit Vertretern von Zoll und Feuerwehr Konzentrationen in einem Lokal gemessen, die um ein Vielfaches über dem Grenzwert gelegen haben sollen. Die Verantwortlichen räumten gemeinschaftlich mit der Polizei den Laden, worauf das Publikum und der Betreiber mit Unverständnis reagiert haben sollen. Eine Belüftungsanlage war gar nicht in Betrieb. In einem anderen Fall waren die Notausgänge verschlossen.

Nach Angaben der Stadtverwaltung auf ihrer Internetseite soll es in Homburg aktuell fünf Shisha-Bars sowie vier Verkaufsstellen geben. Allerdings gebe es zahlreiche Anträge auf Neueröffnungen. Die jedoch hätten zumeist wenig Ausblick auf Erfolg, da die räumlichen Bedingungen nicht erfüllt würden.

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