Sechs Kois fürs Kombibad

Aus der Tüte in die Wanne und dann in den Teich: Sechs Kois schwimmen seit Freitag im Homburger Kombibad. Sie wurden wurden von verschiedenen Paten gestiftet.

Sechs Kois fürs Kombibad
Sechs Kois fürs Kombibad
 In mit Wasser gefüllten Plastiksäcken wurden die sechs Kois in Kisten transportiert, dann ging's ab in die Plastikwanne, um sich ans hiesige Wasser zu gewöhnen. Fotos: Stumm/SZ-Redaktion
In mit Wasser gefüllten Plastiksäcken wurden die sechs Kois in Kisten transportiert, dann ging's ab in die Plastikwanne, um sich ans hiesige Wasser zu gewöhnen. Fotos: Stumm/SZ-Redaktion

Zuerst stehen nur drei Kisten mit fremden Schriftzeichen und mit dem Hinweis versehen, vorsichtig damit umzugehen, im Saunateil des Homburger Kombibades Koi. Zu dem gehört eine Wiese mit Becken und eben auch ein Teich - der soll an diesem Freitagmorgen bezogen werden. Sechs Kois, Namensgeber des Homburger Kombibades, sollen hier einziehen. Die Fische , eine Zuchtform des Karpfens, haben sich einen ziemlich kühlen Morgen dafür ausgesucht. Kälte macht aber nichts, sagt Andreas Maas, Koi-Experte aus Saarlouis, auch im Winter könnten sie draußen bleiben, bis fünf/sechs Grad Celsius kann man sie noch füttern, wird's kälter, dann gehen sie in eine Ruhephase - "wie Karpfen in der Natur" seien sie, nur eben etwas anfälliger.

Jetzt wird aber erst einmal ausgepackt: In den Kisten sind Wassertüten, in denen die Kois schwimmen. Sechs sind es insgesamt, unterschiedlich groß etwa zwischen 25 und 65 Zentimetern, und zwischen zwei und dreieinhalb Jahren alt. "Sie werden noch ein gutes Stück größer", sagt Maas. Alle wurden gestiftet - und wer für wen Pate steht, ist auf einem Schild am Teichrand zu sehen - samt Fotos der sechs Fische . Die Betreuung, das Futter fallen in die Verantwortung des Bades. Hansi Bernd und seine Frau Christiane sind ein Stifterpaar. Sie haben einen Koi bezahlt, etwa 400 Euro habe der gekostet. Er habe sich schon im Stadtrat "schwer eingesetzt" für das neue Bad. Das mit den Kois sei eine spontane Idee gewesen, sagt Bernd. Er habe auch den Kontakt mit dem Koi-Fachmann gehalten. Er selbst, sagt Bernd, besitzt zu Hause nur Goldfische . Koi-Experte Maas hat mittlerweile die Fische in blaue Wannen umgesetzt. Hier mischt sich das mitgebrachte Transport-Wasser mit dem aus dem Teich. Das Teichwasser sei "ein bisschen unterschiedlich von den Werten und den Temperaturen". Die Fische müssten sich nun daran gewöhnen, ungefähr eine halbe Stunde lang, erklärt er. Die sechs stammen alle aus Japan, wo Maas, einmal pro Jahr hinfährt, um für sein Geschäft Kois auszuwählen. 40 Stunden dauert der Transport für die Tiere, erst per Lastwagen, dann im Flugzeug. Die Kombibad-Kois sind weiß, weiß-rot und schwarz-weiß-rot-orange - die gängigsten Farben, erläutert Maas, obwohl es sie auch in allen anderen Tönungen von blau bis gelb gebe.

Inzwischen sind die Kois, die noch immer ihre Runden in den Plastikbottichen drehen, reif für den Sprung ins Teichwasser. Ganz einfach ist das nicht: Den sich meist windenden Fisch greifen, dann rüberheben, bis er aus der Hand ins Wasser , na ja, "schwuppt". Neben Maas selbst wagen sich Koi-Betriebsleiterin Sophie Ensenbach, Hansi Bernd und auch Schwimmmeister Arno Sachs an die Fische . Am Ende sind sie alle glücklich im Teich angekommen. Für Sachs, der sich um die Kois kümmern wird, gibt es noch Anweisungen zum Füttern: kleine Kügelchen aus Fischmehl mit Vitaminen und Eiweiß - davon erhalten die Kois einmal pro Tag einen halben Becher. Zudem bekommt er ein Thermometer, einen Testkoffer für die Wasser werte, alle 14 Tage zu ermitteln, und Lektüre in die Hand gedrückt. Die Kois scheinen den Teich zu akzeptieren, schwimmen hin und her, häufig alle nah aneinander, fast in einer Art Formation. Bad-Mitarbeiter und Gäste des Morgens zücken Handys, machen Fotos - und sind fasziniert: "Mensch, sind die schön!" Bleibt zu hoffen, dass ihnen kein Fischreiher zu nahe kommt, und dass Zufriedenheit, Glück, Harmonie und Erfolg - dafür sollen sie in ihrer Heimat Japan stehen - für sie wie fürs Bad gelten.