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Schulen und Kitas in Homburg organisieren nach Schließung Notbetreuung

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Schul- und Kitaschließungen : Noch muss viel organisiert werden

Nach der Schließung der Schulen und Kindergärten wegen der Coronakrise sind von Betreuung bis zum Lernen zu Hause noch viele Fragen offen.

Schulen zu, Kitas geschlossen, kein Training, keine Turnstunde, nichts. Montag ist der Tag eins, an dem für Eltern wirklich gar nichts mehr normal ist. Und für viele fühlte sich das irgendwie schon sehr viel länger so an. Denn auch am Wochenende war kein normales Programm. Spiele, Wettkämpfe, Kindertheater: alles abgesagt (zu den Veranstaltungen, die entfallen, siehe auch Seite C 2). Wer passt jetzt auf den Nachwuchs auf? Manche hatten zumindest die Frage schon klären können, ein Balanceakt zwischen Homeoffice, privater Betreuung und Urlaubstagen. Andere sind angewiesen auf die Notbetreuung, die jetzt angeboten werden soll.

Neben der Betreuung war zudem vielen noch ziemlich unklar, wie es denn jetzt weitergeht mit dem Lernen. Woher kommen die Aufgaben? Wann müssen sich die Kinder an den Schreibtisch setzen? Wie motiviert man sie, tatsächlich dran zu bleiben? Wer kontrolliert, ob es dann auch stimmt? Immerhin geht das erst einmal sechs Wochen so – die Schließung bis nach den Osterferien wurde angesichts der Coronakrise bekanntlich so beschlossen.

Darum ging es auch am Montagmorgen, an dem viele Details in den Kitas und Schulen besprochen werden mussten. In Sachen Aufgaben für die Zeit ohne Unterricht waren manche Einrichtungen bereits weiter als andere, hatten schon Wochenpläne verteilt oder digitale Plattformen zur Verfügung gestellt. Einheitlich lief das eher nicht: Digital sind die Schulen sehr unterschiedlich aufgestellt. Die Homburger Gymnasien hatten bereits am Freitag recht konkrete Vorstellungen von E-Mail-Versand bis Schul-Cloud (wir berichteten). Aber auch in Grundschulen schickte man die Schüler schon mit Aufgaben nach Hause.

In der Erbacher Luitpold-Grundschule hat man beispielsweise bereits am Freitag vieles geregelt. So wurden die Kinder mit Arbeitsplänen versorgt, hieß es von der Schule. Weitere Lerninhalte soll es über andere Kommunikationswege, etwa per E-Mail, geben. Außerdem sollen auf der Schul-Homepage Informationen bereitgestellt werden. Wie das mit der Kontrolle ist, stand hingegen am Morgen noch nicht fest. Teilweise seien die Blätter bereits so angelegt, dass eine Selbstkontrolle möglich sei. Zudem gebe es Lernprogramme, über die Kinder per Code von zu Hause einen Zugang bekommen. Eine solche Lese-App sei vorhanden, andere würden überprüft. Eventuell könnten Lösungsblätter auch auf die Internetseite gestellt werden – dies aber natürlich zeitversetzt. Klar sei, dass es dann, wenn die Schule losgeht, nochmals Kontrollen gebe, was gemacht wurde und ob es richtig ist. Natürlich hoffe man auf die Mithilfe der Eltern.

An der Langenäckerschule wird es ähnlich gehandhabt. Man arbeitet mit Wochenplänen, auf die man etwa über die Homepage zugreifen kann. Wie eine Kontrolle erfolgen könnte, war am Montagmorgen noch unklar, da seien im Moment die Eltern gefragt, sagt Schulleiterin Annabelle Herzog. Jeder Klassenlehrer überlege sich aber Möglichkeiten, wie Rückmeldungen und mehr erfolgen könnten.

Das große Thema Notbetreuung musste am Montag ebenfalls angegangen werden. Bekanntlich hat das Bildungsministerium dazu genauere Angaben veröffentlicht mit Vorgaben, wer sie in Anspruch nehmen darf. Diese richtet sich an einen sehr eingeschränkten Personenkreis, in erster Linie an die Eltern, die in der Daseinsvorsorge beschäftigt sind. Am Morgen hieß es erst einmal abwarten, Anträge sammeln – bis 15 Uhr konnten Eltern diese einreichen – und zur Entscheidung weitergeben. Bei der Luitpoldschule war die Nachfrage am Morgen noch relativ ruhig. Bei der Kita Arche Noah sprach Christel Remy von einem „mittleren Bedarf“. Man habe die Fragebögen zurückbekommen, sie seien bereits ans Jugendamt geschickt worden.

Denn einfach nur abgeben reicht nicht, es wird jeweils an einer zuständigen Stelle darüber entschieden, ob es für die Kinder eines Antragstellers eine Notbetreuung geben kann oder nicht. Zuständig seien für die Kindergärten das Kreis-Jugendamt, für die weiterführenden Schulen der Fachbereich Schulverwaltung beim Kreis, hieß es von der Pressestelle der Kreisverwaltung.

Bei den Grundschulen entscheidet das Schul- und Sportamt der Stadt Homburg. Am Nachmittag wurden auch hier die Anträge noch gesammelt. Dann werde gemäß der Prioritätenliste entschieden, wer eine solche Betreuung für sein Kind bekomme, hieß es von der Pressestelle. Alle Eltern würden informiert.

Es war also ein Tag, an dem zwar etliche Fragen beantwortet wurden, an dem aber auch noch viele offen blieben.