Schülerzahlen sind stabil

320 Schüler lernen an der Musikschule Homburg – daran hat sich durch den Umzug an den neuen Standort im Februar nichts verändert. Musikschul-Leiterin Carola Ulrich berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung auch über erweiterte Möglichkeiten und Angebote in den Räumen in Erbach.

Carola Ulrich ist die Leiterin der Musikschule Homburg.

Zwar hat das Jahr noch einen knappen Monat, doch die Zeit der Rückblicke beginnt so langsam. Für die Homburger Musikschule ging es 2015 aber nicht nur um schöne Töne. Gleich zu Anfang hieß es Kisten packen, so dass Mitte Februar, in den Fastnachtsferien, umgezogen werden konnte: vom baufälligen Gebäude in der Gerberstraße in die umgebauten Häuser an der Lappentascher Straße 100. Seitdem wird Kleinen und Größeren nun in der Schongauer Straße 1 - so die offizielle Adresse - beigebracht, wie man Flöte, Geige , Klavier und Co. spielt. Carola Ulrich, die Leiterin der Musikschule, fühlt sich wohl im neuen Zuhause der Einrichtung. Die Kommentare der Eltern - auch die von solchen, die bereits vorher an der Schule waren - seien "nur positiv". Dabei gab es lange massiven Widerstand gegen den neuen Standort. Konkret weiß sie lediglich von einer Familie, die direkt gesagt habe, dass sie wegen der Umsetzung der Schule kündige, sagt Ulrich.

320 Schülerinnen und Schüler nehmen in den neuen Räumen in Erbach Unterricht - genauso viele waren es auch am früheren Standort. Mit etwa 350 Schülern wäre die Musikschule mit der derzeitigen Anzahl an möglichen Stunden komplett ausgelastet, fügt sie hinzu. Die Räume ließen zwar mehr zu, denn einige seien noch ungenutzt, aber die Unterrichtsstunden seien gedeckelt, erläutert Carola Ulrich. 19 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an der Musikschule, vier davon in einem Honorarvertrag, die anderen nach dem Tarif für den öffentlichen Dienst - da könne man nicht einfach x-beliebig Stunden hinzunehmen. Durch die Honorarkräfte sei sie flexibler geworden, dass es diese hier jetzt gebe, sei nur möglich, da die Musikschule nun eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) sei. Wenn sie träumen darf, stellt sie sich vor, doppelte Schülerzahlen zu haben, und mit den Stunden nicht so begrenzt zu sein,

Dabei geht es aber eben auch um die Kosten. Grundsätzlich ist die Stadt Homburg 100-prozentige Gesellschafterin der Musikschul-gGmbH. Bei deren Gründung zahlte die Stadt eine Million Euro an Stammkapital ein, erklärt der städtische Kämmerer Ralf Weber. Zusätzlich wird von der Stadt ein Betriebskostenzuschuss übernommen. Der liege ungefähr bei 600 000 Euro pro Jahr, variiere aber, denn: Die Stadt übernehmen alle Kosten, die nach Abzug der Einnahmen, die von der Musikschule generiert werden, verbleiben, führt Weber aus.

Auch wenn die Musikschule noch Plätze frei hat: Einige Fächer sind überbelegt. Für Klavier und Geige gebe es Wartelisten, sagt Carola Ulrich. Bei anderen Instrumenten "könnten wir noch Schüler vertragen". Das ist zum Beispiel der Fall bei den Angeboten Klarinette, Querflöte oder Saxofon.

Für Carola Ulrich bringt der neue Standort Verbesserungen mit sich, so müssen etwa Räume nicht doppelt belegt werden, eindrucksvoll ist auch neben der Aula der gut ausgestattete Schlagzeug-Raum. Zudem eröffnen sich neue Möglichkeiten. So sind nun Musikgarten-Stunden für die Allerkleinsten in Begleitung ihrer Eltern im Programm. Ein Kurs sei zum neuen Schuljahr angelaufen, das Angebot nützten zwölf Kinder, so Ulrich. "Das machen wir erst jetzt", vorher, mit den Räumen am alten Standort, habe die Schule das nicht hinbekommen. Wenn Kinder weiter Musik machen möchten, folgt die musikalische Früherziehung - diesmal ohne Eltern , die von 25 Kindern besucht wird. Zusätzlich setzt man hier auf Kooperationen, geht etwa in vier Kindergärten mit dem Angebot. Besonders eng arbeitet man mit der benachbarten Kita "du Bonheur" zusammen: Hier kommen die Größeren zusätzlich einmal pro Monat zur Instrumentenkunde in die Einrichtung. Aber auch in Grund- und weiterführenden Schulen ist die Musikschule aktiv: mit Musiktheater, Flöten-AG, Projekten, zum Beispiel. Eine neue Zusammenarbeit wurde angestoßen mit einem Altenheim: Hier singe ein Lehrer mit demenzkranken Menschen.

Carola Ulrich hat etliche weitere Ideen, einen Kontrabasslehrer hätte sie gern im Haus, und auch über eine Kooperation mit dem neuen Kreis-Jugendsinfonieorchester würde sie sich freuen - ein Treffen sei geplant. Besonders ins Auge fällt die bunte Aula der Musikschule. Im Februar ist die Einrichtung ins umgebaute Gebäude der ehemaligen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge in der Lappentascher Straße 100 in Erbach umgezogen. Offiziell lautet die Adresse: Schongauer Straße 1. Fotos: Ulrike Stumm/SZ-RedaktionCarola Ulrich ist die Leiterin der Musikschule Homburg .