Schüler zeigen Courage im Alltag

Homburg. Bei einer Schulung im Familienhilfezentrum der Arbeiterwohlfahrt frischten Schüler der Klassenstufen sieben bis neun ihre Kenntnisse über die Aufgaben der Friedensgruppe wieder auf. Im Beisein von Schoolworkerin Simone Geib, die mit Lehrer Nils Grützner und Karin Speiser diese Veranstaltung durchführte, diskutierten die Schüler über couragiertes Verhalten und Gewalt

Homburg. Bei einer Schulung im Familienhilfezentrum der Arbeiterwohlfahrt frischten Schüler der Klassenstufen sieben bis neun ihre Kenntnisse über die Aufgaben der Friedensgruppe wieder auf. Im Beisein von Schoolworkerin Simone Geib, die mit Lehrer Nils Grützner und Karin Speiser diese Veranstaltung durchführte, diskutierten die Schüler über couragiertes Verhalten und Gewalt. Vor dem Hintergrund, dass es an der Erweiterten Realschule II in Erbach viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund gibt, standen auch die Themen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit sowie das Kennenlernen kultureller Hintergründe der unterschiedlichen Lebensbedingungen auf der Tagesordnung. Wie lebt man als Ausländer in Deutschland? Wie wird und wurde man aufgenommen, ausgegrenzt oder eingegliedert? Ziel der Friedensgruppe sei es, mit ihrem Auftreten "Gewalt und Fremdenfeindlichkeit in der Schule nicht aufkommen zu lassen und schon im Vorfeld Konflikte auf dem Schulhof zu vermeiden", erklärte Grützner. "Sie sollen für ein gutes Zusammenleben im Schulalltag sorgen", fügte die Schoolworkerin hinzu. Als älteste Gruppe sei die Friedensgruppe neben den Schülermediatoren, die als neutrale Dritte in Streitfällen vermitteln und schlichten, und dem Sanitätsdienst ein wichtiger Baustein im Netzwerk der Schule, so Grützner. In Kooperation mit der Polizei wirke sie mit ihrem selbstsicheren Auftreten in Sprache und Körperhaltung sozusagen "im Untergrund" für ein besseres Klima an der Schule. Unterstützt wird die Arbeit der Friedensgruppe und der Streitschlichter besonders durch die Schulleitung, die den beteiligten Schülern damit auch ein Stück Mitverantwortung überlässt. Aufgabe der Friedensgruppe ist es, bei Streit und Auseinandersetzungen in der Schule oder auf dem Schulweg einzugreifen und die Streitenden zu trennen. "Es gibt ein Regelwerk, an das man sich halten soll", betonte Geib. Nicht jeder darf übrigens der Friedensgruppe beitreten. "Auffällige Schüler bekommen aber trotzdem eine Chance, wenn sie umdenken und sich für die Sache einsetzen." Die Schüler der Friedensgruppe nehmen ihre Aufgaben sehr ernst. "Sie müssen den Unterrichtsstoff, den sie während der Schulung versäumen, nacharbeiten", sagt Simone Geib. Belohnt wird das Engagement der Friedensgruppe mit einem besonderen Vermerk auf dem Zeugnis. re