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Schüler des Johanneums in Homburg absolvierten ein Sozialpraktikum

Sozialpraktikum : Schüler helfen in Kindergärten und Krankenhäusern

125 Gymnasiasten aus dem Homburger Johanneum sammelten Erfahrungen bei einem Sozialpraktikum.

Zwei Wochen lang nahmen 125 Schüler der Klassenstufe zehn des Gymnasiums Johanneum in Homburg an einem Sozialpraktikum teil. Unter dem Namen „Compassion“ ist es seit 1999 fester Bestandteil des Schulalltags, heißt es in der Pressemitteilung der Schule. Rund ein Drittel der Schüler war in Krankenhäusern tätig, ein weiteres Drittel in Kindertagesstätten und Grundschulen. Das letzte Drittel arbeitete bei der Betreuung von Behinderten, half in Seniorenheimen, bei der Tafel und in weiteren karitativen Einrichtungen. Einige Schüler begleiteten auch Pfarrer in ihrer täglichen Arbeit.

„Mir ist bewusst geworden, wie froh und dankbar ich sein kann, dass ich gesund bin.“ Das ist ein häufig gehörter Satz in der Nachbetrachtung der Schüler zu ihrer Praktikumszeit. Andere machten die Erfahrung, wie schnell das Schicksal einen Menschen aus seiner so sicher geglaubten Bahn werfen kann.

Ziel des Praktikums ist es, bei den Jugendlichen soziale Kompetenz zu fördern. Dabei waren die Situationen und Anforderungen, mit den die Schüler konfrontiert wurden, sehr unterschiedlich. Während einige Streit zwischen Kindern schlichten mussten, saßen andere zum ersten Mal in ihrem Leben einem an Demenz erkrankten Menschen gegenüber. Schwer zu verkraften war auch die Nachricht vom Tod eines Patienten, dem man selbst am Tag zuvor noch das Essen ans Bett gebracht hatte.

Doch es sind nicht lediglich die Einblicke in das Leben anderer Menschen, die den sozialen Horizont der Schüler erweitern. Sie erfahren auch, wie wichtig Solidarität in einer Gesellschaft ist. Und sie erfahren, dass Solidarität von jedem einzelnen Menschen gelebt werden muss. „Compassion“ bedeutet folglich Anteilnahme und Hilfe, heißt es in der Mitteilung weiter. Erweitert werde auch der Horizont der Lehrer, die die Schüler am Praktikumsort besuchen. Dort zeigten Schüler immer wieder Qualitäten, die im Schulalltag zwischen Unterricht und Überprüfungen verborgen blieben.

In einem Portfolio stellt jeder Schüler seine Empfindungen und Erfahrungen der Praktikumszeit zusammen. Sie bilden den zentralen Baustein eines gemeinsamen Gottesdienstes zum Abschluss des Praktikums.

Der weitaus größte Teil gibt an, das Praktikum habe persönlich viel gebracht – auch wenn die beruflichen Vorstellungen in eine andere Richtung gehen. Und 20 Prozent der Schüler können sich jetzt, anders als vor dem Praktikum, einen Beruf im sozialen Bereich vorstellen.