Schüler aus Homburg zum Mauerfall-Jubiläum in Berlin

Mannlichschüler in Berlin : Gedenken an den Mauerfall in Berlin

Oberstufenschüler des Homburger Mannlich-Gymnasiums waren zum 9. November in der Bundeshauptstadt.

Am 9. November jährte sich der Fall der Mauer zum 30. Mal. Zu diesem Jubiläum reiste die Oberstufen-Gruppe der „Querdenker“ des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums, zusammengesetzt aus Schülern der neunten bis zwölften Klassenstufe, zu einem viertägigen Seminar nach Berlin.

Die Schüler der Unesco-Projektschule befassen sich schon seit dem vergangenen Jahr mit dem Thema „Grenzen“ und nehmen dabei ganz verschiedene politische, gesellschaftliche und ökonomische Perspektiven ein, wie es in der Pressemitteilung der Schule heißt. Anlässlich des Jahrestages des Mauerfalls erlebten die Schüler in der Hauptstadt ein umfangreiches Programm. Mit individuellen Fragen und Projekten, wie dem Konzipieren eines Poetry-Slams, dem Programmieren eines interaktiven Spiels, der Fotodokumentation oder einer qualitativen Befragung und deren Umsetzung in einem Filmprojekt, hielten die Schüler ihre Eindrücke fest.

Am Freitagmorgen trafen die Gymnasiasten im deutschen Bundestag auf den Abgeordneten des Wahlkreises 299, den Homburger Markus Uhl (CDU). Anschließend standen nach einem Gang durch das Regierungsviertel das Holocaust-Mahnmal und die Ausstellung „Parlamentarische Demokratie“ im Deutschen Dom auf dem Plan. Am Abend empfing der Leiter der Dienststelle der saarländischen Landesvertretung in Berlin, Thorsten Bischoff (SPD), der selbst am Mannlich-Gymnasium sein Abitur absolvierte, die Gruppe und erläuterte detailliert die Aufgaben der Landesvertretung. Ein besonderes Highlight des Tages war es, dass Bischoff den Schülern anschließend von der Dachterrasse der Landesvertretung aus, die zum Büro des Ministerpräsidenten gehört, den früheren Grenzverlauf erklärte. Beim gemeinsamen Abendessen am Breitscheidplatz ging ein gelungener Tag mit dem ehemaligen „Mannlicher“ zu Ende. Der Samstag begann mit einem schweren Gang. Im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen trafen die Schüler auf Dolores Kummer, die als Bürgerrechtlerin selbst von der Stasi inhaftiert worden war. Entsprechend eindrucksvoll schilderte sie im Gespräch mit den Schülern ihre Erfahrungen und Erinnerungen. Nicht fehlen durfte ab dem späten Nachmittag der Besuch der zentralen Feierlichkeiten am Brandenburger Tor, wo Zehntausende sich versammelt hatten, um dem Fest beizuwohnen. Vor beeindruckender Kulisse mit großem Musikaufgebot und Rahmenprogramm verfolgte die Gruppe die Ansprachen, unter anderem von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller.

Am Sonntag schließlich begann für die Schülerinnen und Schüler der Tag im Mauerpark und an der Gedenkstätte in der Bernauer Straße. Ein Rundgang mit Fokus auf städtische Kontraste diesseits und jenseits der ehemaligen Grenze führte am Abend schließlich ins Maxim-Gorki-Theater in Berlin-Mitte, wo mit dem Besuch des thematisch passenden Stücks „Atlas des Kommunismus“ von Lola Arias ein gelungener Abschluss gelang, heißt es in der Mitteilung weiter.

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall sei aktives Erinnern gefragt, damit keine Grenzen entstehen, die unsere Gesellschaft trennen. Die Seminar-
ergebnisse werden in den nächsten Wochen im Rahmen des „Querdenker-Projekts“ fertiggestellt und gesondert präsentiert.

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