1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Schüler aus Homburg mit Gedanken zur Corona-Weihnacht

Gedanken zu Weihnachten : „Ich wär so gern auf Gran Canaria“

Die Schüler der Klasse 7b des Saarpfalz-Gymnasiums in Homburg machten sich im Rahmen des SZ-Projektes „Zeitung macht Schule“ Gedanken über das bevorstehende Weihnachtsfest.

Noch ein Tag, dann ist Heiligabend. Die Geschenke sind bestellt und die Plätzchen gebacken. Deren weihnachtlicher Duft erfüllt das Haus. Bald können die Kinder die letzten Türchen im Adventskalender öffnen. Dann werden nur noch die Stunden gezählt bis Heiligabend. „Doch was sind das für Weihnachten im Coronajahr 2020?“ Mit diesen Zeilen beschreibt Emma Wagner aus der Klasse 7b des Saarpfalz-Gymnasiums ihre vorweihnachtlichen Eindrücke. Sie vermisst die Weihnachtsmärkte mit ihrer Fröhlichkeit und all den gewohnten Annehmlichkeiten, beklagt die Einschränkungen der Sozialkontakte und die vielen Hiobsbotschaften. So bekommt der Anfang des häufig zitierten Gedichts „Weihnachten“ von Joseph von Eichendorff einen ganz anderen Sinn: „Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus (…).“

Obwohl inzwischen mehrere Impfstoffe ein Ende der Corona-Pandemie in Aussicht stellen, will während der lebensbedrohlichen Pandemie keine richtige Freude aufkommen. Das Coronavirus lässt sich nicht mehr aus den Gedanken verbannen, und man hat den Eindruck, die Angst davor sitzt in diesem Jahr auch mit unter dem Weihnachtsbaum. Die rasant steigenden Infektionszahlen und Todesfälle, Kurzarbeit und Insolvenzen drücken die Stimmung gewaltig. Sophie Stocker warnt mit einer Karikatur vor dem Coronavirus, das sich uns in vorweihnachtlicher Tarnkleidung nähert.

Fabian Kunz bedauert, dass sich in diesem Jahr fast alles um Corona dreht, und ist gespannt, ob es an den Festtagen auch coronakonformen Christbaumschmuck gibt: „Weihnachtskugeln gehören an jeden Weihnachtsbaum, so auch in diesem Jahr. Aber wird es sie diesmal in Form eines Coronavirus geben, so mit kleinen Noppen und Stacheln?“

Die Menschen sind weltweit coronagestresst, nicht wenige Saarländer leiden unter der „Coronaflemm“ mit Ohnmachtsgefühlen, Verlustängsten und Sorgen wegen der unsicheren Zukunft. Schon seit Wochen möchten sich viele in eine andere Lebenswelt beamen. Die sonnenverwöhnten kanarischen Inseln waren zwei Monate lang kein Risikogebiet und wurden dadurch zu Sehnsuchtsorten mit schönem Wetter und Bewegungsfreiheit an herrlichen Stränden – weit entfernt von der bei uns vorherrschenden Lustlosigkeit, Einsamkeit, November- und Dezember-Depression. Leonie Moritz hat sich vorgestellt, wie es wäre, in einem Nicht-Risikogebiet zu leben: auf Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura oder Lanzarote. Davon angeregt, schrieb sie ein Gedicht mit dem Titel „Ich wär so gern auf Gran Canaria“. Sie stellte darin die trüben, nebligen und nasskalten Tage in der Heimat der Sonneninsel gegenüber mit strahlend blauem Himmel, den rauschenden Wellen des Atlantiks, den herrlichen Dünen von Maspalomas, den subtropischen, farbenprächtigen Pflanzen und dem feinen kanarischen Essen. Ihr Text schließt mit der Pointe: „Gran Canaria – hier bin ich Mensch, hier möcht‘ ich gerne sein.“

Als ihr Gedicht fertig war, machten aber Nachrichten die Runde, dass auch die kanarische Idylle nicht mehr vorhanden war. Tausende afrikanische Flüchtlinge sind auf der Ferieninsel gestrandet, um in Europa eine neue Heimat zu finden. Armut, Arbeitslosigkeit und die Corona-Pandemie trieben sie zur lebensgefährlichen Flucht. Die spanischen Behörden waren überfordert, viele Einheimische reagierten verständnislos und aggressiv auf die unerwünschten, ausgehungerten Hilfesuchenden. Dann stiegen auch noch die Infektionszahlen. Aus und vorbei mit dem Traum vom unbeschwerten Leben und der schönen, heilen Welt auf den vermeintlichen Inselparadiesen. Alle kanarischen Inseln – zu Weihnachten sind sie wieder Risikogebiete!

Und es kommt noch schlimmer: Am letzten Wochenende vor Weihnachten gab es beunruhigende Nachrichten, dass in Großbritannien und Südafrika eine angeblich gefährlichere, extrem ansteckende Mutation des Coronavirus aufgetaucht sei. Sie verbreitete in unserer unsicheren Zeit, die auch durch Fake News und Verschwörungstheorien belastet ist, sofort Angst und Schrecken. Wem ist da noch zum Feiern zumute? Da bleibt man doch am besten zu Hause und besinnt sich in aller Ruhe auf das, was einem am wichtigsten ist: die Familie und die Gesundheit. Wenn wir Glück haben und die Verhaltensregeln beachten, kommen wir vielleicht gut durch die Krise. Virtuell und digital kann man ja die Kontakte halten, die real zurzeit nicht mehr möglich sind. Immerhin bleibt die Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität, wenn flächendeckend die Impfungen im neuen Jahr stattfinden und dadurch Corona seinen Schrecken verliert. Weihnachten 2020 – eine Zeit zum Träumen von einer besseren Zukunft!

Majas Al Kadah empfiehlt, sich unter anderem mit Zeitungslesen über die Weiterentwicklung auf dem Laufenden zu halten. Er hat dazu das folgende Gedicht „Zeitung macht Schule“ geschrieben:

Ein Naturparadies und begehrter Erholungsort: die Dünen von Maspalomas im Süden Gran Canarias. Aber seitdem die kanarischen Inseln wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft wurden, ist es erneut vorbei mit Urlaubsfreuden. Foto: Eberhard Jung
Urlaub im Süden mit wunderschönem Sonnenaufgang über dem Meer bleibt für die meisten Deutschen vorerst coronabedingt nur ein Sehnsuchtstraum. Wird er in der zweiten Jahreshälfte 2021 in Erfüllung gehen? Foto: Eberhard Jung
Majas Al Kadah (7b), der Verfasser des Gedichts „Zeitung macht Schule“. Foto: Eberhard Jung
Sophie Stocker (7b) warnt mit ihrer Karikatur vor dem Coronavirus Foto: Sophie Stocker

„ZmS“ ist ein lohnenswertes Projekt./Unsere Klasse hat ganz schnell gecheckt,/dass man viel Wissen erlangt über Lokales,/Politik, Wirtschaft, Sport und Regionales./ Man wird immer über alles Wichtige informiert,/ sodass Zeitunglesen Wissen maximiert./ Man lernt durch die einzelnen Artikel viel/und kommt damit im Leben schneller ans Ziel./Auf jeden Fall bin ich jetzt sehr viel schlauer,/ich versteh die Welt mit der Zeitung genauer./Zum Schluss empfehl ich euch, sie zu lesen,/denn so wird man ein gut informiertes Wesen!