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Schnitzel und Spaß bei deutschen Freunden

Schnitzel und Spaß bei deutschen Freunden

Schülerinnen und Schüler aus der Partnerstadt La Baule besuchten das Saarpfalz-Gymnasium. Eine Woche lang ging es um Spracherwerb, aber auch um Unterricht und um deutsches Essen wie Schnitzel und Schinkenbrot.

Ziemlich beste Freunde: Martin (l.) und Henri aus La Baule, Tiphaine (hinten) mit Claire (r.) und Sophie in der Aula der Schule.

. Ein vorweihnachtlicher Besuch, bei dem es an nichts fehlte, noch nicht einmal an Schnee. Allerdings kam der zu einem Moment, an dem man ihn nicht mehr gebrauchen konnte, nämlich am gestrigen Abfahrtstag.

Aus der Homburger Partnerstadt La Baule waren wieder 30 Schülerinnen und Schüler eine Woche als Gäste ans Saarpfalz-Gymnasium gekommen. Sie wohnten bei Gasteltern und habe einige erlebnisreiche Tage verbracht, zum Beispiel mit Ausflügen zum Saarbrücker Weihnachtsmarkt oder nach Schwarzenacker zu einem Römertag. Außerdem war genügend Zeit eingeplant, um mit den Gastfamilien zusammen zu sein und auch das deutsche Schulleben kennen zu lernen. Hier gab es einige Unterschiede. In Frankreich dauere eine Unterrichtseinheit 55 Minuten, in Deutschland 45 Minuten, "das macht bei manchen Schülern bei der Konzentration schon etwas aus", sagt die Deutschlehrerin Sylvie Riou aus La Baule.

In den vergangenen Jahren lief der Austausch nur unter Mittelstufenschülern, in diesem Jahr kamen zum ersten Mal auch Schüler des Lycée Grand Air aus La Baule mit, die dort die Seconde besuchen und sich am Saarpfalz-Gymnasium mit Altersgenossen aus der elften Klasse trafen. Die Stimmung war hervorragend, kein Wunder, dass sofort Freundschaften entstanden, zum Beispiel zwischen Margaux und Nadine, die sich prima verstehen und sich auch schon mal in La Baule getroffen haben. "Ich mach' Fortschritte in Deutsch", sagt Margaux , und Nadine fügt lachend hinzu: "Auch beim deutschen Essen kennt sich Margaux schon aus. Sie isst abends gerne Schinkenbrot".

Joseph aus der Quatrième mag auch deutsches Essen: "Schnitzel !" ruft er. Henri und Martin, beide 14, sind sofort gute Freunde geworden, kein Wunder, denn Henri ist ein lustiger Bretone, der sich sofort bei Martin in Homburg zu Hause gefühlt hat: "Es gab Kartoffelsalat. Und auch mal Gulasch", erzählt er, "das war alles super." Julien aus La Baule war schon mal in Deutschland, "in Köln", aber diesmal sei der Besuch doch familiärer, findet er. Der Unterrichtsstoff unterscheide sich nicht sehr viel von dem, was in La Baule gemacht werde.

Tiphaine wohnt bei Claire und ist heilfroh, dass Claire und ihre Familie mit ihr Französisch sprechen, denn Tiphaine lernt erst seit kurzer Zeit Deutsch: "Es ist noch so schwierig für mich". Die drei Lehrkräfte aus La Baule - zwei Deutschlehrerinnen und ein Geschichtslehrer - sind erfreut, dass ihre Schüler gute Fortschritte machen. Ebenso Christine Wack, Französischlehrerin am Saarpfalz-Gymnasium. Das einzige Problem: La Baule liege so weit weg, mehr als ein Besuch pro Jahr sei zeitlich nicht machbar. Deshalb soll zusätzlich ein Schulkontakt im benachbarten Lothringen aufgebaut werden, sagt Christine Wack.

Das Französisch-Angebot am Saarpfalz-Gymnasium sei insgesamt gut ausgebaut: "Für Kinder, die mit sehr guten Vorkenntnissen in Französisch zu uns kommen, halten wir speziellen Förderunterricht bereit". Außerdem sei am SPG die Sprache immer im Zusammenhang mit anderen Fächern zu sehen, mit Naturwissenschaft oder Informatik, den beiden Schwerpunkten der Schule. Sprache sei keine Einbahnstraße, sondern als eine wichtige Ergänzung zu anderen Fächern zu sehen, sagt Christine Wack.