Schnelles Internet kommt

Zahlreiche Bürger aus einigen Homburger Stadtteilen beklagen sich seit Jahren über zu langsames Internet. Bislang hieß es immer, ein Ausbau sei nicht möglich. Jetzt tut sich allerdings doch etwas.

"Eine Stadt wie Homburg hat heute den Bandbreiten-Bedarf, den 1997 das gesamte Internet hatte." Mit diesem kurzen Vergleich machte Bruno Stolz, Regio-Manager der Telekom, am Donnerstag klar, wohin die Reise einer zunehmend vernetzten Gesellschaft geht. Der Antrieb dabei: schnelles Internet . Genau das ist aber in Homburg seit langem ein Reizthema. Denn einzelne Stadtgebiete haben bislang gar keinen zügigen Zugang zum Netz, andere hinken in Sachen Geschwindigkeit deutlich dem hinterher, was machbar und wünschenswert ist. Das will die Telekom bis Ende des Jahres ändern. Bis dahin sollen Glasfaserkabel "in die Straßen gelegt werden", so Stolz.

"Glasfaser bis zum Randstein" nennt das Unternehmen diese Ausbaustufe, im englischen kurz FTTC für "Fibre-to-the-Curb". Bislang, so Stolz, seien es traditionelle Kupferkabel, die das Internet zum Kunden bringen. Diese hätten aber das Problem eines steigenden Eigenwiderstands, je länger die Leitung von der Vermittlungsstelle als Einspeisepunkt bis zum Kunden ist. Zudem seien diese Leitungen mitunter von Störungen behaftet. Mit dem Ausbau soll dies alles Geschichte sein. Konkret werden Glasfaserkabel bis in die Straßen an spezielle Verteilerkästen gelegt. Von dort aus geht es mit Kupferkabeln weiter in die Haushalte. Auf den letzten Metern soll eine spezielle Technik, das Vectoring, dafür sorgen, dass eben auf dieser Strecke die verwendeten Kupferkabel entstört werden. Stolz: "Damit können wir eine Datengeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde erreichen."

Doch warum nicht gleich Glasfaser bis in die Haushalte? Diese Frage beantwortete Stolz damit, dass Feldversuche gezeigt hätten, dass Kunden den damit verbundenen Mehrpreis für eine noch höhere Geschwindigkeit nicht zahlen wollten. "Da ist der Markt derzeit noch nicht vorhanden."

Nun kommt es wohl also, das schnelle Internet in Homburg . Lange hatten Wirtschaftsförderin Dagmar Pfeiffer und Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind bei den Anbietern für ein Engagement geworben. Die aber hatten in der Vergangenheit immer wieder darauf verwiesen, dass die Stadt sich dann entsprechend finanziell engagieren müsse - kaum möglich in Zeiten leerer Kassen. Dieses Vorzeichen hat sich nun verändert, von sich aus und wohl mit Blick auf das wirtschaftliche Potenzial hat sich die Telekom von sich heraus entschieden, das Netz in Homburg auszubauen. Eine konkrete Investitionssumme wollte Stolz in der Pressekonferenz am Donnerstag nicht nennen, sprach aber immerhin von einem "niedrigen Millionenbetrag".

Mit dem Engagement der Telekom und anderen Anbietern wie Inexio und Schlau.com sowie einer Initiative von Ego Saar soll so Wirklichkeit werden, was Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind beim Heringsessen unter "schnelles Internet bis in die letzten Ecken von Homburg " zusammengefasst hatte. Anlässlich der Unterzeichnung eines offiziellen Kooperationsvertrages zwischen Stadt und Telekom sieht Schneidewind eine schnelle Anbindung an das weltweite Datennetz als "harten Standort-Faktor".

Zum Thema:

Auf einen Blick Bis zum Ende des Jahres will die Telekom in Homburg ihre Netztechnologie auf Glasfaser-Technik, gekoppelt mit einer Entstörung von verbleibenden Kupferleitungen, umrüsten. Begünstigt sind davon 17 000 Haushalte (21 000 hat Homburg insgesamt). Damit soll eine Datengeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde möglich sein. Die ersten Arbeiten könnten in vier bis sechs Wochen beginnen. Die Kosten beziffert die Telekom zum gegenwärtigen Planungsstand mit einer "niedrigen Millionensumme". thw