Schneidewind: Bahnstrecke nicht notwendig

Schneidewind: Bahnstrecke nicht notwendig

Homburg/Zweibrücken. Seit Jahren kommt immer wieder in schöner Regelmäßigkeit die Diskussion um eine Wiederbelebung der Bahnlinie zwischen Zweibrücken und Homburg auf, doch den Worten folgen keine Taten

Die Linie R 7 bedient im 30-Minuten-Takt die Städte Homburg und Zweibrücken. Dennoch wird immer wieder die Forderung nach einer Wiederbelebung der alten Bahnstrecke laut. Fotos: pma.

Homburg/Zweibrücken. Seit Jahren kommt immer wieder in schöner Regelmäßigkeit die Diskussion um eine Wiederbelebung der Bahnlinie zwischen Zweibrücken und Homburg auf, doch den Worten folgen keine Taten. Vor anderthalb Wochen schien die Stadt Homburg Bewegung in die Sache zu bringen: Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff hatte im Pfälzischen Merkur angekündigt, Oberbürgermeister Karlheinz Schöner (CDU) wolle mit seinem Zweibrücker Amtskollegen Helmut Reichling (parteiunabhängig) über Möglichkeiten sprechen, gemeinsam einen Zug-Betreiber zu suchen und bei der Finanzierungsfrage Einfluss auf die jeweiligen Landesregierungen zu nehmen. Ziel müsse sein, so Kruthoff damals, endlich mal eine Entscheidung herbeizuführen - in welche Richtung auch immer. Der für den Verkehr zuständige Homburger Beigeordnete Rüdiger Schneidewind (SPD) hat jetzt allerdings erklärt, er sehe in einer Bahnlinie keine Notwendigkeit, zumal halbstündlich ein Bus zwischen den beiden Städten verkehre, der sehr gut angenommen würde: "Die Linie R 7 zwischen Homburg und Zweibrücken ist die zweitbeste Regionallinie im Saarland, was die Nutzerzahlen angeht", so Schneidewind. Zwar hatte auch Kruthoff betont, die R 7 dürfe durch eine Bahn-Reaktivierung nicht gefährdet werden. Er hatte aber auch unterstrichen: "Wir sind nicht gegen eine Reaktivierung, wir sind dafür. Auch unser Bahnhof könnte durch Züge nach Zweibrücken belebt werden."80 Prozent im SaarlandSchneidewind sagt nun, er werde sich selbstverständlich nicht prinzipiell gegen eine Bahnlinie verschließen, "allerdings bin ich nur dann dafür, wenn wir sie nicht bezahlen müssen". Das sei auch vom Homburger Stadtrat so beschlossen. Den größten Nutzen aus einer solchen Strecke zögen die Pfälzer, "während wir den Löwenanteil von 80 Prozent dafür bezahlen müssten", wie dies Rheinland-Pfalz unter Verweis auf die jeweilige Streckenlänge in den beiden Bundesländern fordert. Zweibrücken selbst will ebenso wie Homburg nicht selbst für die Gleis-Reaktivierung zahlen. Die rheinland-pfälzische Seite hält dies für Aufgabe der beiden Landesregierungen.

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