Schikane und Hetze im Internet

Drei Schülerinnen des Saarpfalz-Gymnasiums setzen sich auf kreativ-künstlerische Art und Weise mit dem Thema Cyber-Mobbing auseinander. Sie drehen ein Musikvideo, mit dem sie auf das Problem aufmerksam machen und Opfer ermutigen wollen, darüber zu reden.

Kaum ein anderes Medium bietet so "bequem" die Möglichkeit, anderen Schaden zuzufügen, wie das Internet. Eines der übelsten Phänomene ist da "Cyber-Mobbing". Via Facebook , Twitter , WhatsApp und Co. geraten oft vor allem junge Menschen virtuell ins Fadenkreuz, werden digital wie analog zum Opfer - mit üblen Folgen. Am Homburger Saarpfalz-Gymnasium läuft derzeit ein ganz besonderes Filmprojekt, dass sich diesem schwierigen, weil omnipräsenten Thema auf kreativ-künstlerische Weise widmet - mittels eines Musikvideos . Hinter dem stehen Lea Karrenbrock, Hanna Clemenz und Sarah Baus, alle Schülerinnen der zwölften Klasse. "Wir haben vor eineinhalb Jahren in der elften Klasse das Seminarfach ,Mythos Internet' gewählt. Unsere Lehrerin Laura Stilgenbauer hat mich angesprochen und mich auf die Idee ,Anti Cyber-Mobbing' und die Idee des Musikvideos aufmerksam gemacht", erzählt Lea einiges zu den Hintergründen am Rande eines Drehtages, den wir mit der Kamera begleiten können. "Unser Ziel ist es, Menschen auf das Problem 'Cyber-Mobbing' aufmerksam zu machen. Wir drei haben mit diesem Thema Gott sei Dank noch keine persönlichen Erfahrungen gemacht, jedoch bekommt man trotzdem viel von außerhalb mit. Wir wollen nicht, dass das Thema ignoriert wird, sondern Opfer dazu ermutigen, mit jemandem zu reden und etwas dagegen zu tun."

Dafür haben sich die drei einiges vorgenommen. Als Soundtrack kommt Pinks "Hello Mr. President" mit einem neuen Text zum Einsatz, gesungen von Lea Karrenbrock. Sarah Baus spielt im Video das Mobbing-Opfer, Hanna Clemenz die Mobberin. Gedreht wird am Saarpfalz-Gymnasium, aber auch in der Homburger City und bei den jungen Video-Macherinnen zu Hause. Um das Ganze professionell umzusetzen, haben Lea, Hanna und Sarah über Kontakte den Profi-Filmer Joachim Klein für den Dreh gewinnen können. Und dieser Dreh zeigt, wie schnell ein Opfer eine virtuelle Isolationshaft erfährt - mitten unter Menschen.

Die Umsetzung der Idee ins Bewegtbild selbst ist ein Spannungsfeld zwischen dem hohen Anspruch an das Projekt, der vorhandenen Möglichkeiten und dem Erkunden der eigenen Fähigkeiten vor und hinter der Kamera. Am Tag unseres Besuchs bei einem Teil der Dreharbeiten klappt alles. Sarah Baus gibt die Gemobbte mit einem Maximalmaß an Leidensfähigkeit, Hanna Clemenz wirbelt vor und hinter der Kamera zwischen der Rolle der "Bösen" und dem Regiestuhl, Kameramann Joachim Klein gibt Rat und Tat, gepaart mit viel Erfahrung und Geduld. Und Lea Karrenbrock hat alles aus der Entfernung im Blick. Auch die zahlreichen Statisten, die schnell mal ins Bild geholt werden. Nach rund zwei Stunden sind die Einstellungen, die an der Schule gedreht werden, im Kasten. "Ich hab eine Vorstellung des Videos in meinem Kopf. Und die will ich auch umsetzen", begründet Hanna ihren doppelten Einsatz. "Und bis jetzt bin ich sehr zufrieden!" Auch aus Sicht von Lea Karrenbrock lief alles rund, "war alles gut", mit ihrer passiven Rolle während der eigentlichen Dreharbeiten konnte Lea als Stimme des Videos viel anfangen. "Es ist gut, wenn einer von außen den Überblick behält."

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Auf einen BlickMit dem Dreh eines Anti-Cybermobbing-Videos, dessen Fertigstellung für Anfang 2016 geplant ist, wollen Lea Karrenbrock, Hanna Clemenz und Sarah Baus vom Homburger Saarpfalz-Gymnasium aus Schüler-Sicht die große Gefahr dieses Phänomens verdeutlichen und Opfer dazu ermutigen, sich anderen mitzuteilen, Hilfe zu suchen und gegen ihre Ausgrenzung vorzugehen. Dazu wurden einzelne Szenen eines klassischen Mobbing-Szenarios ins Bild gesetzt, die Kamera führte Joachim Klein, und mit einer neu betexteten Version des Pink-Hits "Hello Mr. President" vertont. Eine Bildergalerie des Drehtages gibt es auf unserer Facebook-Seite "Saarbrücker Zeitung/Homburger Rundschau" zu sehen. thw