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Saltocup in Homburg lockt 1000 jugendliche Turner.

Saltocup : Mit Purzelbäumen einmal um die Welt

Gelungenes Jubiläum: Mehr als 600 Kinder aus 30 Vereinen machten am Samstag beim 30. Salto-Cup in Homburg-Erbach mit. Und wie!

Auf den ersten Blick breitet sich vor den Augen eines jeden, der am Samstag das Sportzentrum Homburg-Erbach betritt, ein großes Chaos aus. Ein großes, geordnetes Chaos. Was auch auf den zweiten Blick Bestand hat. Mehr als 600 Kinder aus 30 Vereinen laufen, springen, hüpfen, purzeln oder turnen durch die Sporthalle und sorgen für ein nahezu unüberschaubares Gewusel. Übungsleiter, Eltern, Geschwister und Großeltern, die den Kleinen beim Durch-die-Halle-Wirbeln zusehen und sie unterstützen wollen, füllen die Halle zusätzlich.

Wie das alles zu stemmen ist? Nur mit einem Organisations- und Helferteam, das rund 60 Leute stark ist. Und das Fazit, das fällt durchweg positiv aus. Die Vorsitzende der Saarländischen Turnerjugend (STJ), Magdalena Munz, meint: „Wir sind froh, dass wir so viele Kinder zur Bewegung motivieren können. Und wir freuen uns, dass so viele engagierte Übungsleiter immer wieder kommen.“

Die Begeisterung der Kinder der Jahrgänge 2006 bis 2012 war spürbar – schon nach dem „Anfeuern“ durch den gemeinsamen Aufwärm-Tanz aller Anwesenden, angeführt von Toni Turnmaus. „Ich bin schon seit acht Jahren dabei. Seitdem ist es ein Riesen-Spaß, mitzumachen und die Begeisterung in den Gesichtern der Kinder zu sehen“, sagte das Maskottchen der STJ.

Und dann ging es für die Kinder gleich schon in die verschiedenen Disziplinen. Fünf an der Zahl mussten sie für sich auswählen, aus den Bereichen Fitness, Turnen und Geschicklichkeit, mindestens eine pro Kategorie. „Meine Schwestern haben geturnt, aber mittlerweile aufgehört“, erzählt zum Beispiel der zehn Jahre alte Benjamin Schmeer vom TV Bischmisheim. „Ich bin zum dritten Mal hier, weil mir Turnen Spaß macht. Ich will schon gut werden, heute bin ich aber zum Spaß hier“, erzählt er. Am Ende belegte er im Jahrgang 2008 bei den Jungs den zweiten Platz.

Pauline Schnubel vom TV Saarlouis meint: „Mir gefällt es hier sehr gut. Ich bin Trampolin gesprungen, habe am Reck und am Boden geturnt. Aber das Reck ist am schönsten.“ So wie diese beiden Kids manche Disziplinen lieber machten als andere, ging es auch allen anderen. So erzählen zum Beispiel die beiden neun Jahre alten Kim Abel und Lea Plinius vom TV Rohrbach. „Es ist schön, dass so viele Kinder da sind und dass man so viele verschiedene Sachen machen kann. Wir kommen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder.“ Und auch für das Vereinstraining haben sie sich eine kleine Inspiration gegönnt. „Sprinten könnten wir ruhig öfter machen“, scherzt Abel.

Für die Übungsleiter seien Veranstaltungen wie diese ein wahrer Segen: „Natürlich kommen die Kinder gerne. Man muss sie aber auch ein bisschen motivieren. Sie sind manchmal auch schnell demotiviert“, verrät Filiz Erdogdu vom TV Beckingen. „Dass hier Spiel und Spaß im Vordergrund stehen, ist gut. Dadurch ist für alle Kinder etwas dabei.“ Und alle sind top motiviert. „Kein Wunder“, erklärt Rocco Hechler, Übungsleiter des TV Orscholz. „Der Salto-Cup ist einfach was ganz anderes als das normale Vereinstraining unter der Woche. Die Kinder sehen mal etwas anderes, sie sind mal mit anderen Kindern in Kontakt. Auch viele Eltern sind dabei, denen macht das ebenfalls sehr viel Spaß. Auf der Hinfahrt lachen alle, spielen zusammen. Und nach dem Wettkampf geht es müde und erschöpft nach Hause.“

Mit dem Ende der individuellen Wettbewerbe war der Tag für die Jungen und Mädchen aber noch nicht zu Ende. Am Nachmittag stand zum großen Abschluss noch das „Spiel der Vereine“ an. Dort schickten alle Klubs ihre Kinder ins Rennen, die einen aus verschiedenen Stationen bestehenden Hindernis-Parcours bewältigen mussten. Der Abschluss der eigentlichen Veranstaltung sorgte bei allen noch Anwesenden, trotz der langsam einsetzenden Müdigkeit, noch mal für eine große Begeisterung. Die anschließende Siegerehrung erfreute ganz besonders die Gewinner vom TV Schaffhausen (80 Punkte), die sich knapp vor dem TV Pflugscheid-Hixberg (79 Punkte) und dem TuS 1884 St. Arnual (73.7) durchsetzen konnten.

Und dass nicht nur die individuellen und die Vereinsziele eine Bedeutung haben, sondern auch größere Hürden gemeinsam in Angriff genommen werden können, zeigte eine ganz besondere Station. Im Jahr des Purzelbaums hat sich der Deutsche Turnerbund (DTB) mit der Aktion „Purzelbäume um die Welt“ zum Ziel gesetzt, mithilfe aller Begeisterten einmal um die Welt zu purzeln. Und die Kinder nahmen, völlig unabhängig vom Verein, dieses Angebot an. Teilweise war die Warteschlange auf rund 30 Kinder angewachsen. Und sie purzelten, wie wild. Bis am Ende des Tages 2216 Purzelbäume geschafft waren – und der DTB seinem Ziel 2216 Meter näher gekommen war.