Saarpfalz-Gymnasium gewann fünf von sieben Mundartpreisen für Schulen

Homburger Schule bei Mundart-Wettbewerb erfolgreich : Am Saarpfalz-Gymnasium schwätzt ma platt

Das Saarpfalz-Gymnasium räumt derzeit viele Preise ab, darunter auch für Beiträge beim saarländischen Mundartwettbewerb.

Das Saarpfalz-Gymnasium hat zurzeit einen guten Lauf. Innerhalb weniger Tage belegte es den ersten Platz beim saarlandweiten Schulwettbewerb „La chanson à l’école“, beim Bundeswettbewerb „Künstliche Intelligenz“ und beim Saarländischen Mundartpreis 2019. Es erhielt außerdem den Alex-Deutsch-Preis für seine „aktive Erinnerungskultur und vorbildliches Engagement zur Stärkung einer toleranten, offenen und solidarischen Zivilgesellschaft“ (Sören Meng, Neunkircher Landrat) und erreichte bei der Haus- und Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) sein bisher bestes Ergebnis (1244,52 Euro).

Das Thema des diesjährigen siebten Mundart-Wettbewerbs lautete „dabber“. Jeder Saarländer weiß, was damit gemeint ist: dabber dabber heißt schnell, schnell.

Einsenden konnte man einen Prosatext oder ein Gedicht, zusätzlich auch einen Kurztext. Das Ministerium für Bildung und Kultur stellte zusätzlich für Schüler drei Textpreise im Wert von 500, 300 und 200 Euro und die Sparkassen-Finanzgruppe für „coole“ Cartoons mit Sprechblasentext in Mundart jeweils viermal 200 Euro zur Verfügung.

Von diesen sieben insgesamt möglichen Preisen holte das Saarpfalz-Gymnasium insgesamt fünf im Wert von 1300 Euro. Betreut wurden die jungen Leute von ihrem Lehrer Eberhard Jung. Das Saarpfalz-Gymnasium war damit zum siebten Mal in Folge unter den Besten im Mundartwettbewerb der Schulen. Zudem erreichte bei den Erwachsenen Sabine Jung, eine ehemalige Schülerin des Saarpfalz-Gymnasiums und vor 20 Jahren Gründungsmitglied der AG Geschichte, den zweiten Platz in der Kategorie „Kurztext“. Vor vier Jahren hatte sie ebenfalls mit einem Kurztext sogar den ersten Preis erreicht.

Die Preisverleihung fand am 22. November im voll besetzten Großen Sendesaal des Funkhauses Halberg statt. Die Moderatoren des Abends waren Susanne Wachs und Michael Friemel. Für die musikalische Unterhaltung sorgten Charles Gräber mit seiner Band und das Duo „La Schlapp Sauvage“. Der Comedian Ibrahima „Ibo“ Ndiaye aus Senegal, ehemals Germanistik-Student in Saarbrücken, überraschte das Publikum mit der humorvollen Mundart-Darbietung eines Afrikaners im Saarland.

Ausgeschrieben wird der Saarländische Mundart-Wettbewerb seit 2007 im Zweijahresrhythmus von SR 3 Saarlandwelle, der Stadt Völklingen und dem Landkreis St. Wendel. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot lobte in ihrer Laudatio den Einfallsreichtum der Preisträger. Simeon Viktor Seitz, der Klassensprecher der 8d des Saarpfalz-Gymnasiums, einer der jüngsten Preisträger, erreichte mit seinem Gedicht „Jezz awwer dabber!“ den ersten Platz. Für seinen Text, den er souverän und gewitzt vortrug, erntete er viel Beifall. Marie Chantal Motz aus dem E-Kurs Deutsch 12 erhielt für ihr Gedicht „Klimawannel“ den dritten Preis.

Die Bildungsministerin bekundete in ihrer weitgehend im saarländischen Dialekt gehaltenen Rede ihre große Sympathie für die Mundart: „Platt iss echt was Scheenes!“ Dialekt sei ein Stück Heimat, so die Ministerin. Als ihr mundartliches Lieblingswort nannte sie „Kinnerschees“, sie gehe auch gern „scheese“. Die Laudatio für die vier Cartoon-Preisträger hielt die Präsidentin des Sparkassenverbandes Saar, Cornelia Hoffmann-Bethscheider. Sie verriet, dass sie zu Hause auch Dialekt spreche, und appellierte dazu, das kulturelle Gut Mundart hochzuschätzen. Als ihr Lieblingswort bezeichnete sie „eschtamieren“, d.h. wertschätzen.

Unter den Cartoon-Preisträgern waren drei Schülerinnen des Saarpfalz-Gymnasiums: Marie Chantal Motz thematisierte mit ihrem Cartoon den Klimawandel und Jessica Barth (ebenfalls aus dem Deutschkurs 12) die von US-Präsident Donald Trump geforderte Mauer zu Mexiko. Leonie Kammerer (7d) hatte eine Maus gemalt, die ein Stück Käse von einer Mausefalle stibitzte, rasant mit ihrer Beute die Flucht ergreift und dabei ausruft: „Jetzt awwer dabber, dabber, sonscht iss es aus mit knabber, knabber!“

Ehrung der Mundart-Preisträger(innen) des Saarpfalz-Gymnasiums: (v.l.) Betreuungslehrer Eberhard Jung, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, Marie Chantal Motz, Simeon Viktor Seitz, Jessica Barth, Leonie Kammerer, Cornelia Hoffmann-Bethscheider (Präsidentin des Sparkassenverbandes Saar) und Moderatorin Susanne Wachs. Foto: Helga Jung

Auch viele andere Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums hatten sich an dem Wettbewerb mit sehr originellen Cartoons beteiligt, aber leider keinen Preis erhalten. Elisa Mero hatte einen Vogel gemalt, der seinem aus einem Ei ausschlüpfenden Nachwuchs zuruft: „Mach dabber! Wir misse ball in de Süde!“ Ihr zweites Bild „Wettlaaf zum Mars“ zeigt vier Raumschiffe auf dem Weg zum Roten Planeten. Aus dem amerikanischen Raumschiff im Vordergrund ertönt: „O leck, die mache uns alles noh! Jetzt awwer dabber!“ Paula Gurres (8d) stellt in ihrer Zeichnung einen Jäger vor, der auf einen Hirsch lauert und denkt: „Disch krien isch!“ Ein Vogel, der auf dem Rücken des Hirschs sitzt, ruft ihm zu: „Jetz awwer dabber!“