1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Ruhiger Start für Corona-Testcentrum in Homburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Abstrichstation auf DSD-Gelände eröffnet : Ruhiger Start für Corona-Testzentrum in Homburg

Rund 40 Abstriche nahm man in den ersten beiden Stunden. Die Öffnungszeiten werden am Mittwoch überdacht. Ab nächster Woche hilft auch die Bundeswehr mit.

Bei „Drive In“ denkt man sonst nur an große Burgerketten. In Homburg ist taucht die Bezeichnung seit diesem Dienstag auch in ganz anderem Zusammenhang auf. Denn auch durch die neue Abstrichstation auf dem früheren DSD-Gelände gegenüber Homburger Rathaus und Landratsamt am Forum kann man bequem fahren, muss also nicht aussteigen. Nur lädt man hier keine Burger, Pommes und Cola ein, sondern gibt via Teststäbchen im Sitzen durchs geöffnete Autofenster eine Probe ab, die dann auf das Corona-Virus getestet wird. Dass die abzustreichenden Personen das Auto nicht verlassen, dient dem vorbeugenden Infektionsschutz.

Es ist landesweit die sechste Drive-In-Abstrichstation, die infolge der Corona-Krise und nach den Erfahrungen mit den vor einer Woche überrannten Teststellen in Saarbrücken, Neunkirchen und Dillingen eröffnet wurde. Weil in den nächsten Wochen deutlich mehr Verdachtsfälle erwartet werden, baut jeder Landkreis ein eigenes Test-Zentrum auf. Am Montagnachmittag hatte der Saarpfalz-Kreis mitgeteilt, dass er das Zentrum zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung am Dienstag öffnen werde (wir berichteten), abends liefen die Aufbauarbeiten für die Zelte, in denen die eigentlichen Abstriche stattfinden. Um 10 Uhr ging das Zentrum schließlich in Betrieb.

Der Start verlief ohne Probleme, wie Organisationsleiter Uwe Wagner bestätigte. „Die Leute sind sehr geduldig und haben viel Verständnis für unsere Vorkehrungen.“ Rund 40 Testpersonen waren in den ersten zwei Stunden zur Station gekommen. Ein Arzt und sechs medizinische Mitarbeiter sind im Einsatz. Hier arbeiten in den kommenden Tagen der Malteser-Verband Homburg, der DRK-Kreisverband Homburg/St. Ingbert, Helfer der DLRG und private Rettungssanitäter vom RPS Saar Hand in Hand.

Wagner: „Vorerst haben wir diese Station auf unbestimmte Zeit eingerichtet.“ Auch am Mittwoch besteht von 10 bis 14 Uhr die Möglichkeit, sich auf den Corona-Virus testen zu lassen. Anschließend soll entschieden werden, ob diese Öffnungszeit ausreicht oder erweitert werden muss. „Wir müssen abwarten, wie groß der Bedarf und der Andrang ist“, meint Wagner.

Ohne einen Überweisungsträger vom Hausarzt braucht niemand vorzufahren. Wer keine Bescheinigung vom Arzt hat, wird abgewiesen. Zunächst wird die Testperson befragt, mit welchen Personen sie in den letzten zwei Tagen vor den ersten Anzeichen einer möglichen Virus-Infektion Kontakt hatte. Zudem sollen alle Testpersonen ihre Telefondaten hinterlassen, damit sie möglichst schnell über den negativen oder positiven Befund auf Infektion des Corona-Virus informiert werden können.

Bei einem Verdachtsfall gilt es, den Hausarzt telefonisch darüber zu informieren. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Kontaktaufnahme über die Rufnummer 116 117. Anschließend wird entschieden, ob ein Test auf Corona-Virus-Infektion notwendig ist.

Der oberste Katastrophenschützer des Kreises, Landrat Theophil Gallo, war mit dem Start des Testzentrums zufrieden. Man habe das Projekt genauestens vorbereitet, sodass auch im Ernstfall ein größerer Ansturm zu bewältigen wäre. Neben den oben genannten Hilfskräften seien auch Mitarbeiter auf dem DSD-Gelände im Einsatz, die sonst andere Aufgaben übernehmen, so zum Beispiel die Verkehrsüberwacher. Ab kommender Woche habe auch die Bundeswehr Unterstützung zugesagt. Sechs Sanitäter werden die Helfer dann entlasten. Gallo gegenüber unserer Zeitung: „Wir sind gerüstet“.

Über die Arbeiten an der Teststation hinaus lobt der Landrat insgesamt das Verhalten der Bevölkerung. So zum Beispiel in puncto Notbetreuung in Schulen und Kindertagesstätten. „Die Notbetreuung läuft, da ist sogar noch Luft nach oben.“ Die Plätze seien bei Weitem nicht alle belegt. So würden beim Thema Kitas derzeit 350 Kinder betreut, 1100 Plätze stünden bereit. Also zeigt sich der Saarpfalz-Kreis auch hier gut vorbereitet.

Die Abstrichstation auf dem DSD-Gelände in Homburg ist reibungslos angelaufen. Foto: Markus Hagen. Foto: Markus Hagen

Gallo freut eines ganz besonders: die grenzüberschreitende Hilfe, die gerade angelaufen ist. „Es ist absolut richtig, dass wir den Franzosen helfen und Patienten aufnehmen. Das sind kleine Signale, die unglaublich wichtig sind.“ Generell meint er: „Die derzeitigen Grenzschließungen haben nichts, aber auch gar nichts mit einer Abkehr von Europa zu tun.“