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Rückkehr der Störche steht bevor

Rückkehr der Störche steht bevor

In der Auenlandschaft zwischen Einöd-Ingweiler und Beeden bis Limbach leben seit Jahren wieder Weißstörche. Derzeit wird ein Paar in den Wiesen gesichtet. Dabei handelt es sich aber um Tiere, die in unserer Region den Winter verbrachten.

Vor einigen Tagen hat uns ein Naturschützer aus Einöd mitgeteilt: "Die Störche sind wieder da" (wir berichteten). Tatsächlich ist ein Storchenpaar in der Bierbacher Aue in Einöd und Ingweiler zurzeit zu beobachten. Es hieß, sie sondierten die Umgebung und bauen am Nest. Das wäre eigentlich doch arg früh? Fritz Kaufmann vom Naturschutzbund (Nabu), Ortsgruppe Einöd, ist sich ganz sicher: "Das sind sicherlich noch keine Störche, die aus dem Süden zurückkehren." Er geht davon aus, dass es sich um Störche aus Beeden handelt, die nicht mehr im Süden überwintern, sondern zwischen Beeder Fischerweihern und Biotop im Winter leben. Zwar seien die Einöder Störche im vergangen Jahr schon am 10. Februar gesichtet worden, "doch ich rechne damit", so Kaufmann, "dass sie in diesem Jahr, je nach Wetterlage, wahrscheinlich erst Ende Februar eintreffen werden." Für Karl-Theo Dzieia, Vorstandsmitglied im Beeder Biotopverein, ist ganz klar: "Es sind noch keine Störche eingetroffen." Ein Storchenpaar ("Nichtzieher") lebe auch über Winter hier; es sei hinreichend bekannt, dass die Tiere an der Fischerhütte gut versorgt über den Winter kommen. Dzieia: "Witterungsabhängig rechnen wir in Beeden damit, dass die Störche aus ihren Winterquartier im Süden Mitte März bei uns eintreffen." Er rechnet wieder mit zehn Tieren, die hier bleiben. Die derzeit gesichteten Tiere würden wohl aus Beeden kommen, die "vagabundieren auch in der Einöder Au".

Der Weißstorch scheint jetzt endgültig als Brutvogel ins Saarland zurückgefunden zu haben, heißt es beim Nabu-Landesverband. Nachdem der imposante Vogel jahrzehntelang nicht mehr hier vertreten war, beginnt die Erfolgsgeschichte 1997 mit dem Auftauchen eines einzelnen Weißstorches am Beeder Fischweiher. Im Jahr darauf war es dann schon ein Storchenpaar und 1999 kam es zur ersten erfolgreichen Brut frei lebender Störche im Saarland seit über 30 Jahren.

Gefahren lauern für die Tiere immer noch durch die Trockenlegung der Landschaft und eine nach wie vor intensive Landwirtschaft mit Pestizideinsatz. Seine Hauptlebensräume , wie Überschwemmungsgebiete, Feuchtwiesen und seichte Gewässer seien selten geworden, oder anderweitig genutzt. Große Probleme gebe es auch durch die Verdrahtung der Landschaft mit Hochspannungsleitungen. Der Schlüssel zum Erfolg zur Erhaltung oder Wiederansiedlung des Weißstorches liege eindeutig in der Verbesserung des Angebotes naturbelassener oder renaturierter Lebensräume mit Feuchtflächen und entsprechendem Nahrungsangebot.

 Alljährlich werden die Jungstörche in unserer Region beringt. Unser Foto zeigt den Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch im Jahr 2012 in der Bierbacher Aue in Einöd. Foto: Thorsten Wolf
Alljährlich werden die Jungstörche in unserer Region beringt. Unser Foto zeigt den Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch im Jahr 2012 in der Bierbacher Aue in Einöd. Foto: Thorsten Wolf Foto: Thorsten Wolf

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Auf einen BlickNatur- und Tierliebhaber können Störche in unserer Region an folgenden Orten beobachten: Sie nisten in Einöd auf den Horsten in der Bliesaue zwischen Ingweiler, Bierbach und Webenheim. In Beeden sind sie im Biotop und am Fischweiher am Beeder Brünnchen zu sehen; außerdem sind sie am Blieszufluss Feilbach bei Altstadt nahe der Woogsacker Mühle. Im Naturschutzgebiet Kühnbruch, das zwischen Altstadt und Limbach liegt, sind die Störche ebenfalls zu finden, ebenso am Mutterbach in Limbach und in den Wiesen hinter der historischen Mühle und am ASB-Seniorenheim in der Kirchenstraße. jkn