Rückgang bei Wohnungseinbrüchen

Auch wenn Einbrüche in der Wahrnehmung der Bürger eine große Rolle spielen, führen sie zahlenmäßig die Polizeiliste der Straftaten nicht an. Vermögens- und Fälschungsdelikte rangieren mit 720 Fällen ganz vorne.

Es ist noch nicht lange her, da bestimmten ganze Serien von Wohnungseinbrüchen in Homburg die Wahrnehmung der öffentlichen Sicherheit. Kaum ein Tag verging, an dem unsere Zeitung nicht über immer dreister werdende Einbrecher und ihre Taten berichten musste. Umso bemerkenswerter dann die Zahlen rund um dieses Delikt, die Kriminalhauptkommissar Thomas Raber, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Homburg , gestern im Gespräch mit unserer Zeitung für das Jahr 2014 präsentierte. Tatsächlich sei die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2013 gesunken, von 125 auf 105. Nicht weniger erwähnenswert, und das machten die Zahlen von Raber ebenfalls klar: Auch wenn Einbrüche in der Wahrnehmung der Bürger eine große Rolle spielen und aus vielen Gründen emotional besetzt sind, führen sie zahlenmäßig die Liste der Straftaten bei weitem nicht an. Vermögens- und Fälschungsdelikte rangieren mit 720 Fällen ganz vorne, dahinter kommen "Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit" mit 501 Fällen. Der Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen im Stadtbereich Homburg entspreche aber nicht dem generellen Trend im Saarpfalz-Kreis und im restlichen Saarland. Vielmehr bewege sich die Kreisstadt in diesem Bereich der Kriminalitätsstatistik asynchron. Trotzdem sei in Homburg "diese Problematik nicht zu vernachlässigen. Es ist immer noch ein hohes Niveau, wenn man bedenkt, dass wir in diesem Bereich im Jahr 2012 nur 80 Fälle hatten. Da sind 105 im Jahr 2014 immer noch viel." Woran liegt es aber, dass in Homburg im Gegensatz zum restlichen Saarland die Zahl der Einbrüche in 2014 zurückgegangen ist? Hier nannte Raber die verstärkte Präsenz der Polizei in der Stadt als einen Grund. Grundsätzlich könne man auch eine Verlagerung dieser Delikte in andere Regionen feststellen.Für das Jahr 2015 äußerte Raber die Hoffnung, dass die Fallzahlen nicht wieder ansteigen. Zwar habe man in den ersten Monaten im Vergleichszeitraum zu 2014 einen Anstieg registrieren müssen, "aber seit einigen Wochen treten wenig Fälle von Wohnungseinbrüchen auf. So könnten wir 2015 vielleicht auf dem Niveau von 2014 oder sogar darunter landen."Mit Blick auf die Gesamtzahl der Delikte musste Raber einen leichten Anstieg der Straftaten um 4,2 Prozent von 2013 zu 2014 vermelden. Betrachte man aber die Entwicklung über den Zeitraum von 2005 bis 2014, dann könne man einen Rückgang von 14,9 Prozent verbuchen. Neben der reinen Polizeiarbeit nannte Raber auch besondere Aktionen wie gesonderte Einbruchschutzberatungen und die "Mobile Wache" als erfolgreiche Instrumente in der Verbrechens-Prävention. 18 Mal hätten hier die Kontaktbeamten der Polizeiinspektion Homburg im vergangenen Jahr in der Homburger Innenstadt Bürger vor Ort beraten und über Maßnahmen zum Schutz von Eigentum und zur persönlichen Sicherheit informiert.