1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

„Rough ’n‘ Tough Festival mit drei Bands Homburg lockte in Musikpark

Musikpark Homburg : Festival der richtig harten Gitarrenkunst

Gleich drei Bands tischten am Samstag im Homburger Musikpark gehörig auf. Veiled Eyes aus dem Rhein-Neckar-Raum, Herzlos aus Kaiserslautern und Erzengel aus Mannheim boten beim „Rough ’n‘ Tough Festival“ eine richtig gute Show.

Wer es hart und heftig mag, der kam am Samstag beim „Rough ’n‘ Tough Festival“ im Homburger Musikpark voll auf seine Kosten. Mit Veiled Eyes aus dem Rhein-Neckar-Raum, Herzlos aus Kaiserslautern und Erzengel aus Mannheim hatte Achim Müller von der Homburger Kulturgesellschaft drei Bands verpflichtet, die gemeinsam ganz unterschiedliche Spielarten der richtig harten Gitarrenkunst auf die Bühne brachten.

Die Jungs von Veiled Eyes standen da für Modern- und Alternative Metal, gepaart mit klassischen Sounds. Denny Tailor (Gesang), Marcel Dupont (Gitarre), Peezy (Gitarre), Brian „Shorty“ Short (Bass) und Marvin „Marv“ Towae (Schlagzeug) zimmerten als Opener des Abends fette Bretter zusammen – hatten allerdings in den ersten Minuten technisch mit einem ausgesprochen dominanten Schlagzeugsound zu kämpfen. Das war schade, denn Veiled Eyes, und das konnten die Besucher dann glücklicherweise schnell hören, ist eine Band, die man sich merken sollte. Gerade mal einen Monat spiele man in der Besetzung des Samstags zusammen, auf vier Proben habe man es gebracht, erzählte Sänger Denny nach dem Auftritt. Von dieser kurzen Aufheizphase merkten die Musik-Fans wahrlich nichts. Nachdem die Band ihren Sound in den Griff bekommen hatte, konnten sie sich einen prächtigen Eindruck vom Potential von Veiled Eyes machen. In Sachen Bühnenpräsenz waren es vor allem Sänger Denny und Basser Brian, die den Auftritt dominierten – sehr zur Freude einiger amerikanischer Fans, die wohl eigens wegen Brian den Weg nach Homburg gefunden hatten. Das mag nicht verwundern, ist der Veiled-Eyes-Bassist doch beruflich auf der US-Airbase in Ramstein unterwegs.

Was Veiled Eyes lieferte, das war hart und abwechslungsreich. Und auch wenn gerade das Schlagzeug am Anfang einige Probleme machte, sorgten doch die vom Bühnenhintergrund in den Raum gedonnerten Beats und gelungenen Breaks dafür, dass die Band weit weg war vom Einheitsgestampfe so mancher Vertreter des Heavy Metals. Aber nicht nur hart konnte die Band, auch in ganz ruhigen Gewässern war sie zu Hause, so als Denny Tailor nur mit der Akustik-Gitarre Feuerzeug-Momente erweckte.

Bevor Erzengel dann als Closer des Abends erneut Neue Deutsche Härte servierte (die Band war im Januar als Ersatz für Ape Shifter beim Epiphany Thunderstorm im Musikpark eingesprungen, wir berichteten), präsentierte Herzlos als Sandwich-Band des Festivals mit deutschsprachigem Punkrock eine weitere Genre-Farbe. Marvin (Gesang), Olla (Bass/Gesang), Andrew (Gitarre/Gesang), Jona (Gitarre/Gesang) und Alex (Drums) waren dabei nicht weniger kompromisslos wie zuvor Veiled Eyes, hämmerten aber in eine ganz andere Kerbe – und das mit ordentlich Wumms. Treibende Gitarren, ein im wahrsten Sinne des Wortes interaktive Bühnenshow und permanentes Tempo ließen vergessen, dass es in Sachen Publikumszuspruch gerne hätte etwas üppiger ausfallen können.

Aber augenscheinlich tun sich die Homburger immer noch recht schwer mit Bands, die sich nicht dem mehr oder weniger gelungenen Covern von sicheren Hits verschrieben haben. Oder, um es mit den Worten eines Gastes zu sagen: „Würden hier jetzt Schlager von Helene Fischer, Andrea Borg und anderen laufen, dann wäre der Laden voll.“ Aber: Viele würden wohl lieber nach Neunkirchen oder Saarbrücken fahren – und sich dann beschweren, dass „in Homburg nix los“ sei.

Wenn geben, dann alles geben: Die Band Veiled Eyes stand zum Auftakt des Festivals auf der Bühne. Foto: Thorsten Wolf

Und vor diesem Hintergrund war der absolut gelungene Abriss, den Veiled Eyes, Herzlos und Erzengel da am Samstag lieferten, mit der Potenz Hoch-Drei zu bewerten: Wer den Weg in den Musikpark gefunden hatte, der bekam eine richtig, richtig gute Show geboten.Der bekam alles auf die Ohren, was ein Festival, das mit den Prädikaten „rau“ und „hart“ wirbt, schlicht zu bieten hat – und noch ein bisschen mehr.