Richtige Ernährung lehren lernen

Homburg. "Am besten stellst du deine Ernährung um und bewegst dich", antwortet Nina Cocker häufig, wenn sie von Freunden nach Diät-Tipps gefragt wird. Die 23-Jährige beendet gerade das erste Ausbildungsjahr als Diätassistentin, ein Beruf, der häufig nur auf das Abnehmen reduziert wird und dabei vielschichtiger ist

Homburg. "Am besten stellst du deine Ernährung um und bewegst dich", antwortet Nina Cocker häufig, wenn sie von Freunden nach Diät-Tipps gefragt wird. Die 23-Jährige beendet gerade das erste Ausbildungsjahr als Diätassistentin, ein Beruf, der häufig nur auf das Abnehmen reduziert wird und dabei vielschichtiger ist. "Der Beruf Diätassistentin ist ein nicht-ärztlicher Heilberuf. Wir setzen in Zusammenarbeit mit dem Arzt die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Ernährung und der speziellen Diätetik in die Praxis um", erklärt Susanne Savelkouls-Wüstenberg. Sie arbeitet als Lehrkraft an der Schule für Diätassistenten auf dem Gelände des Uni-Klinikums in Homburg. "Zu diesem Beruf gehört das Planen von Veränderungen der Ess- und Trinkgewohnheiten", erklärt Savelkouls-Wüstenberg. "Auch das Herstellen von Kostformen, Behandlung von ernährungsabhängigen Erkrankungen und die Beratung und Schulung gehören zum Aufgabenbereich", so die Expertin. Die Frage nach dem Diät-Tipp kennt sie auch seit vielen Jahren. "Es gibt da aber kein allgemeines Rezept", pflichtet sie ihrer Auszubildenden bei. "Es muss eine Ernährungsumstellung stattfinden, und man muss sich bewegen, je nach Gesundheitszustand." Eine Faustregel für einen Langzeiterfolg beim Abnehmen ohne Jojo-Effekt hat sie trotzdem. "Es ist sinnvoll, langsam abzunehmen, etwa fünf Prozent des Ausgangsgewichts pro Jahr, und dabei gleichzeitig genussvoll satt zu werden. Ohne regelmäßige Bewegung ist allerdings eine dauerhafte Gewichtsreduktion nicht möglich." Auch werden Diätassistenten in Großküchen eingesetzt, um in Zusammenarbeit im Küchenmanagement eine ausgewogene Ernährung anzubieten. Oder sie spezialisieren sich auf künstliche Ernährung. "Dann ist ihr Einsatzgebiet zum Beispiel die Intensivstation eines Krankenhauses", so Savelkouls-Wüstenberg. Bereiche, die auch Nina Cocker besonders interessieren. Sie hat bereits in der Schule die Fächer Biologie und Chemie gemocht und profitiert in der Ausbildung jetzt davon. "Das Gebiet Ernährung interessiert mich besonders. Es ist interessant, wie die einzelnen Stoffe auf den Körper wirken", so die Auszubildende. Erik David hat seinen Ausbildungsberuf schon oft erklären müssen. "Der Begriff wird häufig auf nur einen Bereich reduziert, dabei bedeutet Diät eine Kostform für Menschen, die krankheitsbedingte Ernährungsbedürfnisse haben", so der 29-Jährige. Er ist bereits im dritten Lehrjahr und steht kurz vor dem Abschluss. "Ich bin eher zufällig auf diesen Beruf gestoßen. Ich wollte im Gesundheitsbereich arbeiten und war dann von der Vielfalt in diesem Beruf begeistert", so David. Aus dem Ruhrgebiet ist er für seine Ausbildung nach Homburg gezogen. "Ich stand kurz davor, eine Kochlehre zu beginnen und habe dann gesehen, dass ich mein Interesse an Ernährung auch in diesem Beruf einbringen kann." Wenn er mit der Ausbildung fertig ist, möchte er gerne als Diätassistent in einer Krankenhausküche arbeiten, um Erfahrungen zu sammeln. "Und mein Fernziel ist die Selbstständigkeit."

Auf einen BlickAm Freitag, 20. März, ab zehn Uhr, ist an der Schule für Diätassistentinnen und Diätassistenten Tag der offenen Tür. Mit einem umfangreichen Programm stellen die Schülerinnen und Schüler ihren Beruf vor und geben Interessenten die Möglichkeit, einen Einblick zu bekommen. Verschiedene Stationen wurden vorbereitet. Dazu gehören unter anderem: "Diätassistenten im Verpflegungsalltag" und "Ernährung und Lebensqualität". Ab 13 Uhr wird die Leiterin der Schule, Ute Rost, einen Vortrag zum Ausbildungsberuf halten. Uni-Klinikum, Gebäude 54, Homburg.red

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