Reiterverein sucht nach Lösung

Der Reit- und Fahrverein Homburg ist durch die Abholzaktion entlang ihrer Anlage schwer getroffen. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Ein weiteres Gespräch mit der Landesbehörde soll nun Wege aus der vertrackten Situation zeigen.

Für den Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) ist die erneute Rodung von Bäumen an der A 6 in Höhe der Anlage des Reit- und Fahrvereins Homburg in Reiskirchen Notwendigkeit. Für den Verein selbst scheint die damit entstandene Situation existenzbedrohend - vor allem vor dem Hintergrund des großen Reitturniers im Sommer, das aus Sicht des Vereins nun auf der Kippe steht (wir berichteten).

Damit stehen sich zwei Einschätzungen gegenüber, die derzeit nur schwer vereinbar wirken. Zum Hintergrund: Zum zweiten Mal nach einer ersten Rodung im Winter 2014/2015 wurde vor einigen Wochen Gehölz im Grünstreifen zwischen der Autobahn und dem Springplatz des Vereins entfernt. Dies geschah, so Klaus Kosok von LfS, aus Gründen der Verkehrssicherheit. Im Ergebnis sind es jetzt nur noch wenige Bäume, die dort stehen. Ein Lärmschutz oder Sichtschutz der Reitanlage scheint, zumindest in der gegenwärtig noch laublosen Zeit, nicht mehr gegeben. Für den Verein ist dieser Zustand eine kaum zu handhabende Situation. "Viele Lkw-Fahrer hupen, wenn sie vorbeifahren. Das ist gefährlich für Mensch und Tier. Es hat hier schon einen Unfall gegeben, als ein erschrecktes Pferd auf dem Platz durchgegangen ist und eine Stallkraft verletzt hat", erklärte die Pressewartin des Vereins, Sandra Richter, bei einem Termin an der Reitanlage am Dienstagabend. Zu dem hatte die CDU Erbach-Reiskirchen eingeladen.

Nach der ersten Rodung im Winter 2014/2015 habe es Gespräche mit dem LfS gegeben, so Richter und die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Daniela Marx. Damals habe man sich darauf verständigt, dass der Verein auf eigene Kosten und auf dem Gelände des Bundes eine Sichtschutzwand errichtet. Bei einem Ortstermin mit dem LfS, bei dem es um die Klärung der Frage "Wohin kommt die Wand?" gegangen sei, habe der Landesbetrieb von dieser Lösung aber wieder Abstand genommen, "weil diese Wand zu nah an der Autobahn gestanden hätte", schilderte Marx. Die Stichworte hier: Unfallgefahr und Zugang für Mähwerke am Autobahnrand. Und Richter ergänzte: "Der LfS wollte auch die Haftung für diese Sichtschutzwand nicht übernehmen. Wir als Verein können das aber auch nicht."

Auf Nachfrage bestätigte Klaus Kosok den Ortstermin, machte aber aus Sicht seiner Behörde klar, dass es im Ergebnis einen Antrag des Vereins auf Gestattung besagter Sichtschutzwand gegeben habe. Diesem habe der LfS im Mai mit einem entsprechenden Vertrag entsprochen. Beide Dokumente liegen unserer Zeitung vor. Diese verdeutlichen auch, dass der Landesbetrieb sich von der Haftung freispricht - für Kosok zwingend, immerhin handele es sich bei der Sichtschutzwand nicht um einen Bau des LfS.

Nun scheint die Situation einigermaßen vertrackt. Eine Lösung, und das brachte der Termin am Dienstagabend, könnte nun sein, schon recht ausgewachsene und immergrüne Pflanzen in der Mitte des Hangs zu pflanzen - für den CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Markus Uhl eine kurzfristig gangbare Lösung. Uhl regte auch an, dass sich die Beteiligten noch einmal zusammen setzen, um einen pragmatischen Ausweg zu finden.