Reichspogromnacht als Mahnung

Homburg. "Diese Ausstellung verdeutlicht, dass, wenn die politischen Verhältnisse so sind, wie sie damals in der Zeit des Dritten Reiches waren, in einer Diktatur Menschenverachtung entsteht. Das ist das Wesen einer Diktatur." Ministerpräsident Peter Müller zeigte sich am Dienstagnachmittag angesichts seines Gangs durch die aktuelle Ausstellung rund um die Ereignisse am 9

Homburg. "Diese Ausstellung verdeutlicht, dass, wenn die politischen Verhältnisse so sind, wie sie damals in der Zeit des Dritten Reiches waren, in einer Diktatur Menschenverachtung entsteht. Das ist das Wesen einer Diktatur." Ministerpräsident Peter Müller zeigte sich am Dienstagnachmittag angesichts seines Gangs durch die aktuelle Ausstellung rund um die Ereignisse am 9. November 1938 in Homburg, der Reichspogromnacht, sichtlich beeindruckt von dem, was ihm Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums anhand zahlreicher Schautafeln im Foyer des Homburger Rathauses nahe brachten. "Die Botschaft kann nur sein: Wehret den Anfängen. Etwas wie das Dritte Reich darf es nie wieder geben. Deswegen müssen wir bei jeder Form von Totalitarismus, Extremismus und Rassismus klar machen: Mit uns nicht!" Reichlich Zeit hatte sich Peter Müller genommen, um sich von den Schülern und deren betreuenden Lehrer Eberhard Jung durch die umfangreiche Ausstellung führen zu lassen. Den Anfang machten dabei die Arbeiten der Saarpfalz-Gymnasiasten zum 9. November als immer wieder kehrendes Schicksalsdatum deutscher Geschichte. Vielteilig und vielschichtig hatten sich die Schüler mit den einzelnen Ereignissen dieses Tages im Laufe der Geschichte befasst, sei es die Ausrufung der Republik im Jahr 1918, die Reichspogromnacht oder auch der Mauerfall (wir berichteten ausführlich). Nicht weniger detailliert: Die Ausstellung von Schautafeln des Adolf-Bender-Zentrums aus St. Wendel rund um die Ereignisse am 9. November 1938 im Saarland, für Homburg ergänzt, realisiert von Schülern des Saarpfalz-Gymnasiums, um weitere Informationssammlungen, die sich gezielt mit den Ereignissen dieses Tages in Homburg befassen. Stellvertretend für die jungen Spurensucher war es an Pascal Kihm, Ministerpräsident Peter Müller das Schicksal der jüdischen Bevölkerung an diesem Tag und in den Schreckensjahren danach, geprägt von Verfolgung und Vernichtung, zu vermitteln. Müller verfolgte die Schilderungen der Schüler hochkonzentriert und nutzte immer wieder die Gelegenheit, mahnend die Brücke vom Erinnern an Gestern zum Handeln von heute zu bauen. "Wehret den Anfängen." Doch nicht nur mit ihren Recherchen und ihren nun überaus genauen Kenntnissen rund um den 9. November wussten die Schüler bei Peter Müller Eindruck zu hinterlassen: Gemalt von Alina Keßler überreichten sie ein Gemälde des deutschen Streiters für Demokratie, Philipp Jakob Siebenpfeiffer, an den Ministerpräsidenten - mit einem klaren Ziel. Lehrer Eberhard Jung: "Dieses Bild soll einen besonderen Platz in der Saarbrücker Staatskanzlei erhalten. Und immer, wenn ein Besucher im Angesicht des Bildes nicht weiß, wer Siebenpfeiffer war, wäre es schön, wenn ihm dies jemand erklären könnte." "Die Botschaft kann nur sein: Wehret den Anfängen."Ministerpräsident Peter Müller

Auf einen BlickNoch bis morgen, 27. November, wird im Foyer des Rathauses in Homburg die Ausstellung "Reichspogromnacht" gezeigt. Als Ergänzung dazu präsentiert das Saarpfalz-Gymnasium die Schau "Der 9. November - ein Schicksalstag der Geschichte". Sie ist innerhalb einer Woche aus dem Projekt "Zeitung in der Schule" hervorgegangen. Ausstellungsbegleiter vom Adolf-Bender-Zentrum in St. Wendel und Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums führen auf Wunsch durch die Ausstellung. red