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Regionalverband Saarbrücken bietet Wanderern Karl May, Urwald und Liebes-Weg

Wandern im Regionalverband : Von Winnetou bis zum Weg der Liebenden

Im Regionalverband Saarbrücken gibt es viele Wandermöglichkeiten. Sowohl markierte als auch unmarkierte Routen laden ein, in der Natur die Seele baumeln zu lassen.

Prekäre Zeiten. Wohin flüchten? Vielleicht in den Urwald? Kein Scherz: Wir haben in den vergangenen Tagen das Wandern im vom Saarforst so genannten „Urwald vor den Toren der Stadt“ ausprobiert. Der Urwald liegt zwischen Saarbrücken und Riegelsberg. Wir waren auf verschiedenen Strecken unterwegs. Auf dem „Wilden Netzbachpfad“, einer als „schwer“ eingestuften Tour. Und auf dem „Weg der Liebenden“ um das Forsthaus Neuhaus herum, der auch für Behinderte geeignet ist. Zudem haben wir die ausgeschilderte – und durchaus spektakuläre – „Urwaldtour“ im Saarkohlenwald gemacht. Waren auf dem Karl-May-Wanderweg rund um Sulzbach unterwegs – also gewissermaßen mit Winnetou am Brennenden Berg. Und auch auf dem weitgehend unbekannten Haldenweg, eigentlich eine Mehrtagetour über stillgelegte Bergehalden.

Bei all diesen Wanderungen ließ sich feststellen: Der Frühling in Verbindung mit gut ausgeschilderten Premiumwegen bietet überraschende Ein- und Aussichten. Gerade hinsichtlich der Corona-Krise bewahrheitet sich das Sprichwort: „Es gibt nichts Schlechtes, an dem nicht auch etwas Gutes ist.“ Denn hier, in den ausgedehnten Wäldern des Regionalverbandes, offenbart sich eine neue Freundlichkeit unter den Leuten.

Familien mit Kindern, Ehepaare mit Hunden, Jogger – aktuell dürfen zwei mit Abstand zusammen laufen – und Einzelwanderer. Sie alle machen einen großen Bogen umeinander. Lassen sich an engen Stellen rücksichtsvoll den Vortritt. Alles der Vorbeugung wegen. Und nichtsdestotrotz mit dem Wunsch „Bleib gesund!“ auf den Lippen. Die Mountain-Biker rufen freundlich: „Lassen Sie mich bitte durch?“ Und bedanken sich höflich fürs Vorlassen. Bloß einige wenige Hunde haben vom Kontaktverbot offensichtlich noch nichts gehört. Was Herrchen oder Frauchen zur gewohnten Bemerkung „Der will doch nur spielen!“ veranlasst.

Der Spruch ziert den Weg der Liebenden am Forsthaus Neuhaus. Foto: Walter Faas

Die Natur scheint bei diesem herrlichen Wetter förmlich zu explodieren, und Wandermöglichkeiten – sowohl auf markierten als auch unmarkierten Routen – gibt es im Regionalverband Saarbrücken mehr als genug. Die Grenze nach Lothringen in Frankreich sollte man aber, aus aktuellem Anlass, derzeit besser nicht überschreiten.