Region kann man auch essen

Tanja Schindeldecker und Nina Hartmann vom Mannlich-Gymnasium haben sich bei einem Seminarprojekt dazu inspirieren lassen, in der Kantine nachhaltige Kost zu servieren. Und es hat sehr gut geschmeckt.

Nachhaltigkeit ist ein gerne gehörtes Wort: Nachhaltige Energiewirtschaft, nachhaltiger Konsum und natürlich auch nachhaltiges Essen rücken verstärkt in den Fokus. Am Homburger Christian-von-Mannlich-Gymnasium nun machten sich am Donnerstag mit Nina Hartmann und Tanja Schindeldecker zwei Schülerinnen der Klassenstufe 12 auf, um ihren Mitschülern einen bewussten Genuss der Mittagspause buchstäblich schmackhaft zu machen (wir berichteten). Als Einzel-Projekt und als Teil ihres Seminarfaches "Nachhaltigkeit " servierten die beiden Kürbissuppe und Apfelkuchen - beides aus regionalen Bio-Produkten. Und die erste Resonanz der "Kunden" zeigte deutlich: Nachhaltigkeit hört sich nicht nur gut an, sie schmeckt auch - davon zumindest kündeten am Ende leere Teller und satte Schüler .

Doch wie kam es zum Guten aus Teller und Topf? Im Gespräch mit unserer Zeitung skizzierten Nina und Tanja die Hintergründe. "In meiner letzten Facharbeit für das Seminarfach, die ich schriftlich ausarbeiten musste, habe ich schon das Thema Nachhaltiges Kochen behandelt. Und da es bei unserem aktuellen Projekt um Nachhaltigkeit an der Schule geht, haben wir uns überlegt, dass man nachhaltiges Kochen nicht nur im privaten Umfeld, sondern eben auch an einer Schule umsetzen kann. So kam die Idee", erzählte Tanja Schindeldecker. In Kooperation mit den Betreibern der Schul-Kantine habe man ein Konzept erarbeitet - an dessen Ende stand dann besagtes Mittagsmenü aus Kürbissuppe , zubereitet von der Schulkantine, und Apfelkuchen, gebacken von Tanja und Nina. Und warum Kürbissuppe ? Tanja Schindeldecker: "Es ist ja derzeit Erntezeit. Zudem ist die eigentlich jeder gerne. Und diese Suppe ist nicht so schwer zuzubereiten." Vor dem gleichen Hintergrund habe sich auch der Entschluss ergeben, dazu Apfelkuchen zu reichen, "weil wir ja regionale und saisonale Produkte verwenden müssen", ergänzte Nina Hartmann.

Die von Tanja und Nina zubereitete und servierte Nachhaltigkeit sollte aber nicht am Suppenlöffel und an der Kuchengabel enden. Nachhall zu Nachhaltigkeit war die gewünschte Nachspeise. "Wir werden zu dieser Aktion den Schülern natürlich etwas erklären und vielleicht so auch dafür sorgen, dass sie zu Hause darüber nachdenken, was sie da essen. Und vielleicht ändert sich ja was, und es gibt einen Lerneffekt", zeigte sich Nina hoffnungsvoll

Im Prozess des Projektes, das machten die beiden Schülerinnen klar, habe sich die Einstellung zu ihrer Idee schon geändert. "Am Anfang", gestand Nina Hartmann ein, "war es für uns eigentlich nur ein Thema fürs Seminarfach. Aber inzwischen achten wir auf Nachhaltigkeit auch privat, wir haben das schon verinnerlicht". Statt ums Verinnerlichen ging's dann um's Veräußern: Schlag 13 Uhr am Donnerstagmittag bildete sich eine Schlange von Schülern und Lehrern an der Suppenausgabe in der Aula des Mannlich. Fast schon mit Routine gab Nina den Apfelkuchen aus, Tanja sorgte mit einem freundlichen und immer wieder kehrenden "Achtung, heiß! Und guten Appetit" für Suppe im Teller . Und es sollte gerade mal neun Minuten dauern, bis der erste zum Nachschlag kam. Also alles gut und ein Erfolg? Nach Ende der Aktion und vor dem eigenen Teller Suppe nickten die beiden Zwölfer. Tanja Schindeldecker: "Es ist schön zu sehen, wenn die Teller leer gegessen werden und die Schüler sich Nachschlag holen."