Studie zur E-Mobilität : Raumstudie zur E-Mobilität im Saarpfalz-Kreis

Studie zur E-Mobilität : Raumstudie zur E-Mobilität im Saarpfalz-Kreis

Wo in der Saarpfalz und der benachbarten Westpfalz öffentliche Ladestationen sinnvoll wären, das wurde von zwei Unternehmen eingehend untersucht.

Der Saarpfalz-Kreis hat in Kooperation mit sieben Partnern aus Rheinland-Pfalz von den Beratungsunternehmen Pricewaterhouse/Coopers und der Gretas GmbH eine Raumstudie erarbeiten lassen, die Landkreisen, Kommunen, Unternehmen sowie den Stadtwerken Grundlagen liefern soll, auf ihrem jeweiligen Gebiet Ladesäulen für Elektroautos zu errichten. Die wesentlichen Ergebnisse der Konzeptions- und Raumstudie „E-Mobil Saar-Westpfalz“ wurden den Projektbeteiligten dieser Tage auf der Abschlussveranstaltung im Homburger Forum vorgestellt. Die Studie führt – unterteilt nach den Kreisen und Städten mit mindestens 20 000 Einwohnern – sowohl die Ladebedarfsräume als auch die Top-Standorte auf. Alle bewerteten Standorte in der Region Saar-Westpfalz sind zudem im Abschlussbericht aufgeführt, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung weiter.

Das Projekt wurde im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit insgesamt 73376,50 Euro durch das BMVI gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

Hintergrund: Ländliche Regionen wie das Biosphärenreservat Bliesgau und die Region Westpfalz stehen in Hinblick auf die Elektromobilität gegenüber urban geprägten Räumen noch am Anfang. Im Zuge der Diskussion um gleichwertige Lebensverhältnisse und 100-prozentig Erneuerbare-Energie-Regionen stelle sich daher die Frage, wie eine angepasste und dennoch attraktive, umweltfreundliche Mobilität gerade auch im ländlich geprägten Raum aussehen könnte.

Diese gemeinsame Konzeptions- und Raumstudie habe Standortvorschläge für Elektroladestellen in der Region mit dem Ziel herausgearbeitet, an bestehende Ansätze der Elektromobilität anzusetzen und eine klima-, umwelt- und sozialverträglichere Mobilität auszugestalten. Dazu Landrat Theophil Gallo: „Die Studie bildet damit eine wichtige Grundlage für einen regional abgestimmten Ausbau der Ladeinfrastruktur.“

Zu den Ergebnissen: Insgesamt 5108 mögliche Standorte an Parkplätzen (Parkplätze) in der Region Saar-Westpfalz wurden anhand von 13 verschiedenen räumlichen Untersuchungsfaktoren (zum Beispiel Orte mit hoher Wohndichte anhand der Einwohnerdichte) analysiert und bewertet, um jedem dieser Potenzial-Standorte einen Eignungswert für die Errichtung von Ladeinfrastruktur zuzuweisen, heißt es weiter. Auf dieser Grundlage konnten die Ladebedarfsräume in einer Rastergröße von 2000 x 2000 Meter mit der höchsten Eignung festgestellt werden. Innerhalb dieser Ladebedarfsräume wurden mehr als 60 Top-Standorte (Parkplätze) in Form von Vor-Ort-Analysen vertieft untersucht. Dabei entfielen 33 Top-Standorte auf Städte mit mindestens 20 000 Einwohnern und 30 Top-Standorte auf den ländlichen Raum außerhalb dieser Städte.

Im Rahmen der Studie wurden die regionalen Akteure sowie Bürger unter anderem in Form einer Online-Befragung eingebunden. Wesentliche Erkenntnis: Ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger messen dem Ausbau der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur eine hohe Bedeutung bei, obwohl in den überwiegenden Fällen die Möglichkeit besteht, ein Elektrofahrzeug zu Hause oder am Arbeitsplatz zu laden. Zudem deuteten die Erkenntnisse darauf hin, dass sich die Streckenprofile bereits jetzt vielfach für den Einsatz von Elektrofahrzeugen eigneten.

Diese Studie stelle einen ersten bedeutenden Schritt zum Ausbau der regionalen Ladeinfrastruktur dar, heißt es in der Mitteilung. Zur Förderung der Elektromobilität in der Region Saar-Westpfalz sei es wichtig, auf dieser Grundlage und über das Projekt hinaus den Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie die Entwicklung weiterer Elektromobilitätsangebote koordiniert voranzutreiben. Um die Vernetzung der beteiligten Akteure und einen regelmäßigen Austausch sicherzustellen, solle die Zusammenarbeit auf Empfehlung der Kooperationspartner über die Lenkungsgruppe des Projekts e.Mobil Saar-Westpfalz fortgeführt und weiter intensiviert werden. Der Abschlussbericht steht unter www.saarpfalz-kreis.de