Kappensitzung : Spaß und Spagat mit Celine und Lena

Die heiße Phase der närrischen Zeit steht kurz bevor. Deswegen haben Akteure der hiesigen Fastnachtsvereine die Homburger Redaktion besucht. Heute sind es Celine Fries und Lena Stoffel, das Kindermariechen-Tanzpaar der MGM.

Sie bringen definitiv Schwung in die Homburger Redaktion – und Farbe. Celine Fries, 10, und Lena Stoffel, 8, sind das junge Tanzpaar der Oberbexbacher „Mer gehn metsamme“ (MGM). Und sie haben sich natürlich in ihre Kostüme geworfen. Deswegen leuchtet es jetzt regelrecht in Rot und Weiß an diesem grauen Nachmittag. „Das sind die Vereinsfarben“, erklären die Mädchen. Dazu kommt, natürlich, Glitzer für den Glamourfaktor, ein paar schwarze Details und Hüte mit prächtigen Federn verziert, übrigens alle angenäht. Den Stoff durften sie selbst aussuchen. Mehrere 100 Euro kostet so ein Kostüm, das eine Schneiderin eigens anfertigt, Verein und Eltern legen dafür zusammen. Dafür ist es zweiteilig und damit so geschickt gemacht, dass es ein paar Jahre mitwachsen kann, wird dann noch verraten.

Und dass sie dieses Outfit nicht nur einfach tragen, sondern richtig etwas können, das kann man bereits sehen, wenn Lena und Celine für die Fotos posieren. Da wird dann so ein Redaktionsraum schon mal zu eng und der Tisch zur Bühne: Arme auf gleicher Höhe, ein Bein gestreckt, das andere ausgestellt oder in Variante zwei auch aufs Knie.

 Es ist bereits ihre zweite Session, der zweite Tanz als Kindermariechen-Tanzpaar. Die Musik aus „Fluch der Karibik“ liegt ihnen. „Ich mag die“, sagt Celine und beide summen die bekannte Melodie ein bisschen an. Gut drei Minuten lang werden sie dafür auf der Bühne wirbeln - da stecken eine ganze Menge Schritte und Bewegungen drin, die man sich merken muss. „Geht schon“, meinen die beiden aber lapidar.  Und sie erzählen, dass jede so ihre Spezialität hat: Die eine kann das Standspagat rechts besser, der anderen liegt es links mehr, zum Beispiel. Damit alles sehr gut klappt, trainieren sie das ganze Jahr über mit Kathrin Schmelzer, einmal pro Woche, immer samstags zwei Stunden lang. Außerdem sind sie bei den MGMchen dabei, auch hier wird selbstverständlich regelmäßig geübt. Die MGM hat traditionell ein breites Spektrum an Tanzgruppen: Es gibt hier zum Beispiel die Piccolini für die Jüngsten, die MGMchen, die Junioren- und die große Garde. Dazu kommen weitere Gruppen wie die No Limits oder auch die Rippcher. Und es gibt ein Tanzmariechen und eben das Tanzpaar.

Angefangen mit dem Tanzen haben Lena und Celine mit etwa sechs Jahren, auch einfach so „bei mir zu Hause“. Bei Celine war es die Tante, Sarah Wolf, die sie dann fragte, ob sie denn nicht bei der MGM aktiv werden wolle. Das kommt nicht von ungefähr, denn ihre Tante ist bei dem Verein als Trainerin aktiv. Bei Celine ist die Fastnacht ohnehin irgendwie Familiensache. Denn ihre Mutter Jasmin, die sie beim Redaktionsbesuch begleitet, schwingt ebenfalls das Tanzbein bei der Showtanzgruppe No Limits. Während Celine also sozusagen Konfetti gewöhnt ist, sieht das bei Lena etwas anders aus. Ihre Eltern sind eher Fastnachts abstinent. Und als sie dann bei den Piccolinis startete, war es der Opa, der zuschaute und die anderen mit seiner Begeisterung ansteckte: „Jetzt kommen sie alle“, freut sich Lena.

Getestet haben Lena und Celine den Auftritt auf der großen Bühne zwar schon einmal, doch ab heute, Freitag, 8. Februar, wenn die  erste Sitzung ansteht, geht es für sie richtig rund. Jede Menge närrische Termine (siehe Infokasten) stehen auf dem Plan. Die hat Sitzungspräsident Patrick Weber, der ebenfalls in der Redaktion mit dabei ist,  alle im Kopf – und er ist stolz darauf, dass die MGM im Programm viel zu bieten hat: sieben Büttenreden, Gesang, dazu der Tanz von Garden, Show-Tanz-Gruppen und Co. „Da ist  viel Abwechslung drin“, betont er. Immerhin feiert der Verein um Präsident Patric Breme diesmal auch ein besonderes närrisches Jubiläum: 5 mal 11 Jahre, daher das aktuelle Motto „Wunderbare 55 Jahre“. Das spiegelt sich auch im Orden wider, den sie mitgebracht haben und auf den Tisch legen: In der Mitte findet sich das Wappen von Oberbexbach, darunter der Vereinsname „Mer gehn metsamme“, dazu prangt oben die 55 in Gold.

In ihrem Nicht-Fastnachts-Leben gehen Celine und Lena ganz normal in die Schule, machen das, was viele andere Kinder auch tun, besuchen etwa den Kommunionsunterricht (Lena) oder sind Messdiener in der Kirche (Celine). Ungefähr eine halbe Stunde dauert es mit dem Umziehen, mit Zöpfe flechten und Make-up-Auflegen bis aus ihnen das MGM-Tanzpaar wird. Und das braucht jetzt viel Energie, um bis zum Aschermittwoch, also am 6. März, durchzuhalten. Aber wenn man die Mädchen so beobachtet, dann wird schnell klar: Die schaffen das, gar kein Zweifel.

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