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Prost Neujahr ohne Böller in Homburg

Die Lebensfreude kommt wieder : Prost Neujahr ohne Krach und Dreck

Was für eine Freude: Am Morgen des ersten Tages des neuen Jahres wurde man diesmal nicht von matschigen Papierresten auf der Straße empfangen. Ja, hier spricht ein Silverstermuffel.

Aber ganz ehrlich, trostloser als morgens um neun Uhr durch die aufgeweichten und pappigen Überreste der nächtlichen Party zu stapfen, geht’s kaum noch. Früher, ja früher – da war es am Neujahrsmorgen meist noch richtig kalt und eisig. Das traditionelle Weihnachtstief mit zehn Grad plus und Regen gab’s schon immer, aber zwischen den Jahren klopfte dann doch meist der Winter mit Macht an die Tür, und der Pappe-Müll von Knallern und Raketen blieb wenigstens ein paar Wochen unsichtbar unter einer Eisschicht kleben. Seitdem es nun an Silvester meist  regnet und zugleich auch noch neblig ist, wabert der Knaller- und Raketenrauch durch den Äther und sorgt am nächsten Morgen für trostlose Straßen.

 Kein Wunder also, dass man zum Jahresbeginn gerne Urlaubskataloge wälzt und vom Sommer träumt - oder wenigstens von einem bisschen Schnee, auch wenn es nur der Erbeskopf ist. Aber selbst der ist ja nun gesperrt, weil sich der Wunsch nach Schnee bei allzu vielen Personen gleichzeitig formierte, was in diesen Zeiten bekanntlich nicht gut ist.  Ja, so gelangen auch Provinzberge zu neuem Ansehen. Mal sehen, wie lange die Attraktivität des Erbeskopfs anhält, wenn der Ortler, das Matterhorn oder der Mont Ventoux wieder erlaubt sind.

Es soll ja Zukunftsforscher geben, die behaupten, die Menschen würden sich nach 2020 umorientieren und jetzt ihre Vorliebe fürs Laichweihertal, den Hangarder Brunnenweg oder die Kleintiroler Weiherhütte entdecken. Das ist noch fraglich.

Fest steht jedoch, dass es zur Lebensfreude gehört, wenn es im neuen Jahr hoffentlich mal wieder auswärts etwas zu essen und zu trinken gibt. Dann ist es auch egal, ob das  im Sportheim oder im Sterne-Restaurant stattfindet. Die Hauptsache ist, man kann wieder sorglos mit Freunden anstoßen.

Dazu braucht man keine Böllerei, sondern nur gute Laune und ein Glas Bier oder  Wein. Mehr muss man vom neuen Jahr gar nicht verlangen. Na ja, sollte es ein Glas gut gekühlter Rosé am Fuße des Mont Ventoux sein, ist es auch recht. Gerne aber auch in der Jungholz- oder der Kahlenberghütte. Das klingt ohnehin schon ein bisschen wie Südtirol - oder Kleintirol in Rubenheim. Egal, ob Cala Millor oder Kahler Asten, Hauptsache, die Lebensfreude kommt wieder. In diesem Sinne: Prost Neujahr.