Promtionsfeier Homburg Universitätsklinikum des Saarlandes

Promotionsfeier : Vor Weihnachten einen Doktorhut

Die Promotionsfeier ist immer ein Höhepunkt im akademischen Jahr – auch 1968er-Jubilare bekamen einen Hut.

Oft weiß man ja nicht, was man zu Weihnachten schenken soll. Wie wäre es mit einer Promotion? Der Haken ist, dass man sie nicht geschenkt bekommt. Und kein gekauftes Geschenk dieser Welt kann die glückliche Erleichterung vermitteln, die die 14 frisch gekürten Doktoren bei der Feier am Freitag empfunden haben dürften, als sie den schwarzen Hut auf dem Kopf herumbalancieren durften.

Wie immer, fand kurz vor Weihnachten im großen Anatomie-Hörsaal am Uniklinikum die Promotions- und Examensfeier statt. Die Moderation hatte in altbewährter Form der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Michael Menger, übernommen. Und wie immer, tat er dies mit Humor, Begeisterung und einer Prise Ironie. Auch der Präsident der Universität des Saarlandes, Professor Manfred Schmitt, begrüßte die Anwesenden herzlich. Der große Hörsaal war voll besetzt, denn neben Eltern und Verwandten waren auch Professoren und Kollegen zu der Feier gekommen. Hinzu kamen acht goldene Promovenden, also Doktoren, die vor 50 Jahren in Homburg promoviert worden waren.

Jedes Jahr im Dezember wird der entsprechende Jahrgang zur Promotionsfeier eingeladen, eine schöne Geste des Dekans, zumal es für die Ärzte damals keinen Doktorhut gab. Noch dazu hatten diesmal die goldenen Jubilare im studentischen Schicksalsjahr 1968 promoviert, als man an den Unis auszog, um den „Muff von 1000 Jahren“ auszutreiben und bürgerlichen Ritualen den Kampf anzusagen. Aber die älteren Herren betonten unisono, dass „sich an unserer Homburger Fakultät alle Studenten ordentlich verhielten.“

Auch das Gerücht, ein Student habe 1968 einem Dozenten ans Bein getreten, wurde von den Jubilaren als unhaltbar abgetan: „Wir waren eine überschaubare Anzahl an Medizinstudenten, so etwas ist mir nicht zu Ohren gekommen, und das hätten wir auch nicht gebilligt“, betonte Dr. Georg Sachse, der nach seiner Promotion viele Jahre in Homburg als niedergelassener Urologe tätig war.

Ein Unterschied war aber durchaus augenfällig zwischen den Absolventen von damals und von heute: bei den acht 1968-er Jubilaren handelte es sich ausschließlich um Männer, während unter den diesjährigen 14 Doktoren elf Frauen und nur drei Männer zu finden waren. Die Medizin, so betonte auch Dekan Menger, „wird weiblich“.

Die Homburger Examensfeier, so Menger weiter, stoße seit ihrer Einführung vor einigen Jahren „auf große Resonanz“. Man freue sich, dass man etwas geleistet habe „und dass es im Leben nun vorwärts geht.“

Insgesamt wurden diesmal im Wintersemester 34 Nachwuchswissenschaftler und Ärzte promoviert, 20 hatten sich zur Feier angemeldet, 14 waren am Ende gekommen. Viele mussten absagen, denn sie arbeiten bereits und waren unabkömmlich. Mit dabei waren wie immer einige „echte Saarländer“, die den aus dem Badischen stammenden Dekan von ihrer Heimatverbundenheit zu überzeugen wussten: Ein junger Arzt war in Merzig aufgewachsen, hat dort Abitur gemacht, in Homburg studiert, wohnt in der Nähe der Eltern - und bleibt dem Saarland als Arzt natürlich erhalten.

Das gleiche traf auf einen künftigen Kieferchirurgen aus St. Wendel zu, der ebenfalls in St. Wendel bleiben wird, seine Freundin stammt aus St. Wendel, die Eltern wohnen um die Ecke. Warum sollte man wohl aus dieser schönen Ecke wegziehen? Das denken am Ende ihres Studiums auch viele junge Ärzte, die anfangs den ihnen zugewiesenen Studienort Homburg als Strafe empfanden - und nun mit Begeisterung im Lande bleiben. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, wie es eine Gynäkologin aus Kassel formulierte. Auch sie möchte aus dem Saarland nicht mehr weg. Ebensowenig wie die chinesische Preisträgerin Bin Qu: „Ich hatte keine Wahl. Ich wollte hier bleiben“, sagte sie unter großem Beifall.

Ihnen allen machte Dekan Menger den Abschied vom Studium dennoch schwer: „Die schönste Zeit in ihrem Leben ist nun vorbei. Überhaupt ist Ihr Leben jetzt vorbei.“ Was nun folgte, seien 40 Jahre „Mühsal und Arbeit.“ Aber so stimmte das natürlich nicht, wie die goldenen Promovenden bewiesen, die ihren Beruf sehr gerne ausgeübt haben. Am Ende gab es einen Umtrunk, und einem bestens gelaunten Dekan, der hervorragend durch den Nachmittag geführt hatte, war es zu verdanken, dass alle Beteiligten eine ganz wunderbare Examensfeier in Erinnerung behalten werden.