Promotionsfeier am Universitätsklinikum in Homburg

Promotionsfeier in Homburg : Ein sommerlicher Doktorhut

Professor Markus Hoth führte durch die Promotionsfeier am Uniklinikum. Er brach eine Lanze fürs Medizinstudium und riet den jungen Leuten, in ihrem anspruchsvollen Beruf immer auch das Familienleben im Blick zu behalten.

Es gibt zwei Promotionsfeiern am Uniklinikum: die große akademische Feier im Dezember und die etwas kleinere im Juni. Für diejenigen, die den Doktorhut bekommen, macht das keinen Unterschied, denn die Freude, es endlich geschafft zu haben, dürfte von der Jahreszeit ziemlich unabhängig sein. Diesmal führte ausnahmsweise nicht der Dekan, Professor Michael Menger, durch die Veranstaltung, der verhindert war, sondern Professor Markus Hoth und die Professorin Carola Maier. Sie teilten sich die Aufgabe, Hoth war für die Doktoranden da, Maier für die Medizinstudenten, die ihr Abschluss-Examen bestanden hatten.

Universitäts-Präsident Professor Manfred Schmitt hatte es sich nicht nehmen lassen, auch diesmal wieder den Weg von Saarbrücken nach Homburg anzutreten, um zur Promotionsfeier zu kommen und den gerade fertig gewordenen Doktoren und Nachwuchs-Medizinern zu ihren Leistungen zu gratulieren.

Markus Hoth ist Biophysiker und kein Chirurg wie der Dekan, er leitet eine Forschungsgruppe am CIPMM. Und so hatten diesmal die Medizinstudenten einen „fachfremden“ Conférencier, der den Promotionsnachmittag gestaltete, was dazu führte, dass ein Physiker mal seine ganze Wertschätzung für seine Mediziner-Kollegen zum Ausdruck bringen konnte. Was Mediziner untereinander nicht allzu oft pflegen, denn wer will schon in Eigenlob versinken?

Einem Physiker war es aber unbenommen, seine ärztlichen Kollegen zu loben, was bei einer Promotionsfeier auch wirklich am richtigen Platz war. Zumal es später womöglich nicht mehr so häufig vorkommt. Und so zitierte Hoth in seiner Rede die beiden Standbeine, die ein guter Arzt und eine gute Ärztin haben sollten: ein umfassendes Fachwissen und gleichzeitig ein gutes Gespür für die Patienten. Das Fachwissen, so Hoth, bleibe, das Arbeitsumfeld verändere sich: „Es werden in ihrer Berufszeit viele Veränderungen kommen, die digitale Medizin, Sie werden große Datenmengen verarbeiten müssen, vermutlich kommen computerbasierte Diagnosen hinzu.“

Hoth betonte, dass Arzt oder Ärztin ein anspruchsvoller Beruf sei: „Sie werden immer auf dem neusten Stand sein müssen, Ihr Studium ist mit der Promotion nicht zu Ende, es bleibt ihnen nichts anderes übrig als nach vorne zu blicken. Es wird in Ihrem Beruf immer anstrengend bleiben.“

 Danach kam dann der große Moment, Hoth rief die anwesenden Doktoren einzeln auf, um ihnen den Doktorhut und die Promotionsurkunde zu überreichen. Im gesamten Sommersemester gibt es diesmal 38 Promotionen, sehr viele Doktoren konnten aber nicht zur Feier kommen, weil sie bereits arbeiten und nicht frei machen konnten oder anderweitig verpflichtet waren. Um so mehr freuten sich diejenigen, die persönlich angesprochen wurden. Einige kamen aus der näheren Umgebung, aber auch von „Hochschulstart“ verschickte Mediziner waren dabei, von denen einige künftig im Saarland bleiben werden, andere gehen nach zehn Jahren Studium in Homburg gerne wieder in ihre alte Heimat zurück. Obwohl sich Markus Hoth viel Mühe gab, das Saarland zu loben.

Er selbst stamme aus Norddeutschland und habe sich mit seiner Frau bei seinem Umzug ins Saarland vorgenommen: „Wir bleiben nur fünf Jahre“. Nun seien 20 daraus geworden und er könne heute sagen: „Wir lieben dieses kleine Land am Rand der deutschen Landkarte.“ Obwohl ihn öfter ein Ruf an eine andere Uni ereilt habe, sei er ein standhafter Saarländer geblieben.

Gruppenbild mit den frisch behüteten Doktoren, links Professor Markus Hoth, der durch die Veranstaltung führte, rechts Professor Manfred Schmitt, Präsident der Universität des Saarlandes. Foto: Christine Maack

Man tut Physikern Unrecht, wenn man sie nur als kühle, den exakten Messergebnissen verpflichtete Wissenschaftler betrachtet, denn Professor Hoth gab den jungen Doktoren und Medizinern auch eine wunderbare Lebensweisheit mit auf den Weg: Man möge das Leben leicht angehen, es müsse nicht immer alles auf die harte Tour geschehen: „Ihr müsst nicht immer Recht haben. Ich dachte das auch mal. Lasst es bleiben.“ Und, worauf es ganz viel Beifall gab: „Ihr müsst euch Zeit nehmen für eure Familie, eure Freunde und Freundinnen, Karriere ist toll, aber es ist auch toll, einfach mal zu Hause bei den Kindern zu sein.“ Er sage dies, weil er wisse, dass der Arztberuf stets den ganzen Menschen fordere. Da sei es ganz wichtig, sich auf die Familie verlassen zu können. Außerdem – die vielen Eltern und Großeltern im Hörsaal hörten es gerne –, bedankte sich Professor Hoth bei allen „die unsere Studenten und Doktoren bei ihrem anspruchsvollen Studium so gut unterstützt haben.“ < Bericht über die Preise folgt

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