Positive Bilanz bei den Stadtführungen in Homburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Bilanz : Stadtführungen kommen immer besser an

98 Touren wurden 2019 angeboten, zusätzlich angefragter Führungen. Die Nachfrage hat sich in der zweiten Saison etwa verdoppelt. Neuerungen für nächstes Jahr werden etwa eine Radtour, eine Nachtführung und eine Wanderung durch Beeden sein.

Die Homburger Stadtführungen starten durch. Im vergangenen Jahr wurde die Bandbreite der Touren deutlich erweitert, kurz vor Ende der Saison 2019 blicken die Macherinnen Susanne Niklas und Ramona Magold vom Stadtkulturamt auch schon 28 Routen-Angebote zurück, von der Bettsächerwanderung über Führungen durchs Waldstadion bis hin zu kindgerechten Schnitzeljagden ist alles dabei.

„Insgesamt war die Nachfrage wesentlich stärker als 2018, sie hat sich etwa verdoppelt“, erklärt Niklas, seit 1. Juli 2017 die Abteilungsleiterin für Kultur und Tourismus in Homburg. Genaue Teilnehmerzahlen gibt es allerdings nicht, diese wolle man ab 2020 über den Kooperationspartner Volkshochschule erfassen. Etwa zehn Teilnehmer sei die Regelauslastung bei den fast 100 vorgegebenen Tourterminen, von denen dieses Jahr noch acht anstehen. Dazu kommen individuelle Touren auf Anfrage, vor allem für Gruppen – nach einem mäßigen Start ins Jahr liefen diese ab März sehr gut. Der starke Zuwachs überrasche nicht, habe man doch erst im März 27 neue Stadtführer ausgebildet, von denen 20 aktiv seien. Dazu baue man das Angebot noch auf. „Es gab keine Führungsanfrage, die wir nicht abdecken konnten. Ehe wir absagen, bieten wir Alternativen an. Das funktioniert sehr gut“, so Niklas.

Die „Renner“ seien die Tour durchs Waldstadion, die „Bierstadt Homburg“, die beiden Führungen über den Campus der Unikliniken oder die Wörschweiler Klosterführungen gewesen. Auch die „Damals trifft heute“-Tour, bei der eine moderne und eine historische Stadtführerin, die Entwicklung und Unterschiede durch die Geschichte in Form amüsanter Anekdoten herausstellen. Und nicht zuletzt die geführten Wanderungen etwa durch die Schlossbergruinen oder am Jägersburger Weiher. Das neue Hotel dort locke Touristen und vergrößere die Nachfrage.

Auch wenn man 2019 nur drei bis vier Führungen habe komplett absagen müssen, gab es auch schwächere Angebote. Keinen großen Anklang habe etwa die Tour „Kunst im Stadtpark“ gefunden, sie nehme man 2020 aus dem Programm oder wandele sie ab. Auch die Marktführung Freitagsvormittags (Johanna – die Marktfrau) sei daran gescheitert, dass die Leute dann keine Zeit gehabt hätten. Und auch das „Willkommen in Homburg“ für Neubürger sei trotz Gratis-Gutscheinen am Bürgerbüro eher ein Flop gewesen. Was bei 28 Angeboten kein Beinbruch ist, ums Ausprobieren geht es ja gerade in der Startphase. Künftig soll eine entsprechende Tour anstatt fünf nur noch zweimal pro Semester für die Neueinsteiger auf dem Programm stehen.

„Die geschichtsträchtigen Touren waren nicht so gefragt“, schildert Ramona Magold. Oft habe man Teilnehmer von Ärztetagungen am Uniklinikum, die nach anspruchsvollen Kongressen eher lockere Kost bevorzugten. Ansonsten buchten auch frühere Ärzte, die sich nach langer Zeit in Homburg wieder treffen, gerne Stadtführungen. Dazu würden Betriebe ihre Ausflüge in eine Tour packen, vereinzelt auch einheimische Schulklassen oder als Übernachtungsgäste der Jugendherberge anfragen. Stets stimme man eine Tour individuell ab. Etwa bei Vereinen, die teils mit den Rädern am Bahnhof ankämen und dort abgeholt würden. „Gerade in Kombination mit den Schlossberghöhlen ist eine Stadtführung bei ihnen sehr beliebt“, unterstreicht Niklas. Ihr Ziel ist es von Anfang an, gerade die Homburger selbst zu Führungen zu motivieren und so ein Bewusstsein für ihre Heimat herzustellen. Was klappe. Über die Hälfte aller Teilnehmer seien Einheimische. Wobei diese tendenziell offene Führungen bevorzugten. Gerade historische Stadtführungen lockten hingegen mehr Leute von außerhalb an, ergänzt Magold.

Schon seit Juli/August bediene man die Lauschtouren, bei denen man via App und Kopfhörer durch bestimmte Strecken gelotst wird. In Homburg über den Schlossberg. „Unsere Zugriffszahlen sind relativ gut“, sagt Niklas und macht deutlich, dass diese App keine Konkurrenz zu den Stadtführungen darstelle.

Gerade bastele man am Angebot für 2020, habe Anfang Oktober bei einem Treffen Bilanz gezogen und die neuen Ideen der Stadtführer diskutiert, die alle auch VHS-Dozenten sind.  Einige Veränderungen seien schon klar. So werde man nächstes Jahr die Stadtteile noch stärker einbinden, etwa bei einer Führung durch Beeden.

Außerdem werde die Führung „Homburg bei Nacht“ neu ins Programm aufgenommen, der Termin steht schon: 17. Juni, 15 Uhr. Dazu wird es eine Radtour geben, die sich über 25 Kilometer erstreckt und drei Stunden dauern soll. Die Strecke soll etwa durchs Lambsbachtal, zur Merburg, dem Keltenhügel bis zum Schwanenweiher laufen. „Wir testen bei dieser zunächst einmaligen Tour, wie sie angenommen wird“, schildert Susanne Niklas. Auch einen kulinarischen Rundgang mit Blick auf die Partnerstädte La Baule und Ilmenau wird es geben. Die entsprechenden Plätze würden dabei angesteuert und ein passendes Picknick angeboten. Zuletzt soll es eine neue historische Tour geben „Pfälzer Aufstand im bayerischen Homburg“, die in die Zeit zwischen 1730 und 1740 entführt.

Während 2020 die Einzelpreise stabil bleiben, wird womöglich ein Kleingruppentarif eingeführt. Im Moment kosteten Gruppenführungen fünf bis acht Euro, seien aber auf Kapazitäten von 20 bis 25 Leute ausgelegt. Oft verzeichne man hier nur fünf bis sieben Personen, was eine Staffelung sinnvoll mache, so Niklas.

Zehn Teilnehmer zählte das Kulturamt 2019 im Schnitt pro Führung. Foto: Susanne Niklas/Kulturamt

Anmeldungen für die noch ausstehenden Führungen sind möglich über das Kultur- und Tourismusamt Homburg, Tel. (0 68 41) 10 18 20, E-Mail: touristik@homburg.de. Grundsätzlich lassen sich alle Touren auch als Gruppentermin mit gesondertem Datum buchen.

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