Polizeiorchester spielte in Homburg zugunsten der Augenklinik

Benefizkonzert : Spitzenmusik für einen guten Zweck

Benefizkonzert des Bundespolizeiorchesters München zugunsten der Hornhautbank vor nahezu vollem Haus.

Wenn Professor Berthold Seitz und sein Team von der Augenklinik des Homburger Universitätsklinikums zu ihrem Benefizkonzert einladen, dann sind zwei Sachen gewiss: Das Musikprogramm hat Niveau, und das Kulturzentrum Saalbau als Schauplatz wird nahezu ausverkauft sein. Genauso gestaltete sich dann auch der Dienstagabend, als das Bundespolizeiorchester München dort für die gute Sache auftrat.

„Wir veranstalten seit sechs Jahren dieses Benefizkonzert, um die Bevölkerung auf die Wichtigkeit der Augenhornhaut-Spende hinzuweisen“, verdeutlichte Berthold Seitz die Hintergründe des erneuten Konzertabends. „Heute gibt es einen wunderbaren musikalischen Genuss, zum zweiten Mal nach 2015 mit dem Bundespolizeiorchester München.“ Aber ist es denn nötig, mit einem solchen Konzertabend auf die Bedeutung der Hornhaut-Spende und die Existenz der Lions-Hornhautbank an der Augenklinik hinzuweisen? Seitz: „Stand heute würde ich sagen, dass wir dieses Benefizkonzert in den kommenden elf Jahren, so lange ich noch hier bin, weitermachen werden. Denn es gibt immer noch viel zu viele Menschen, die nicht wissen, dass man die Hornhaut des Auges transplantieren kann und das jeder Verstorbene, ganz gleich wie alt er ist, ganz gleich, ob er kurz- oder weitsichtig war, ganz gleich, ob er eine gute Operation gegen den Grauen Star hatte, ein potenzieller Spender ist.“

Nachdem man Ende des vergangenen Jahre das neue „Klaus-Faber-Zentrum für Hornhaut-Erkrankungen“ samt Lions-Hornhautbank, „die deutschlandweit modernste Reinraum-Hornhautbank“, eröffnet habe, diene der Erlös des Konzertabends, Seitz sprach hier von erwarteten 3000 bis 4000 Euro, dazu, weitere Anschaffungen zu machen. „Es fehlt immer wieder an einzelnen Sachen. Zum Beispiel ein Computer, der auch in einem Reinraum stehen kann, also eine entsprechende Einhausung hat. Es sind eben immer die Kleinigkeiten des täglichen Lebens, die einige tausend Euro kosten. Und für so etwas kann man den Erlös eines solchen Konzertes gut verwenden.“

Gefragt, welcher Professor Seitz nun an diesem Abend da sei, der Musikliebhaber oder der Spendenaquisiteur, sagte der Leiter der Augenklinik: „Da bin ich eigentlich dreigeteilt. Der wichtigste ist der Seitz, der immer wieder die Bevölkerung auf die Möglichkeit und Notwendigkeit der Hornhauspende hinweist. Das bin ich hauptsächlich. Als Zweites bin ich natürlich auch der, der Spendengelder aquiriert. Und als Drittes bin ich auch der Musikliebhaber – weil ich viele verschiedene Musikinteressen habe, von Wagner bis Hardrock.“

Nun, das Programm des Bundespolizeiorchesters München traf da wohl gleich zu Beginn des Abends mit der Overtüre aus Wagners „Rienzi“ schon mal zu 100 Prozent Berthold Seitz‘ Musikgeschmack. Überhaupt: Wer nun erwartet hatte, die Formation würde als Blasorchester vor allem, nun sagen wir mal, „Rum-Tata“ präsentieren, der wurde als Augenklinik-Benefiz-Unkundiger schon da überrascht. Das Stichwort auch: sinfonische Blasmusik. Und das bedeutete am Dienstagabend musikalischen Anspruch. Das verdeutlichte auch das zweite Werk des Abends, die Suite „Romeo und Julia“, basierend auf der Komposition von Sergej Prokkofiew. Auch hier zeigte das Orchester unter der Leitung des renommierten Schweizer Gastdirigenten Martin Studer, zu was sinfonische Blasmusik in der Lage ist. Noch vor der Pause stand dann mit Bert Appermonts Konzert für Posaune „Colors“ ein weiteres musikalisches Juwel auf dem Programm.

Nach der Pause sorgten Gershwins „Kubanische Overüre“, Alfred Reeds „Armenische Tänze“, Magiones „Children of Sanchez“ und Melodien von Benny Goodman für gute Stimmung und entsprechende Spendenbereitschaft bei den Gästen.

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