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Poliertes Chrom und viel Charakter

Poliertes Chrom und viel Charakter

Homburg. Woran merkt man, dass man älter wird? Eine ganz spezielle Antwort auf diese Frage gab der dritte Homburger Oldtimer Treff am vergangenen Samstag: Daran, dass man die mobilen Schätzchen selbst schon besessen hat. Opel Ascona B, Scirocco GT II, Ford Taunus, VW Derby - es waren nicht nur die klassischen, weil wirklich alten Oldtimer, das Bild der Homburger Innenstadt bestimmten

Homburg. Woran merkt man, dass man älter wird? Eine ganz spezielle Antwort auf diese Frage gab der dritte Homburger Oldtimer Treff am vergangenen Samstag: Daran, dass man die mobilen Schätzchen selbst schon besessen hat. Opel Ascona B, Scirocco GT II, Ford Taunus, VW Derby - es waren nicht nur die klassischen, weil wirklich alten Oldtimer, das Bild der Homburger Innenstadt bestimmten. Organisator Werner Schwindt konnte sich auch über viele Karossen freuen, die irgendwie gefühlt noch zum automobilen Alltag gehören, zumindest für die Besucher zwischen 40 und 50.Schwindt, der für den ausrichtenden Gewerbeverein Homburg das große Treffen organisiert hatte, zeigte sich am Samstagmorgen sichtlich zufrieden mit der Resonanz der Oldtimer-Besitzer. "Das Wetter spielt die größte Rolle. Bei schlechtem Wetter kommen halt viele einfach nicht. Aber heute, das sieht man ja, ist das Ganze fantastisch." Dem konnte man nur zustimmen, die Sommersonne sorgte für Glitzern auf den blank polierten Chrom-Zierleisten, Felgen und Stoßstangen.

Schwindt lenkte angesichts dieser Pracht den Blick aber auch auf eine kommenden Herausforderung - und verdeutlichte so die zunehmende Bedeutung solcher Treffen. "Es wird in der Zukunft wohl keine Oldtimer mehr geben. Die modernen Autos mit ihrer Elektronik und Prüftechnik können ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr repariert werden." So besitze er selbst derzeit einen 15 Jahre alten Alfa Romeo mit einem defekten Airbag-Steuergerät. "Und dieses Steuergerät gibt es nicht mehr." Dies sei durchaus beispielhaft. Und so würden zunehmend die Möglichkeiten schwinden, als Besitzer solcher Fahrzeuge diese so in Schuss zu halten, dass sie überhaupt Oldtimer werden können.

Doch noch sieht es in der Oldtimer-Szene gut aus, noch sind Treffen wie das in Homburg ein echtes Eldorado für Fans vierrädriger Geschichte. Von der gab es jede Menge am Samstag. So die des Thomas Flach und seines wunderschönen Panhard 17 BT. "Panhard ist der älteste Serienautomobilhersteller der Welt", erzählte der Wallerfanger. Der Automobilbauer, der 1967 die Fertigung von Pkws einstellte, habe bis in die späten 1960er Jahre auch das Straßenbild im Saarland geprägt. Und das mit Fahrzeugen, die noch heute modern und aerodynamisch seien - und wirtschaftlich: "Ich fahre den Wagen mit sechs Litern Benzin", so der Diplom-Finanzwirt. "Mein eigentlicher ,Beruf' ist aber Automobilhistoriker. Damit kann man allerdings leider kein Geld verdienen", verriet Flach mit einem Augenzwinkern.

Nicht weniger bemerkenswert der Auftritt von Lisa Rebmann und Matthias Becker mit ihrem matt-schwarzem und in den 1970er zum Hot Rod umgebauten Volvo Amazon aus dem Jahr 1966. Lisa Rebmann: "Das Fahrzeug ist zeitgenössisch ,getunt' und darf auch deswegen ein Oldtimer-Kennzeichen tragen." Zum Glück. Sonst wäre den Besuchern diese besondere Karosse wohl entgangen.