Plus für Essen und Schulsystem

Virginia ist ihre Heimat in den USA, genauer die Stadt Richmond: Die Austauschschülerinnen Katja Wisch und Lexi Barshinger verbrachten mit neun weiteren Schülern 14 Tage am Mannlich. Lob gab's für das deutsche Schulsystem.

Kurz vor der Heimreise in die USA gab es für die US-Schüler noch ein Gruppenbild mit ihren deutschen Freunden. Foto: Thorsten Wolf Foto: Thorsten Wolf

Nein, so einhundert Prozent amerikanisch klingen die Namen der beiden Highschool-Schülerinnen Katja Wisch und Lexi Barshinger nicht wirklich. Aber die beiden sind waschechte Virginier, ihre Heimatstadt ist Richmond in den USA. Und: Beide haben deutsche Wurzeln - was dann auch recht schlüssig die Namen erklärt. Zusammen mit neun weiteren Austausch-Schülerinnen und -schülern waren Katja und Lexi bis gestern Morgen Gast am Homburger Mannlich-Gymnasium. Kurz vor der Heimreise "über den großen Teich" gab's im Kreis der neuen deutschen Freunde ein leckeres Frühstück zwischen "kontinental" und "amerikanisch" - und für Katja und Lexi (beide bleiben privat noch ein bisschen länger in Europa als ihre Mitschüler) die Gelegenheit, im Gespräch mit unserer Zeitung die 14 Tage in Deutschland noch einmal Revue passieren zu lassen, mit durchaus ungewöhnlichen Erkenntnissen. "Das Essen in Deutschland ist viel besser", erzählten beide mit einem Lachen. Und was die beiden ganz besonders beeindruckte: "Das deutsche Schulsystem ist ganz anders als bei uns zu Hause. Man kann hier in Deutschland sehr viel lernen", zeigte sich Lexi sichtlich beeindruckt. "Man lernt hier viel mehr, das ist wirklich cool", war sich auch Katja sicher.

Hintergrund des Schüler-Austauschs ist die Partnerschaft des Saarpfalz-Kreises mit dem Henrico-County in Virginia. Doch jede Partnerschaft lebt von Menschen, die sie vorantreiben. Und im Falle der vergangenen zwei Wochen deutsch-amerikanischer Schulfreundschaft als Teil einer hoffentlich langen Beziehung waren dies Stephan Leonhardt, Lehrer für Englisch und Politik am Mannlich-Gymnasium, und sein US-amerikanisches Pendant Kirsten Macklin, Deutschlehrerin an der Mills E. Godwin-Highschool. Im vergangenen Jahr sei man mit einer 20-köpfigen Schülergruppe des Mannlich-Gymnasiums nach Richmond geflogen, als Keimzelle eines echten Schüleraustauschs - nachdem man sich vorher via Internet nahe gekommen sei. So sei der erste Austausch und der Besuch in den USA vorbereitet worden, schilderte Leonhardt die Anfänge. Nun sollen im jährlichen Wechsel Schüler die jeweils andere Schule besuchen, "im Herbst 2016 sind wir dann wieder dran mit einer Reise nach Richmond", so Leonhardt. Auf amerikanischer Seite sei das Interesse der Schülerinnen und Schüler sehr groß gewesen, "wir hatten mehr Anfragen, als wir aufgrund der Kurzfristigkeit aufnehmen konnten", erzählte Kirsten Macklin.

Bleibt nun in der Zukunft die Frage zu beantworten, wie substanziell der Austausch wird. Da gab Leonhardt den Gästen zum Abschied etwas ganz Wichtiges mit auf den Weg: So sollten alle die Chance nutzen, über den reinen Austausch hinweg die entstandenen Freundschaften weiter zu pflegen.