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Peter Köchers Beitrag zur Jahresausstellung Homburger Künstler

Arbeiten aus der Homburger Jahresausstellung : Schwarz sehen und sich darin spiegeln

Arbeiten aus der Homburger Jahresausstellung, die bisher nicht eröffnet werden kann. Diesmal: Peter Köcher.

Peter Köcher gehört schon seit Jahrzehnten fest zur hiesigen Kunstszene. Seit 25 Jahren arbeitet er ausschließlich als freischaffender Künstler, überwiegend in seinem Geburtsort Bexbach. Zudem ist er Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Rheinland-Pfalz (BBK) sowie im Saarländischen Künstlerhaus Saarbrücken und kann auf über 120 Ausstellungen und Austellungsbeteiligungen zurückblicken.

 Und wie hat er sich nun in der Jahresausstellung 2020 präsentiert, die zwar in der Saalbau-Galerie Homburg hängt, aber nicht besucht werden darf? „Ich sehe nur schwarz“, hat er seine Arbeit betitelt, die er eingereicht hat. Die hatte durchaus bereits ihr Publikum. Sie war nämlich im vergangenen Herbst, kurz vor dem Lockdown, schon in der Mitgliederausstellung „Letzte Lockerung“ im saarländischen Künstlerhaus zu sehen.

 Es handele sich dabei um ein Werk aus einer großen, 2017 begonnenen, noch nicht abgeschlossenen Werkserie, in der er so genannte Lichtpausen, die von ihm selbst vor über 30 Jahren erstellt wurden von Konstruktions- und Bauplänen, in den Kunstkontext tranferiert. Für Arbeiten aus dieser Serie wurde ihm 2019 der renommierte, mit 4500 Euro dotierte Perron-Kunstpreis der Stadt Frankenthal verliehen. Ein anderes Werk daraus habe im vergangenen Jahr das Ministerium für Bildung und Kultur, für die Landeskunstsammlung des Saarlandes angekauft und im Rahmen des „Herbstsalons 2020“ im Kuba Kulturzentrum am Eurobahnhof Saarbrücken präsentiert. Die komplette Serie wird zudem 2022 als Soloausstellung im Kunsthaus Frankenthal vorgestellt.

 Das in Homburg gezeigte Werk ist ein Wandobjekt aus einer teilgefalteten, mit schwarzem Alkydharzlack beschichteten Lichtpause, das sich durch seine Fragilität und irritierende Materialbeschaffenheit auszeichne. Der Betrachter spiegele sich, getreu dem ausgeschriebenen Motto, in der glänzenden Oberfläche, allerdings dunkel und diffus.

Köcher macht nicht nur selbst Kunst, er betreibt seit 2005 eine so genannte Produzentengalerie, in der er eigene Arbeiten präsentiert und Ausstellungen mit geladenen Gastkünstlern kuratiert. Etliche der in der Homburger Jahresausstellung vertretenen Künstler habe er dort in Einzel- oder Gruppenausstellungen schon vorgestellt.

Von der Coronakrise sei er „extrem hart betroffen“. Schon länger könne er keine Vernissagen, Lesungen oder Konzerte mit seinem Bexbacher Musikfreund Ro Gebhardt anbieten, auch öffnen dürfe er nicht. Wer Lust auf Kunst habe, der könne diese dennoch in seiner Produzentengalerie in der Rathausstraße 16a in Bexbach genießen – allerdings nur von außen. In und durch drei große Schaufensterscheiben könne man dafür Tag und Nacht überwiegend Werke von ihm und seiner Künstlerfreundin Jutta Bettinger betrachten. Ebenso seien drei großformatige Fotografien von Anne Deutsch, zwei Objekte von Ingrid Lebong und Grafiken seines östereichischen Kollegen Gerhard Fassel zu sehen. Auf absehbare Zeit werde sich dabei nicht viel ändern. Wegen der langen Vorlaufzeiten und der erheblichen, im mittleren vierstelligen Eurobereich liegenden Kosten für eine Kunstausstellung, könne er eine solche bis auf Weiteres nicht planen.

Kunst bei Tag und Nacht, aber derzeit nur von außen, gibt es in Peter Köchers Bexbacher Produzentengalerie. Foto: Atelier Köcher/peter koecher
Peter Köcher. Foto: Atelier KÖCHER/peter koecher

Wer Interesse habe, der erreicht Köcher per E-Mail unter atelier-koecher@t-online.de. Infos erhält man auch über Instagram peter_koecher