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Passionskonzert in der Kirche Schwarzenacker

Das Leiden Christi : Musik und Text auf dem Weg zum Kreuz

Collegium Instrumentale Saarbrücken unter Leitung von Helmut Haag spielte in Schwarzenacker das Passionskonzert.

Das Osterfest steht vor der Tür – das bedeutet für viele Gläubige die Erinnerung an die Auferstehung Jesu. Aber zunächst denken wir in der Fastenzeit auch an sein Leiden am Kreuz, an den Kreuzweg und die Geißelungen des Messias. Beim Passionskonzert in der evangelischen Christuskirche Schwarzenacker stand genau jenes Martyrium im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Weiße Chrysanthemen. Musik und Texte auf dem Weg zu Kreuz“ waren vom Collegium Instrumentale Saarbrücken unter der Leitung von Helmut Haag, dem Thema entsprechend, klagende Stücke zu hören.

Dabei ist das Streichorchester, das 1974 von Studierenden der Hochschule für Musik Saar gegründet wurde, in Schwarzenacker keineswegs eine Unbekannte. „Zum wiederholten Male freuen wir uns heute, das Collegium Instrumentale in der Christuskirche begrüßen zu dürfen“, leitete Pfarrerin Julia Caster denn auch den Abend ein, der rund eine Stunde klassische Musik für die Besucher zu bieten hatte. Genau genommen geht das Verhältnis schon so lange zurück, dass man den Auftritt des Orchesters bereits als echte Tradition bezeichnen kann.

Spätestens nach dem ersten Beitrag war dann auch klar, warum. Denn mit den eindringlichen Klängen von Giacomo Puccinis Streichquartettsatz „I Crisantemi“ konnte die Formation direkt überzeugen. Als Klagelied leitete es auch die erste Lesung der Veranstaltung ein. Dies war der Text eines alten lutherischen Kirchenliedes von Sebald Heyden, der in „O Mensch, bewein deine Sünde groß“ Jesus für sein Leiden Dank zollt und den Menschen aufträgt, dessen Opfer zu ehren. Vorgetragen wurde der Text von  Sigrun Welke-Holtmann, Dozentin für Gottesdienst und Predigt am Protestantischen Predigerseminar in Landau. Im Anschluss spielte das Collegium Instrumentale schließlich eine Vertonung des Kirchenliedes von Max Reger. Auch dieses bewegende Stück war vor allem durch Trauer getragen, wenngleich die eine oder andere hoffnungsvolle Passage zu hören war. Wenig Hoffnung empfand Jesus zunächst vor seiner Gefangennahme im Garten Gethsemane, wo er kurz davor betend sein Schicksal verarbeitete. Jene Stelle aus dem Matthäus-Evangelium stellte den nächsten Textbeitrag dar, bevor schließlich wieder klassische Musik erster Klasse im Vordergrund stand. Konkret ging es zurück in die Barockzeit und zu Johann Sebastian Bach, aus dessen Werk „Musikalisches Opfer“ das Orchester das Ricercar a 6 vortrug. Für die Zuhörer war es wahrlich kein Opfer, den barocken Klängen zu lauschen, die im Gegensatz zu den anderen Stücken doch stellenweise etwas Verspieltes an sich hatten.

Nach diesem Beitrag wurde es mit einem Stück des, vor allem im südwestdeutschen Raum tätigen, Komponisten Hanno Haag dann wieder etwas zeitgenössischer. Das vorgetragene Adagio für Streicher aus dem Werk „Senza Ritorno“ führte mit seinen schaurigen Klängen den rund 50 Besuchern das Leiden Jesu eindrücklich vor Augen.

Besonders passend war schließlich das Zusammenspiel der beiden Abschlussbeiträge, die von Zeitgenossen geschaffen worden waren. Zunächst trug Sigrun Welke-Holtmann einen Auszug aus Rainer Maria Wilkes Werk „Traumgekrönt – Lieben“ aus dem Jahr 1897 vor, bevor schließlich das Collegium Instrumentale den Abend mit einem stimmungsvollen Stück Anton Bruckners ausklingen ließ.