Ortsrat Wörschweiler kritisiert aktuelle in der Ortsdurchfahrt

Verkehrssituation in Wörschweiler : Tempo-30-Zone kann nicht alle Probleme lösen

Der Schwerlastverkehr in der Bierbacher Straße und die Auswirkungen waren erneut Thema im Ortsrat Wörschweiler.

Wenn es eine Sache gibt, die viele Einwohner von Wörschweiler derzeit wirklich beschäftigt, dann ist es die Verkehrssituation auf der Bierbacher Straße. So verwunderte es nicht, dass sich der Ortsrat am Montagabend nicht zum ersten Mal mit diesem Thema befasste. Im Fokus dabei: der Schwerlastverkehr eines Unternehmens, gelegen zwischen Wörschweiler und Bierbach. Die Forderung hier: Eine Zone-30 für Lkw im gesamten Verlauf der Bierbacher Straße. Da es sich bei der Bierbacher Straße um die Landestraße L 111 handelt, ist die Verkehrsbehörde des Saarpfalz-Kreises zuständig.

Wörschweilers Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger berichtete dem Ortsrat in dieser Angelegenheit von einer Ortsbegehung und anschließenden Besprechung mit Landrat Theophil Gallo sowie Vertretern der Kreisverkehrsbehörde, des Ordnungsamtes der Stadt Homburg, der Stadtwerke Homburg, der Straßenmeisterei Limbach, des Landesbetriebs für Straßenbau sowie der Polizei. Auf der Tagesordnung habe dabei nicht nur die Verkehrssituation auf der Straße selbst gestanden, sondern auch die möglichen Auswirkungen des Schwerlastverkehrs auf den Zustand der Häuser und die Gasleitungen. Das erkläre, so Nesselberger, dann auch den großen Kreis der Teilnehmer an der Besprechung vor einigen Tagen.

Die einhellige Meinung aus diesem Rund fasste Nesselberger mit der getroffenen Einschätzung zusammen, dass eine Zone-30 das Problem der Belastung durch Schwerlastverkehr in Wörschweiler nicht lösen würde. „Diese Runde sollte eigentlich festlegen, wo und wie genau die Zone umsetzt wird. Man hat dann aber hier vor Ort gemeinsam die Meinung vertreten, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung lärmmäßig nichts bringe, es sei vielmehr das Gegenteil der Fall“, schilderte Nesselberger. Nach einer „sehr langen Besprechung“ habe man sich, so Nesselberger weiter, dann darauf geeinigt, über den Landesbetrieb für Straßenbau ein Lärmgutachten in Auftrag zu geben, umgesetzt von einer entsprechende qualifizierten Universität – und inhaltlich gefasst als „Pilotprojekt für den Saarpfalz-Kreis“. Damit sei auch eine Testphase von sechs Monaten verbunden. Laut Nesselberger, mit Rückgriff auf ein Schreiben des Landrates an den Landesbetrieb für Straßenbau, sei die entsprechende Lärmberechnung auch schon angestoßen.

Eine Tempo-30-Zone nur für Lkw, das gestand Nesselberger allerdings ein, bringe technische Schwierigkeiten mit sich. So könnten Blitzgeräte grundsätzlich nicht den Fahrzeugtyp unterscheiden. Hoffnung setze er hier auf die so genannten und neu vom Kreis beschafften „Blitzanhänger“, die dazu möglicherweise in der Lage seien. Problem hierbei sei dann allerdings die Antwort auf die Frage, wo in Wörschweiler man diese Blitzanhänger aufstellen könne, ohne den Fußgängerverkehr zu behindern.

Mit Blick auf die mögliche Gefährdung der Gasleitungen durch verkehrsbedingte Erschütterungen kündigte Nesselberger eine kurzfristig anstehende Überprüfung des Leistungsnetzes, einer „Sofortmaßnahme“ durch die Stadtwerke Homburg an. Auch die Brücke zwischen Schwarzenacker und Wörschweiler sei in der Besprechung Thema gewesen, hier habe er, so Nesselberger, die Mitteilung bekommen, dass die Brücke standfest und sicher sei.

Nesselbergers Stellvertreter Martin Guth stellte in der Folge Daten zur aktuellen Verkehrssituation in Wörschweiler vor, basierend auf Erhebungen aus einer verdeckten Messung in den Ferien (vom 17. bis zum 24. Juli) und der nachfolgenden Zeit (22. bis 29. August 2019). Die Zahlen, die Guth dabei präsentierte, zeichneten das Bild einer zwar mit rund 2400 Fahrzeugen pro Tag stark befahrenen Bierbacher Straße, in Sachen gemessener Durchschnitgeschwindigkeit mit 57 Kilometern pro Stunde (km/h) (Sommerferien) und 56 km/h (außerhalb der Ferien) seien hier die Überschreitungen aber eher marginal.

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