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Nur wenige kamen zum Bürgerempfang in den Saalbau Homburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Bürgerempfang in Homburg : Bürgermeister stellte Zukunftsplan vor

Nur wenige Bürger kamen allerdings zur neuen Veranstaltungsreihe am Aschermittwoch in den Homburger Saalbau.

Etwas Neues zu wagen, das ist immer ein Risiko. Manchmal hat man Glück, manchmal nicht. So gesehen muss man den ersten Bürgerempfang der Stadt Homburg wohl als eher glücklos bewerten. Gerade mal um die 100, 120 Gäste folgten am Mittwochabend der Einladung der Stadtverwaltung mit Bürgermeister Michael Forster (CDU) an der Spitze. Damit wirkte der große Saal des Kulturzentrums Saalbau bei weitem nicht „bestens gefüllt“. Berücksichtigte man dann noch, dass es vor allem Vertreter von Parteien und des öffentlichen Lebens waren, die bei Getränk und Häppchen zusammenstanden, dann wurde das eigentliche Ziel, mit dem „normalen Bürger“ ins Gespräch zu kommen, wohl einigermaßen verfehlt.

Inhaltlich wurde der Abend, nach einer Begrüßung durch Homburgs hauptamtliche Beigeordnete Christine Becker (SPD) und immer wieder musikalisch gestaltet von einer Band der städtischen Musikschule, erwartungsgemäß von der Rede Forsters geprägt. Dabei zeigte der amtierende Verwaltungschef im Angesicht des eher spärlichen Besuchs durchaus Humor. „Selbstverständlich hätte ich mir gewünscht, dass der Zuspruch etwas größer wäre. Aber wenn man mit einem neuen Format anfängt, dann muss man sich überlegen, ob das das Richtige ist. Dass werden wir natürlich tun. Ich kann Sie aber beruhigen: Für die, die da sind, ist genug zum Essen da, greifen Sie zu.“ Das gab Lacher im Saal.

Danach wurde es ernster. Im Stile einer „Rede zur Lage der Nation“ griff Homburgs Bürgermeister viele Themen der Stadt auf. Dazu gehörte auch seine Präsentation einer neuen Verwaltungsstruktur (wir berichteten). Diese solle sich bürgernäher zeigen „und den Einwohnern unserer Stadt den Kontakt zur Verwaltung erleichtern“. In gebotener Kürze wurde Forster dazu konkret. „Unter Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung wurde eine Organisationsstruktur entwickelt, die insbesondere in der Führungsebene schlanker ist als bisher.“ So werde die Zahl der Amtsleiter bis zum Jahr 2025 von bisher 13 auf sieben reduziert. Durch die Neuorganisation solle die Verwaltung in ihren Entscheidungen transparenter, effizienter, berechenbarer, kontinuierlicher und einheitlicher werden. Und: „Durch die neue Struktur wird auch eine bessere, verwaltungsinterne Kontrolle ermöglicht, die hilft, Fehlentwicklungen, wie sie in der Vergangenheit bedauerlicherweise vorgekommen sind, zu vermeiden.“ Gemeint sind die jüngsten Skandale im Rathaus mit den Prozessen gegen die Verwaltungsspitze vor dem Landgericht in Saarbrücken. Er sei überzeugt, so Forster, dass es mit dieser neuen Struktur gelingen werde, die 40 Stellen, die bis 2024 in der Verwaltung eingespart werden sollen, zu kompensieren.

Damit spannte Forster dann den Bogen zum andauernden Sparzwang, auch vor dem Hintergrund von fehlenden acht Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen. Hier stellte er klar, dass man zwar bei den freiwilligen Leistungen kürzen müsse, da aber schauen werde, was tatsächlich eingespart werden könne. „Dabei soll bei den Ausgaben für die Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit so wenig wie möglich gekürzt werden.“

Forster blickte am Mittwochabend auch nach vorne. Dass er dabei nicht zum ersten Mal auch den Dieselmotor im Speziellen und den Verbrennungsmotor im Allgemeinen in der Auto-Stadt Homburg verteidigte, nannte Forster „keine rückwärts gewandte Sicht“. Vielmehr müsse man sauberen Verbrennungsmotoren neben Elektromobilität eine „ehrliche Chance geben“. Nach vorne blickend nannte Forster die Pläne für eine Wasserstoff-Tankstelle in der Stadt ein Mittel, um zukunftssichere Arbeitsplätze in Homburg zu schaffen. Hier sei er froh darüber, in Homburg Unternehmen zu haben, die an solchen Entwicklungen mitarbeiteten. „Ich sehe Ökologie immer im Zusammenhang mit Ökonomie. Denn irgendjemand muss ja das Geld erwirtschaften, das andere für die Erreichung der Klimaziele ausgeben.“

Die Entwicklung eines neuen Quartiers auf der DSD-Industriebrache gilt aktuell als eines der großen Zukunftsprojekte in Homburg. Foto: Thorsten Wolf

Und dann ging es natürlich um große Projekte in der Stadt. Hier nannte der Bürgermeister, neben der Erschließung des so genannten Erdbeerlandes für Industrie- und Gewerbeansiedlungen, auch die aktuellen Pläne zur Entwicklung eines neuen Quartiers auf der DSD-Industriebrache. „Nachdem keiner mehr wirklich daran geglaubt hat, dass sich dort überhaupt noch etwas tut, gibt es nun einen Investor, der bereit ist, dieses Gebiet zu entwickeln.“ Dadurch könne, so Forster, ein Teil des Bedarfs an in der Stadt dringend benötigtem Wohnraum gedeckt werden. So solle auch der Trend gestoppt werden, dass vor allem junge Familien auf der Suche nach einem Heim auf Nachbarkommunen ausweichen müssten.