Impfen gegen Grippe: Noch ist keine richtige Erkältungszeit

Impfen gegen Grippe : Noch ist keine richtige Erkältungszeit

Wer sein Immunsystem stärken möchte, um in der nasskalten Jahreszeit nicht gleich auf der Nase zu liegen, sollte sich jetzt gegen Grippe impfen lassen, gesund essen und viel frische Luft tanken.

Die große Erkältungswelle ist noch nicht da. Auch die echte Grippe, Influenza genannt, hat sich noch nicht bemerkbar gemacht. Das sind gute Nachrichten, findet der Homburger Kinderarzt Dr. Hagen Reichert, und fügt gleich hinzu: „Es ist also auch noch die beste Zeit, sich impfen zu lassen.“ Impfstoff sei noch massenhaft verfügbar, die Impfung wird von der Krankenkasse bezahlt und jede Arztpraxis impfe auf Verlangen, „das ist überhaupt kein Problem.“

Außerdem sei im Moment noch genügend Zeit, mit Hilfe des Impfstoffes Immunität aufzubauen, was etwa drei Wochen dauere. Es nütze allerdings nichts mehr, sich mitten in der Grippewelle impfen zu lassen, „das ist dann definitiv zu spät.“

Die Grippewelle nimmt erfahrungsgemäß immer Anfang bis Mitte Januar Fahrt auf, wenn die Feiertage vorbei sind. Vor allem die Silvesterbälle mit überheizten Räumen und zugigen Türen, dünnen Kleidern und vielen Menschen, sind wahre Krankheitsbeschleuniger. Doch davon sind wir derzeit noch weit entfernt.

Was im Moment vor  allem bei Kindern grassiere, so Reichert, seien Magen-Darm-Infekte und die „Hand-Mund-Fuß“-Krankheit, eine Virurs-Erkrankung, die vor allem Kinder unter zehn Jahren betrifft. Der Name Hand-Fuß-Mund-Krankheit leitet sich von den Symptomen ab: Es entstehen Bläschen auf den Handflächen sowie an den Fußsohlen, daneben bilden sich Entzündungen im Mund. Auch diese beiden Krankheiten seien saisonbedingt und treten häufig im Herbst auf.

Was kann man tun, um sich gegen allzu schnelle Anfälligkeit in der nasskalten Jahreszeit zu wappnen?

Man müsse jedenfalls nicht sofort in die Apotheke laufen und sich vorsorglich mit Vitamintabletten eindecken, so Reichert. Zunächst einmal genüge eine ausgewogene und gesunde Ernährung, vor allem bei Kindern, um das Immunsystem zu stärken. „Viel Gemüse, viel Obst und Nahrungsmittel, die Mineralien und Eisen enthalten.“ Gut sei auch, öfter ein Stück Fleisch oder auch Fisch auf den Tisch zu bringen, „aber damit ist nicht der Fast-food-Burger mit Zucker- und Fett-Zusätzen gemeint“.

Neben gesunder Ernährung sei auch der Aufenthalt an der frischen Luft für Kinder gut, „nicht am Computer sitzen, sondern draußen spielen“. Derzeit seien Kinder ohnehin leicht für einen Spaziergang zu begeistern, weil es die Laternenzeit ist, „das macht den Kindern besonders viel Spaß“. Wenn man noch Resturlaub habe, schlägt Kinderarzt Hagen Reichert vor, ein paar Tage in die Berge oder ans Meer zu fahren. „Das tut im Herbst nicht nur den Kindern, sondern auch den Erwachsenen gut, da kann man sich mit frischer Luft durchpusten lassen und nochmal auftanken, bevor die kalte und nasse Jahreszeit so richtig beginnt.“ Wer keinen Urlaub mehr hat, muss nicht unbedingt weit fahren, auch ein Wochenende in einer näher gelegenen Mittelgebirgslandschaft ist nicht nur der Gesundheit zuträglich, sondern hebt auch die Laune, was im tristen November gut tut.

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